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Mauer bauen, pflastern, pflanzen Berufswettkampf der Landschaftsgärtner

Im Mai fand auf der Gartenschau in Wassertrüdingen der Oskar-Augustin-Cup statt, die bayerische Meisterschaft für angehende Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner. Wir haben ein Team mit der Kamera begleitet.

Von: Tobias Bode

Stand: 08.11.2019

Die Aufgabe

Acht Zweier-Teams aus ganz Bayern sind dabei. Die Aufgabe ist für alle identisch: in zwei Tagen einen Garten anlegen. Und zwar exakt so, wie ihn die Landschaftsarchitektin geplant hat. Die Sieger fahren zur deutschen Meisterschaft der Landschaftsgärtner nach Heilbronn.
Isabella Oeldemann und Wolfgang Inderst sind ein Team. Minuten bevor es losgeht, werfen sie noch einen Blick auf die Wettbewerbsaufgabe. Dann fällt der Startschuss.

Vom Plan zum Garten

Landschaftsgärtner müssen sich mit vielen Materialien und deren Verarbeitung auskennen, mit unterschiedlichen Beton- und Natursteinen, verschiedenen Holzarten und natürlich mit Pflanzen. Professionell angelegten Gärten liegt in der Regel ein detaillierter Plan zugrunde. In diesem sind Grundrisse und Schnitte des Bauvorhabens in kleinem Maßstab enthalten. Ziel der Wettbewerbsaufgabe ist es, möglichst viele Facetten des Landschaftsgärtnerberufs zu prüfen.

16 Quadratmeter groß ist jede Parzelle, in der die Teilnehmer „ihren“ Garten anlegen müssen. Als erstes geht’s ans Messen, also ans Übertragen der Planmaße auf die Baustelle. Das machen Isabella und Wolfgang gemeinsam. Die anderen Aufgaben haben die beiden aufgeteilt: Isabella ist für den Wegebau zuständig, Wolfgang baut die Mauer und die Holzbank. Stauden und Gehölze setzen beide am Schluss gemeinsam.

Der Bau

Isabella beginnt mit dem Einzeiler, einer Reihe Steine, die den Weg außen befestigt. Der soll in einer 15 Zentimeter hohen Betonbettung sitzen. Wolfgang beginnt mit dem Fundament der Mauer. Schon während der Bauarbeiten ist eine Jury ständig unterwegs und bewertet. Sie benotet unter anderem Arbeitssicherheit und Sauberkeit und ob alle vorgegebenen Maße eingehalten werden.

Da kann schon der kleinste Fehler den Sieg kosten, denn die Gesamtpunktzahl setzt sich aus hunderten von Kriterien zusammen. Ständig unter Beobachtung, dazu noch der Zeitdruck. Da nur am ersten Wettbewerbstag Beton zur Verfügung steht, müssen die Auszubildenden alle Betonarbeiten an Tag 1 abschließen. Isabella und Wolfgang haben sich die Zeit gut eingeteilt und Mauer und Wegeinfassung bis zum Abend fertig gestellt.

An Tag 2 auf dem Programm: Weg pflastern, Holzbank bauen und pflanzen. Mit dem Bankbausatz kommt Wolfgang gut zurecht, auch wenn Holzarbeiten nicht unbedingt regelmäßig in seinem Arbeitsalltag vorkommen. Isabella hingegen macht der Weg Probleme. Für die letzte Steinreihe reicht der Platz nicht, so dass Isabella jeden Stein einzeln auf die richtige Breite zuschlagen muss. Und das kann wertvolle Zeit und damit auch Punkte kosten. Doch am Ende wird auch der Weg fertig. Die Zeit läuft.

Die letzte Etappe: das Pflanzen. Die richtigen Stauden aussuchen, nach Plan einpflanzen und die Hecke in Form schneiden. Dann nur noch saubermachen. Schließlich ist es geschafft. Während sich die Teams fürs Gruppenfoto aufstellen, macht die Jury ihren letzten Rundgang.
Für einen Platz unter den ersten Drei hat es am Ende für Isabella und Wolfgang leider nicht gereicht, sie sind fünfte. Nur wenige Punkte trennen sie von einer Platzierung. Aber die beiden sind zufrieden und froh, dabei gewesen zu sein,

Internet-Tipps

Mehr Informationen zum Oskar-Augustin-Cup 2019:

Mehr Informationen zum Beruf des Landschaftsgärtners:

Kontakt

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