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Feigen aus dem Garten? Feigen aus Bayern

Feigen-Sorten gibt’s viele. Sie alle lieben es vollsonnig und warm. Viele Feigen würden in Bayern zwar überleben, aber nicht jedes Jahr Früchte liefern. Eine Suche nach den besten Sorten!

Von: Sabrina Nitsche

Stand: 05.03.2021

Sechs Feigensorten, die als winterhart und robust gelten, haben die Experten der Bayerischen Landesanstalt für Gartenbau vor drei Jahren gepflanzt. Das Ziel: Die aromatischsten Feigen für Bayern finden!

Nur die Harten dürfen in den Garten

Im Vorfeld des Versuchs haben sich die Obstexperten der Bayerischen Landesanstalt zahlreiche Sorten genauer angeschaut, viel recherchiert und sich schließlich für diese Sorten entschieden:

'Longue d'Aout'
'Ronde Bordeaux'
'Brown Turkey' Typ Süßer Georg
'Pastiliere'
'Dalmatie'
'Doree Boud'

Diese sollen im Winter mit bis zu minus 20 Grad zurechtkommen. Sollen, wenn es keine Frostschäden gibt, bereits im Sommer Früchte tragen und auch bei durchwachsenem Wetter aromatische Feigen liefern.

Ein Mantel aus Stroh

Drei Jahre wachsen die Feigen bereits auf den Versuchsflächen der LWG. Mit einem Mantel aus Stroh haben die Obstexperten die noch jungen Sträucher in den ersten beiden Wintern vor Frost geschützt. Einmal eingewachsen müssen die Feigen jetzt alleine zurechtkommen.
Minus 10 Grad mussten die jungen Feigen über mehrere Wochen verkraften, dennoch sind fast alle Triebe gesund, selbst die Spitzen, die oben aus dem Strohmantel herausschauten. Das ist ein gutes Zeichen, denn an den Trieben vom letzten Jahr befinden sich bei einigen Sorten bereits die Fruchtanlagen für Feigen, die im Sommer reifen.

Robust und pflegeleicht!

Viel Arbeit machen die Feigen nicht, zudem gibt es kaum Probleme mit Krankheiten oder Schädlingen. Im Frühjahr schneiden die Experten alle abgestorbenen oder zu tief stehenden Äste zurück. Auch zu eng stehende Triebe werden entfernt. Ausreichend Wasser hilft den Pflanzen gut einzuwachsen und zeitig Früchte anzusetzen. In Veitshöchheim wachsen die Feigen mitten auf dem Feld, kommen dort im eher milden Weinbauklima problemlos zurecht. Wer in den klimatisch raueren Lagen Bayerns eine Feige pflanzen möchte, sollte einen geschützten Standort wählen. Das heißt an einer Hauswand oder in einem Innenhof.

Sommerzeit – Feigenzeit?!

Nur sogenannte zweimaltragende Sorten, wie beispielsweise die Bananenfeige 'Longue d'Aout' oder 'Doree Boud' liefern bereits im Sommer Früchte. Los geht’s schon ab Juli. Über Wochen hinweg reifen die Feigen. Wer Feigen im eigenen Garten hat, sollte mit dem Ernten auf den perfekten Zeitpunkt warten. Zu früh gepflückt fehlt den Feigen das Aroma. Zu spät entdeckt platzen die Früchte auf oder fallen einfach ab.

Den richtigen Erntezeitpunkt zu erwischen ist gerade bei reingrünen Feigen nicht leicht. Reif sind Feigen dann, wenn sie auf Druck leicht nachgeben und ihre volle Größe erreicht haben. Violette Sorten färben sich erst zur Vollreife richtig aus. Das Fruchtgewicht ist so unterschiedlich wie die Fruchtfarbe. Es gibt grüne, gelbliche, grün-violette, dunkelviolette oder auch blau bereifte Früchte. Das Gewicht schwankt von 20 bis 75 Gramm pro Frucht! Die Hochernte beginnt im September und reicht bis zu den ersten Frösten. Im zweiten Jahr konnten zwischen 1,5 und 9,3 Kilo pro Strauch geerntet werden. Die Bananenfeige 'Longue d'Aout' war dabei kaum zu toppen. Ihre Früchte sind auch geschmacklich nur schwer zu übertreffen.

Internet-Tipp

Die genauen Testergebnisse zum Ertrag und Geschmack der verschiedenen Sorten gibt es hier:

Der Versuch läuft allerdings noch einige Jahre, denn erst dann zeigt sich, wie zuverlässig die verschiedenen Feigen tragen und ob sie auch mit härteren Wintern zurechtkommen. Der Anfang ist jedoch vielversprechend!

Kontakt:

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
An der Steige 15
97209 Veitshöchheim
Email: lwg-gartenbau@lwg.bayern.de