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Sabrina daheim 2 Balkonkasten, Kräuter, Gemüse

Ein bunt bepflanzter Balkonkasten, ein „Kräutergarten“ ohne Garten, Kübelpflanzenpflege und der Start in die Gemüsesaison. Bei Sabrina stand in den letzten Tagen so einiges auf dem Programm. Alle Infos dazu gibt´s hier:

Stand: 07.05.2020

Bunter Balkonkasten, gemischter Kübel

Sabrinas Balkonkasten ist einen Meter lang. Platz genug für 6 bis 7 Balkonpflanzen. Die „Bayerische Pflanze des Jahres 2020“ ist eine einfach blühende Dahlie und wurde auf den Namen 'Rockin´ Rosi' getauft. Diese kombiniert Sabrina mit gelb blühendem Goldzweizahn (Bidens) und Ziersalbei (Salvia 'Mysty'). Die Lücken füllen Salat-Jungpflanzen. Im Balkonkasten ist der Salat sicher vor Schnecken und die Wasser- und Nährstoffversorgung lässt sich dort einfach steuern.
Die 'Rockin´ Rosi' setzt Sabrina zudem in einen großen Kübel, zusammen mit selbst gezogenen Kardy und Süßkartoffeln. Die Süßkartoffel ist nicht nur eine Blattschmuckpflanze, sie bildet auch im Kübel ihre charakteristischen Speicherorgane, die man im Herbst ernten kann.

Internet-Tipp

Mehr zur „Bayerischen Pflanze des Jahres 2020“ sowie die Bezugsquellen finden Sie unter folgendem Link:

Sabrinas Kräuterturm

Wer Kräuter liebt, aber kein Platz für ein ganzes Beet hat, kann die Pflanzen auch „stapeln“. Und zwar in einem Kräuterturm. Bei Sabrinas Variante besteht der aus einem großen Kübel, einer Stahlplatte mit angeschweißtem Stahlrohr und mehreren Tontöpfen. Die Stahlplatte samt Rohr stellt sie in den großen Kübel und füllt diesen mit Substrat auf. Dann den ersten Topf durch das Abzugsloch auf das Stahlrohr fädeln und den Topf mit hochwertigem Substrat füllen. Dabei genug Abstand zum Topfrand lassen, damit das Wasser beim Gießen nicht wegläuft. Nun kann der erste Topf bepflanzt werden, in Sabrinas Fall mit einem Salbei. Dann kommen Schritt für Schritt die nächsten Etagen. Dabei fädelt Sabrina die Töpfe immer versetzt zueinander auf das Rohr. Je höher die Töpfe sitzen, desto mehr Trockenheit sollten die Pflanzen vertragen. Oben passt zum Beispiel Rosmarin oder Thymian. Durch das eingefüllte Substrat halten die Töpfe ihre Position.

Jäten und ernten

Im Frühjahr ist Sabrina regelmäßig in ihren Staudenbeeten unterwegs, um unerwünschte Pflanzen zu entfernen. Denn nehmen Giersch, Löwenzahn oder Scharbockskraut überhand, ist von den Stauden bald nichts mehr zu sehen. Oberirdisches Abschneiden bringt bei den drei genannten Pflanzen allerdings wenig. Löwenzahn hat eine Pfahlwurzel, die man am besten mit dem Unkrautstecher entfernt. Giersch wandert mit Rhizomen, unterirdischen Sprossachsen, durch den Boden und treibt an zahlreichen Stellen aus. Hier hilft nur noch eins: die Pflanzen komplett aus dem Boden entfernen. Und das im wahrsten Sinne. Denn Giersch besitzt ein hohes Regenerationsvermögen und treibt auch aus dem kleinsten Teilstück wieder aus. Das Scharbockskraut bildet kleine Brutknöllchen, mit denen es sich zum einen verbreitet und zum anderen sein Überleben in Trockenphasen sichert. Denn in den Knollen speichert die Pflanze Nährstoffe und kann so Mangelzeiten überbrücken. Beim Jäten gilt: alle Wurzeln samt Knöllchen entfernen.

Kräuterbutter

Einige junge Blätter von Löwenzahn, Giersch und Scharbockskraut hebt Sabrina auf, zusammen mit Kräutern aus dem Kräuterturm sind sie Zutat für Kräuterbutter. Dafür die Kräuter klein schneiden und mit der Butter vermischen.

Spargel pflanzen und düngen

Drei Sorten Grünspargel sollen ab diesem Jahr im Querbeet-Garten als Dauerkultur wachsen: 'Huchels Schneewittchen', 'Burgundine' und 'Primaverde'.

So wird Spargel gepflanzt:
Die drei Sorten wurden als kräftige, an Kraken erinnernde Rhizome geliefert. Um sie zu pflanzen, hebt Sabrina als erstes einen 30 cm tiefen Graben aus, in den dann die Rhizome im Abstand von 25 cm gelegt werden. Zuvor lockert Sabrina den Boden aber erstmal und dann gibt’s eine ordentliche Schicht Kompost. Denn Grünspargel ist eine Dauerkultur und benötigt lockeren, nährstoffreichen Boden. Auf den Kompost kommt eine weitere Erdschicht. Dann kann Sabrina die Spargelrhizome sternförmig im Graben verteilen und alles mit Erde abdecken.

Im Laufe des Jahres, wenn der Spargel weitergewachsen ist, wird der Graben nach und nach angehäufelt bis er wieder das Niveau des restlichen Gartenbodens erreicht hat. Dann nur noch regelmäßig wässern und düngen und aufs Anwachsen warten. Nach 2-3 Jahren kann dann der erste Grünspargel geerntet werden. Alles in allem also eine eher pflegeleichte Kultur, wenn sie einmal angelegt ist.

Kübelpflanzen ausräumen und düngen

Die schlimmsten Frostnächte sollten jetzt langsam vorbei sein. Für Sabrina der Startschuss zum Ausräumen ihrer Kübelpflanzen. Damit die Pflanzen sich keinen Sonnenbrand holen, stellt sie sie erstmal 2-3 Tage in den Halbschatten. Dann haben sich die Gewächse an das UV-Licht im Freien gewöhnt und können dort aufgestellt werden, wo sie den Sommer verbringen sollen.

Sabrinas liebste Kübelpflanzen:

- Frucht-Salbei ‘Hot Lips‘ (Teepflanze mit essbaren Blüten, die problemlos kühl und hell überwintert werden kann
- Rosmarin (wird ebenfalls hell und kühl überwintert)

Artischocken und Kardy pikieren

Nachdem im Wintergartenanbau ohne Kübelpflanzen wieder mehr Platz herrscht, kann Sabrina diesen für die Gemüse-Jungpflanzen nutzen. Die sollen im Mai in den Querbeet-Garten umziehen. Bis dahin bekommen Kardy und Artischocken aber erst einmal größere Töpfe. Beim Umsetzen achtet Sabrina darauf, dass die Pflanzen so tief sitzen, dass sie im neuen Topf wieder problemlos von alleine stehen. Zum Topfen verwendet Sabrina eine Mischung aus Jungpflanzen- und Topferde. So bekommen die Pflanzen gleich ein paar Nährstoffe. Sind die angewachsen, düngt Sabrina zusätzlich mit einem organischen Flüssigdünger. Im Mai sind Kardy und Artischocken dann hoffentlich kräftig gewachsen und dürfen in den Querbeet-Garten ziehen.

Kardy (Cynara cardunculus ssp. flavescens) sind ein Bleichgemüse, bei dem die Blattstiele gegessen werden. Die Pflanzen enthalten sehr viele Bitterstoffe, die durch einen mehrwöchigen Bleichvorgang abgebaut werden. Dazu die Pflanzen für ein paar Wochen mit einer Strohmatte oder ähnlichem umwickeln.
Artischocken (Cynara cardunculus ssp. scolymus) haben für uns nicht nur kulinarischen Wert. Sie sind wahre Insektenmagneten. Bienen, Hummeln und Falter schauen hier gleich scharweise vorbei.

Kürbis, Gurke und Zucchini aussäen

Schnellwüchsige Gemüse wie Zucchini, Gurken und Kürbisse sollte man nicht zu früh säen. Sie werden sonst schnell überständig bis sie ins Beet dürfen. Also lieber erst Ende April säen. Zur Aussaat verwendet Sabrina dieselbe Erde wie fürs Pikieren von Kardy und Artischocke: ein Gemisch aus Jungpflanzen- und Blumenerde. Alle drei Kulturen sind sehr nährstoffbedürftig und finden so alles, was sie zum Keimen und wachsen brauchen. Anstatt in Anzuchtplatten sät Sabrina in etwas größere Töpfe mit ca. 12 cm Durchmesser, ein Korn pro Topf. Zum Keimen stellt sie die Pflanzen warm auf. Sobald sich die ersten „echten“ Blätter zeigen, stellt sie die Pflanzen kühler bei etwa 15 Grad auf, damit sie nicht schießen, sondern kompakt weiterwachsen.

Mais, Salat und Bohnen

Ein Großteil der Jungpflanzen darf im Mai in den Querbeet-Garten. Darunter die vorgezogenen Salate, Bohnen, Cardy, Artischocken, Popcornmais und Pak Choi. Hier einige Tipps von Sabrina:

- Popcornmais: mehrere Pflanzen in einem Block nebeneinandersetzen, damit sie sich gegenseitig befruchten können. Die Bestäubung übernimmt der Wind.

- Pak Choi: Der Pflanzabstand beträgt etwa 25 cm. Die Pflanzen so tief setzen, dass sie nicht hin- und herkippeln. Aber nicht so tief, dass das Herz unter der Erde liegt. Bei Pak Choi isst man sowohl die Blätter, als auch die Stiele.

Zudem hat Sabrina Spargelsalat der Sorte ´Roter Stern´ gepflanzt. Der Spargelsalat wächst zum ersten Mal im Querbeet-Garten. Seine Stiele lassen sich wie Spargel zubereiten.

Zum Schluss pflanzt Sabrina rotblühende Feuerbohnen an die Klettergerüste, an denen bereits die Zuckerschoten gekeimt sind und wachsen.

Spinat und Tomaten

Endlich sollen Tomaten ins Gewächshaus im Querbeet-Garten einziehen. Dazu muss aber erstmal der Spinat weg. Insgesamt haben wir vier Reihen gesät, die wir schon einmal komplett abgeerntet haben. Heute steht die zweite Ernte an. Dabei nicht zu tief schneiden und das Herz der Pflanzen stehen lassen. Zumindest bei den beiden Randreihen, hier wollen wir es auf eine weitere Ernte ankommen lassen. Die beiden mittleren Reihen reißt Sabrina aus und verteilt sie später als Mulch im Beet. Das hält den Boden bedeckt und locker und die Regenwürmer haben auch was davon.

Wo bis vor kurzem noch Spinat gewachsen ist, pflanzt Sabrina jetzt die Tomaten. Vor allem Fleischtomaten benötigen einen geschützten Anbau unter Glas oder Folie und wachsen im Freiland nur schlecht. Deswegen wachsen sie bei uns jedes Jahr im selben Boden. Den haben wir ihn im Frühjahr mit Kompost und organischem Dünger aufgedüngt. Und auch der Anbau von Zwischenkulturen wie dem Spinat hilft dabei, den Boden lebendig und fruchtbar zu halten.
Sabrinas Tipp beim Pflanzen von Tomaten: schön tief pflanzen, Tomaten sind in der Lage, am Stängel neue Wurzeln zu bilden. Wer kein Gewächshaus hat, sollte seine Tomaten außerdem erst ab Mitte Mai ins Freiland setzen.

Hier unsere Tomaten-Sorten:

- Russisches Ochsenherz
- Bozner Ochsenherz
- German Striped
- Ochsenherz
- Michls Rote
- Berner Rose

sowie drei weitere, die wir ohne Sortennamen von anderen Gärtnern erhalten haben.