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Schmackhafte Blüten und Knollen?! Essbare Dahlien

Dahlien sind nicht nur schön, einige sollen sogar essbar sein. Wie Geschmack und Ertrag sind, wollte Barbara Krasemann genau wissen, hat dafür gleich mehrere Sorten angebaut.

Von: Sabrina Nitsche

Stand: 13.09.2019

Essbare Blüten und Knollen?!

Die Gärtnerin probiert alles, was essbar ist. Und das seit über 30 Jahren. Dahlien hat sie bereits vor einigen Jahren einmal ausprobiert, aber keinen Erfolg gehabt. Der Geschmack war eher mäßig, genauso wie der Ertrag. Nachdem in vielen Gartenzeitschriften und Büchern in den letzten Jahren von essbaren Dahlien die Rede ist, startete die Gärtnerin einen neuen Versuch. Vier Sorten hat sie gepflanzt – sie alle sollen gut schmecken. Und zwar nicht nur die Knollen, sondern auch die Blüten. ‚Hoamatland‘, ‘Hapet Kennedy‘, ‘Buga München‘ und ‘Hapet Sunset‘ heißen die Sorten.

Jede Blüte einzigartig…

…im Geschmack und im Aussehen, so lautet das erste Fazit. Denn bereits im August fand der erste Geschmackstest statt, da standen die Dahlien in voller Blüte. ‚Hoamatland‘ schmeckte der Gärtnerin am besten, die Blüten sind leicht süßlich, gemüsig und knackig. Die dunkelrote ‘Hapet Kennedy‘ zeigte sich etwas neutraler im Geschmack, bringt dafür viel Farbe auf den Teller. Nummer drei, die geflammte Semikaktusdahlie ‘Buga München‘, war im ersten Moment auch gut, aber im Nachgeschmack leicht bitter. ‘Hapet Sunset‘ begeisterte Barbara Krasemann mit ihrer Farbe, im Geschmack konnten die leuchtenden Blüten aber nicht überzeugen. Zu bitter war das Aroma.

Herbstzeit = Erntezeit!

Der zweite Geschmackstest erfolgt im Herbst. Dafür erntet Barbara Krasemann je Sorte eine Pflanze. Oberirdisch haben sich alle Dahlien-Sorten gleich gut entwickelt. Doch wie sieht es unterirdisch bei den Speicherorganen aus? Lohnt sich der Anbau?

"Es hängt schon was dran bei der Sorte ‘Buga München‘. Ich war ja selber gespannt, was dabei rauskommt. Jetzt schauen wir mal, ob die alle so klein und dünn sind oder ob auch größere dabei sind. Ja, das ist eine schöne Menge! Ich bin recht zufrieden, sehr schön."

Barbara Krasemann

Der Boden im Gemüsegarten ist nährstoffreich und lehmig-humos. Eigentlich gute Voraussetzungen für eine reiche Ernte. Doch leider schwankt der Ertrag stark, nicht alle Sorten bringen ausreichend Knollen, damit sich die Ernte lohnt. Der Geschmack wird trotzdem getestet. Sind Blätter und Blüten entfernt, bekommt jede Sorte ein Etikett. Verwechslung ausgeschlossen!

Geschmackstest!

Nach dem Reinigen mit der Wurzelbürste geht’s ans Kochen der Knollen. Jede Sorte kommt dafür in einen eigenen kleinen Korb. Damit alle die gleiche Kochzeit haben, wählt die Gärtnerin in etwa gleichgroße Knollen aus. Dahlien sollen laut Literatur eine ähnliche Garzeit wie Kartoffeln haben, also 20 bis 30 Minuten. Nach dem Kochen müssen die Knollen noch geschält werden, denn die Schale ist zu rau und rissig, um sie mitessen zu können. Und der Geschmack?
Der erinnert bei den meisten Sorten etwas an Rüben, mit einem Hauch von Spargel oder Sellerie. Einige Dahlien besitzen aber auch einen bitteren Nachgeschmack. Deshalb ist das Fazit von Barbara Krasemann eher durchwachsen:

"Rein zum Essen Dahlien anzubauen, lohnt sich nicht wirklich. Wenn die Sorte schmeckt, ist der Ertrag nicht so gut. Und schmecken tut es eigentlich nur Leuten, die auch gerne Rüben essen. Aber wenn ich mich für eine entscheiden müsste, dann wäre es ‘Hoamatland‘ – sie hat einen guten Ertrag und Geschmack."

Barbara Krasemann

Kontakt

Barbara Krasemann
Dixenhausen 23
91177 Thalmässing

Email: info@baerbels-garten.de