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Blütenstreifen Blüten für Nützlinge

Angelockt durch bunte Blüten legen Schwebfliege, Florfliege und Schlupfwespe bereitwillig Eier ab. Die Larven haben nur ein Ziel: So viele Blattläuse fressen, wie es nur möglich ist. An der LWG in Bamberg sorgen bunte Blütenstreifen seit Jahren für blattlausfreien Salat – Ein Konzept vielleicht auch für Ihren Garten?!

Stand: 30.05.2018

(Un-)Gleichgewicht?!

Geht’s um Gemüse, haben Insekten zwei Gesichter. Die einen schaden, die anderen helfen. Will man Bio-Gemüse anbauen, braucht es ein Gleichgewicht zwischen beiden. Nur dann ist es möglich Bio-Salate und Bio-Gemüse anzubauen. Um Nützlinge wie Schlupfwespen, Schwebfliegen oder Florfliegen anzulocken, umgeben die Gärtner der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Bamberg ihre Felder mit Blütenstreifen.

"Seit 2001 machen wir das jetzt mit den Blütenstreifen, seit dem Umstellen auf Bio-Anbau. Und der Erfolg ist wirklich gut, wir bekommen damit so viele Nützlinge in die Flächen rein, dass eine Verlausung vom Kopfsalat oder so kein Problem mehr ist."

sagt Birgit Rascher, Versuchsingenieurin an der LWG

Die Blütenstreifen bieten Lebensraum und Nahrung. Schwebfliegen zu Beispiel sind hier ständig zu sehen. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Pollen und Nektar, ihre Larven haben Läuse zum Fressen gern.

Noch unersättlicher sind Marienkäfer und zwar sowohl erwachsen, als auch im Larvenstadium. Marienkäferlarven vertilgen hunderte von Blattläusen, bis sie sich verpuppen. Auch Bienen und Schmetterlinge sind auf den Blüten zu sehen:

"Die Insektenvielfalt geht zurück, die Vögel gehen zurück, die Singvögel sind in Not, weil sie nicht mehr genug Nahrung finden und wir brauchen wirklich diese Blüten. In den normalen landwirtschaftlichen Flächen kommen solche Blüten ja gar nicht mehr vor, da ist alles sauber. Wir müssen uns das bewusst machen, die Blütenstreifen anzubauen und für die Insektenwelt bereit zu stellen."

so Birgit Rascher

Blütenstreifen für den Garten

Blütenstreifen funktionieren im Großen und im Kleinen. So säen die Gärtner auch in den Mustergärten regelmäßig neue Beete mit Blütenstreifen an. Dafür richten die Gärtner den Boden schön her, so als würden sie Gemüse aussäen wollen. Und dann zieht Birgit Rascher eine Saatrille, etwa 4 Zentimeter tief. Jetzt können die Samen kommen. Hier die „Veitshöchheimer Bienenweide“. Sie besteht aus 50 verschiedenen Pflanzenarten, die von April bis Dezember blühen. Jetzt die Samen noch mit Erde abdecken, andrücken und dann gründlich angießen. Und wann ist die beste Zeit zum Säen?

"Der Klassiker ist im April zu säen, wenn es dann warm genug ist. Und dann schauen wir aber, dass wir im Verlauf des Juni noch einmal säen, damit wir dann bis zum Herbst Blüten haben,"

empfiehlt Birgit Rascher

Blütenvielfalt

Die Bamberger setzen auf dem Betriebsgelände verschiedene Blütenmischungen ein. Das sorgt für noch mehr Vielfalt. Bei der „Feldblumenmischung“ dominieren im Juni die Kornblumen. Später kommt noch der Mohn oder auch die Wucherblume. So bieten die Mischungen über Monate viel Nahrung für Insekten.

Veranstaltungs-Tipp

Wer sich die Blütenstreifen selbst einmal ansehen möchte, hat am Tag der offenen Tür, am 1. Juli 2018, dazu eine gute Gelegenheit. Alle Infos, die Öffnungszeiten und eine Anfahrtsbeschreibung gibt’s unter folgendem Link:

Kontakt

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Versuchsbetrieb Bamberg
Galgenfuhr 21
96050 Bamberg