BR Fernsehen - Querbeet

Von Roter Bete bis Ringelblume Ein Bauerngarten in Mittelfranken

Im mittelfränkischen Ostheim liegt ein Bauerngarten, der sich ganz der Tradition verschrieben hat: mit Buchshecken, Rosenrondell, Zierpflanzen und Gemüse in Mischkultur.

Stand: 28.09.2018

Doch der Reihe nach: Angelegt haben den 330 Quadratmeter großen Garten die Eltern von Christa-Maria Odorfer, die sich heute hauptsächlich um diesen kümmert. Für die studierte Landwirtin selbstverständlich. Denn ihr liegt es am Herzen, dass das Kulturgut Bauerngarten bewahrt und die Tradition auf ihrem Hof weitergeführt wird.

Beete, Buchs und Beeren

Der Bauerngarten folgt einer klassischen Ordnung. Er ist aufgeteilt in 4 Felder, jedes 20 Quadratmeter groß. Eingefasst sind die Beete von niedrigen, in Form geschnittenen Buchshecken. Die kleinen Hecken markieren den formalen Grundriss. Und da Buchs immergrün ist, erkennt man die Struktur des Gartens auch im Winter. Die Einfassung hat aber noch eine andere Aufgabe. Sie schützt die Kulturen vor Wind und sorgt für das richtige Kleinklima in den Beeten. Den passenden Gegenpart für die geometrische Strenge bilden Gemüse, Kräuter und verschiedene Zierpflanzen. Im Spätsommer setzen beispielsweise kräftig gefärbte gefüllt blühende Dahlien Akzente. Weitere Nahrung fürs Auge, aber auch für Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge bieten einfacher blühende Stauden wie die Herbst-Astern. Von August bis weit in den Oktober hinein blühen Sonnenhüte der Gattung Rudbeckia. Sie stammen ursprünglich aus Nordamerika, haben aber seit langem einen festen Platz in Bauerngärten. Im Zentrum des Gartens wächst eine Rose, ebenfalls umrahmt von Buchs. Und was gehört noch dazu? Eine frei wachsende Hecke aus Johannisbeeren, Brombeeren und Stachelbeeren. Und nicht zuletzt ein Zaun aus unbehandeltem Holz, der den Nutzgarten begrenzt.

Nutzfläche für 4 Personen

Die Gartenfläche ist so dimensioniert, dass hier genug Obst und Gemüse für 4 Personen kultiviert werden kann. Heute kommt die Rote Bete aus dem Boden. Und dafür hat Christa-Maria Odorfer einen Tipp: „Wichtig ist vor allen Dingen, dass man die Knolle nicht verletzt, da sonst der rote Saft ausläuft. Das heißt, sie würde verbluten. Ich persönlich drehe die Blätter ab, so dass das Herz erhalten bleibt, die Wurzel wird etwas eingekürzt.“ Christa-Maria Odorfer baut die Sorte ´Rote Kugel´ an. Mit der hat bereits ihre Mutter sehr gute Erfahrungen gemacht.

Gemüse biologisch angebaut

Die Sorte ´Rote Kugel´ ist in diesem Garten, wie auch alle anderen Pflanzen, ganz ohne mineralische Dünger herangewachsen. Die Nährstoffversorgung sichern Kompost und Hornspäne. Und auch chemischer Pflanzenschutz ist hier tabu. Bei Schädlingen kommen Pflanzenjauchen zum Einsatz, unerwünschtes Kraut wird händisch entfernt. Das ist aufwändig, ganz klar. Doch für Christa-Maria Odorfer ist das Gärtnern mehr als reine Arbeit: „So ein Garten bedeutet ja auch Lebensqualität.“

Rotation und Mischkultur

Wiederbesuch ein knappes Jahr später, Ende Juli: Die meisten Gemüse sind ein Beet weiter gewandert. Diese Rotation verhindert, dass dem Boden einseitig Nährstoffe entzogen werden. So wechseln stark-, mittel- und schwachzehrende Gemüse jedes Jahr ihren Platz. Das verhindert zudem, dass sich im Boden spezialisierte Schädlinge dauerhaft ansiedeln. Und: Christa-Maria Odorfer setzt auf die Erfahrungswerte der Mischkultur. Bedeutet, für jede Pflanze den richtigen Nachbarn zu finden. Denn manche hemmen sich gegenseitig im Wuchs, etwa durch Wurzelausscheidungen. Lauch und Sellerie passen gut zusammen. Das Netz schützt vor der Lauchmotte.

Ihr Wissen zu traditionellen Bauerngärten und speziell zur Mischkultur gibt Christa-Maria Odorfer auch gerne an Besucher weiter und bietet regelmäßig Führungen in ihrem Garten im mittelfränkischen Ostheim an.

Kontakt:

Christa-Maria Odorfer
Ostheimer Hauptstrasse 4
91747 Westheim

Email: ch-m.odorfer@web.de