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Vielfalt und Anbau Basilikum

In der Gärtnerei Herb im Allgäu dreht sich alles um Kräuter im Bio-Anbau. Allein vom Basilikum gibt es hier über zehn verschiedene Varietäten und Sorten. Wir haben uns angeschaut, worauf es bei der Kultur ankommt…

Von: Julia Schade

Stand: 08.07.2019

Die Aussaat

Anfangs läuft bei der Aussaat von Basilikum alles, wie man es kennt. Die Töpfe in der Gärtnerei Herb sind mit nährstoffarmer Aussaaterde gefüllt. Zumindest auf den obersten drei Zentimetern. Darunter befindet sich normales, nährstoffreiches Topfsubstrat wie es auch für viele Gemüsepflanzen verwendet wird. Denn Basilikum ist ein hungriges Kraut und bedarf vieler Nährstoffe, um gut wachsen zu können. Damit sich dennoch kräftige Wurzeln entwickeln und somit kräftige Pflanzen, sollen die Jungpflanzen nach dem Auflaufen, also Keimen, aber erst einmal nach den Nährstoffen suchen.
Vor der Aussaat drückt Eva-Maria Herb das Substrat leicht an. In einen Topf kommen dann ca. 30-40 Korn. Dank ihrer langjährigen Erfahrung als Gärtnerin muss sie die Samenkörner nicht abzählen und schüttelt sie locker aus dem Handgelenk. Ein Knick im Samentütchen hilft zusätzlich, dass nicht alle Körner auf einmal herauspurzeln.

Basilikum – ein Lichtkeimer

Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern ist Basilikum ein Lichtkeimer. Das heißt, man darf es keinesfalls mit Erde abdecken nach der Aussaat. Ist es sehr heiß nach der Aussaat, decken die Gärtner der Gärtnerei Herb die Töpfe mit einem lichtdurchlässigen Vlies ab. So bekommen die Samen das Licht, das sie für die Keimung brauchen, gleichzeitig aber auch die nötige Feuchtigkeit. Denn dank des Vlieses kann diese nicht aus den Töpfen verdunsten.

Weiterkultur

Je nach Wetter vergehen 5-14 Tage bis zur Keimung. Meist sind nach drei Wochen die ersten 2-3 Blattpaare voll ausgebildet. Jetzt brauchen die Pflanzen viel Wasser und keine zu hohen Temperaturen, um sich gut weiterzuentwickeln. Dann kann man auch mit der Ernte beginnen.

Die richtige Ernte

Wer viel Basilikum ernten will, kann zur Schere greifen. Die Empfehlung von Eva-Maria Herb dazu: Jeden Trieb auf zwei voll ausgebildete Blattpaare zurückschneiden. Dann verzweigen sich die Pflanzen von unten und wachsen buschig und kompakt nach. Auch wer nur ein paar Blätter braucht, sollte so vorgehen und immer ganze Triebspitzen entfernen. Und zwar direkt oberhalb der Blattachsel des unten folgenden Blattpaares. Basilikumblätter niemals einzeln oder gar von unten abzupfen, dann verkahlen die Pflanzen und wachsen tendenziell eher rückwärts.

Das richtige Pesto…

…ist Geschmackssache. Eva-Maria Herb verwendet für ihre Variante reichlich Basilikumblätter und Blüten, etwas Salz und einen Schuss Olivenöl. Dann püriert sie alles fein und gibt einen Schluck Wasser hinzu. Durch das Wasser verringert sich zwar die Haltbarkeit, das Pesto wird aber bekömmlicher, findet die Gärtnerin. Gekauftes Pesto ist ihr oft zu fettig und ölig.

Kontakt

Bio Gärtnerei Christian Herb
Heiligkreuzerstr. 70
87439 Kempten im Allgäu