BR Fernsehen - Querbeet

Alter Brauch modern inszeniert Barbarazweige

Am 4. Dezember ist der Tag der Heiligen Barbara. An diesem Tag ist es Brauch, die Zweige verschiedener Obstgehölze fürs eigene Zuhause zu ernten und zum Blühen zu bringen. Wie man die schön in Szene setzen kann, zeigt Floristmeisterin Simone Spengler-Mesch.

Stand: 23.11.2018

Der Barbaratag – Ursprung des Brauchs

Zum Brauchtum der Barbarazweige gibt es eine Sage. Und die geht so: Barbara war die einzige Tochter eines angesehenen Griechen, der zur Zeit Kaiser Maximilians lebte. Um sie vor den bösen Einflüssen der Welt und des Heidentums zu schützen, sperrte er sie in einen Turm. Dort hatte sie viel Zeit zum Nachdenken. So kam sie zur Erkenntnis, dass die Welt von nur einem Gott erschaffen wurde, wurde zur Christin und ließ sich taufen. Das war ihrem Vater ein Dorn im Auge und er hat sie an den Statthalter verpetzt. Prompt wurde Barbara in den Kerker geworfen, wo sie auf ihre Hinrichtung warten sollte. Auf dem Weg dorthin blieb ein kahler Kirschzweig in ihrem Kleid hängen. Im Gefängnis angekommen stellt Barbara den Zweig ins Wasser und schöpft Hoffnung aus ihm. Denn obwohl er wie tot schien, begann er in der Zelle zu blühen.

Botanischer Hintergrund

Legende hin oder her. Das Antreiben von Obstgehölzen funktioniert auch heute noch problemlos. Vorausgesetzt, die Äste und Zweige waren Frösten ausgesetzt. Denn die brauchen Obstgehölze, um blühen zu können. Wenn‘s vor dem 4.12. keine Nachtfröste gab, steckt man die Zweige einfach eine Nacht lang ins Tiefkühlfach. Danach aber bitte nicht sofort ins Warme stellen, sondern die Zweige langsam an steigende Temperaturen gewöhnen. Ansonsten treiben sie viel zu schnell aus und blühen nur sehr kurz oder schlimmsten Falls überhaupt nicht. Wer das alles beachtet, hat sehr lange Freude an den Zweigen.

Steckigel oder Kenzan

Bei der ersten Variante verwendet Simone Spengler-Mesch statt Steckschaum einen sogenannten Kenzan oder Steckigel. Ein Utensil aus der Japanischen Floristik, dem Ikebana. Hier werden die Zweige auf die Nadeln des Kissens gesteckt, Und zwar so, dass sie von selbst ihr Gleichgewicht halten. Das gilt nicht nur für die einzelnen Zweige, sondern fürs gesamte Kunstwerk. Beeinflussen kann man das durch den Winkel beim Anschneiden der Zweige. Damit man vom Steckigel später nichts sieht, stellt man ihn in eine Schale, die so hoch ist, dass er in ihr verschwindet, gleichzeitig aber keine Zweige auf der Schale aufliegen. So wirkt es fast als würden die Zweige schweben. Im Film verwendete Simone Spengler-Mesch für diese Variante Zweige der Mispel, der Kornelkirsche und der Kiefer.

Stilisierter Weihnachtsbaum

Die Zweite Deko-Idee ist ein stilisierter Weihnachtsbaum. Dazu einige Zweige der Schlehe in eine Vase stellen. So, dass sie relativ parallel nach oben stehen. Zum Fixieren verwendet Simone Rebdraht, also papierummantelten Bindedraht. Um das Bild des Weihnachtsbaums abzurunden, gibt’s noch zwei Christbaumkugeln. Und wer möchte, kann hier Frischblumen wie die Amaryllis verwenden. Diese nach dem Anschnitt unten mit etwas Klebstreifen umwickeln. Sonst rollt sich der Stiel unten auf und die Blume lässt sich schlechter verarbeiten.

Minimalismus…

…ist das Motto der dritten Variante, Barbarazweige zu verarbeiten. Sie besteht aus nur einem Magnolienzweig und einer Christrosenblüte. Die Christrose wird unten etwa 3 cm eingeschlitzt. So kann sie Wasser besser aufnehmen. Diese Deko-Variante macht sich super auf einem Tablett mit ein paar Plätzchen und Kerzen.

Tipps der Floristin

- Generell alle Zweige und Blumen immer frisch anschneiden vor dem Verarbeiten
- Immer mit scharfem Werkzeug, damit keine Quetschungen entstehen und Wasser besser aufgenommen werden kann
- Immer Blumenfrischhaltemittel ins Wasser geben. So halten Blumen 20-50% länger

Kontakt

Spengler grün erleben - Dillingen
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