BR Fernsehen - Querbeet

Vielfalt und Pflege Aurikeln

Ines Vogts Herz schlägt für Aurikeln. Seit 2016 sammelt die Gärtnerin die Pflanzen und hat mittlerweile schon über 300 davon. Wir durften uns diese Sammlung mal genauer anschauen.

Von: Julia Schade

Stand: 30.04.2021

Kultur

Aurikeln sind eigentlich frosthart, haben im Winter aber oft Probleme mit Staunässe. Deswegen stehen sie bei Ines Vogt diese Zeit über in zwei Gewächshäusern, die im Sommer für Gurken und Tomaten gedacht sind. Wer nicht so viel Platz oder nicht so viele Aurikeln hat, kann sie auch einfach unters Vordach stellen. Beginnt im März die Blütezeit, geht das große Geräume los. Mit darf jede Pflanze, die blüht. Da die Pflanzen direkte Sonneneinstrahlung nicht gut vertragen, stellt Ines Vogt sie an der Nordseite des Wohnhauses auf, direkt im Eingangsbereich.

Dabei arrangiert sie die Aurikeln wie auf einer Bühne. Ganz in der Tradition der Aurikel-Theater, wie man sie seit dem 16. Jahrhundert kennt. Schon damals präsentierten Gärtner und Sammler ihre Schätze auf überdachten Holz-Etageren. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren Aurikeln sogar so beliebt, dass sie fast den Tulpen den Rang strittig gemacht haben und man neben dem Tulpenfieber auch vom Aurikelfieber sprach. In England erfreuen sich die Pflanzen noch heute großer Beliebtheit und jedes Jahr finden Veranstaltungen statt, bei denen die schönsten Neuzüchtungen gekürt werden.

Sammeln, kreuzen, vermehren

Seit 2016 sammelt Ines Vogt Aurikeln. So hat sie mittlerweile über 300 davon. Darunter viele gekaufte oder geschenkte, aber auch eigene Zufallszüchtungen. Aurikeln kreuzen sich untereinander. Kommt es zur Samenbildung, erntet Ines Vogt das Saatgut und sät es aus. Sortenrein geht es dabei nicht zu. So kann ein und dieselbe Mutterpflanze die verschiedensten Sämlinge hervorbringen: bemehltes Laub, nicht bemehltes Laub, getupft, gestreift, hell, dunkel, einfarbig, mehrfarbig. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Wenn man eine Pflanze sortenecht vermehren möchte, sollte das vegetativ geschehen, also durch Teilung. Bei Aurikeln macht man das am besten im Herbst beim Umtopfen. Dabei kann man gebildete Kindel einfach vorsichtig nach unten abziehen und separat eintopfen.

Umtopfen und Sommerkultur

Normalerweise topft Ines Vogt ihre Aurikeln erst im Herbst um. Das Substrat dafür mischt sie sich selbst. Aus Blumenerde, Kompost, Sand, Perlite und gemahlenen Eierschalen. Manche Pflanzen brauchen aber schon jetzt einen neuen Topf, zum Beispiel, weil sie zu wenig Erde haben, nicht mehr richtig blühen oder anderweitig schwächeln. Immer wieder kommt es vor, dass Einzelexemplare mit Wurzelläusen befallen sind, auch die werden umgetopft.

Bevor sie in den neuen Topf kommen, spült Ines Vogt deren Wurzeln gründlich aus, um die Läuse zu entfernen und „paniert“ sie danach mit etwas Substrat. So kommt wieder Luft an die Wurzeln, sie kleben nicht zusammen und beginnen nicht zu faulen. Die Zeit nach der Blüte verbringen die Pflanzen bei Ines Vogt in überdachten Regalen. Eingeräumt werden sie im Oktober.