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Erdbeersorten Aroma-Erdbeeren im Test

Bald beginnt die Erdbeersaison. Am besten schmecken selbst angebaute Früchte aus dem eigenen Garten. Doch welche Sorten eignen sich für den Anbau in Bayern? Genau dieser Frage gehen die Experten der Bayerischen Landesanstalt in Bamberg nach. Dieses Jahr im Fokus: Aromaerdbeeren.

Von: Sabrina Nitsche

Stand: 13.05.2021

Sieben Sorten im Test

Sieben Erdbeersorten, die besonders gut schmecken sollen, hat Tino Hedrich für den Versuch ausgewählt. Sie alle stammen aus der Schweiz, dort ist das Klima ähnlich wie in Bayern. Zudem sind alle sieben Sorten frei von einer Züchterlizenz, das heißt jeder kann die Erdbeeren nachziehen ohne eine Lizenz an den Züchter zahlen zu müssen. In Bayern gibt es bisher kaum Erfahrungen mit den verschiedenen „Berneck-Typen“, ‘Sorma 59‘, ‘Lea‘ oder auch ‘Wädenswil‘.

Vom Pflanzen bis zum Ernten

Gepflanzt wurde im Herbst 2019, auf einem Feld auf dem Versuchsgelände der Bayerischen Landesanstalt in Bamberg. Seit dem Pflanzen hat der Versuchsingenieur die Erdbeersorten regelmäßig beurteilt, bisher zeigen sich die Pflanzen von ihrer besten Seite. Sie sind gesund und wüchsig. Im Frühjahr wurde dann Stroh ausgelegt, so liegen die Früchte nicht auf der Erde, trocknen dadurch schneller ab und bleiben gesünder. Seit Mitte Mai 2020 geht’s alle zwei Tage ans Ernten. Im Korb landen leider nicht nur reife und gesunde Früchte.
Gerade bei feuchtwarmer Witterung können sich Pilzkrankheiten rasch ausbreiten. Nur das konsequente Pflücken sorgt für gesund nachreifende Früchte und damit eine gute Ernte. Bei der Erntemenge sind große Unterschiede sichtbar: Zwischen 400 und 1200 Gramm Erdbeeren pro Quadratmeter liefern die Aromasorten.

Sonnenbrand, Fäulnis und Schneckenfraß

Leider war das Frühjahr 2020 sehr wechselhaft mit viel Regen und dann wieder sehr warmen Sonnentagen. Dadurch sind viele Früchte im Bestand geschädigt. Weiß abgegrenzte Stellen deuten auf Sonnenbrand hin, ein grauer Pelz auf eine Pilzerkrankung Namens Botrytis. Und auch die Schnecken sind am Werk. Gegen die Schnecken hilft nur das konsequente Absammeln der Tiere oder das Streuen von Schneckenkorn auf Eisen-III-Phosphat-Basis. Alle beschädigten Früchte müssen ebenfalls aus dem Bestand, sonst breiten sich gerade bei feuchtwarmer Witterung Pilzkrankheiten immer weiter aus. Alle zwei Tage geht’s ans Ernten und Ausputzen der Pflanzen.

Vollreife Früchte – Voller Geschmack!

Der Pflückzeitpunkt entscheidet über das Aroma, sagt Tino Hedrich:

"Also ich ernte nur die vollreifen Früchte. Die die unten noch eine helle Spitze haben, lasse ich drinnen. Die Ernte ich dann das nächste Mal mit raus. Das wäre definitiv auch meine Empfehlung, denn eine Vollreife geerntete Frucht ist einfach immer aromatischer, als eine hartreif geerntete."

Tino Hedrich

Bewerten und Verkosten

Da Erdbeeren mit jeder Stunde Lagerzeit an Aroma verlieren, geht’s unmittelbar nach dem Ernten ans Verkosten und Beurteilen der Früchte. Als erstes die Optik, also Farbe, Form und Größe der Früchte. Tino Hedrich und Birgit Rascher starten mit der Sorte ‘Lea‘.
Die fällt von der Fruchtgröße etwas kleiner aus, punktet aber mit einen schönen Rot, viel Glanz und wenig Nüsschen auf der Schale. Im Inneren ist ‘Lea‘ allerdings sehr hell, das ist nicht erwünscht. Geschmacklich ist Lea gut, hat aber sehr weiches Fruchtfleisch. Weiter geht es mit ‘Wädenswil 6‘. Die ist außen fast schon dunkelrot, aber innen ebenfalls eher hell. Dafür punktet sie mit einem schönen Walderdbeeraroma. Zum Lagern ist diese Sorte allerdings nicht geeignet, denn sie ist ebenfalls sehr weich. Weiter geht es mit ‘Sorma 59‘. Sie brachte den höchstens Ertrag, viel geschmacklich allerdings etwas ab. Bei den verschiedenen ‚Berneck–Typen‘ überzeugte ‘Berneck 3‘ am meisten, im Ertrag und im Geschmack!

Versuchsergebnisse im Detail

Alle Ergebnisse des Sorten-Versuchs gibt hier:

Erdbeeren: Versuche im deutschen Gartenbau Format: PDF Größe: 523,13 KB

Kontakt

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)
An der Steige 15
97209 Veitshöchheim

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Telefax: 0931 9801100
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