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Exot in Schwaben Der Lotos als Kübelpflanze

Der Lotos - kaum eine andere Pflanze ist derart symbolträchtig. Sie steht für Reinheit, Unberührtheit und Vollkommenheit, Liebe und Zuneigung, die Nacht oder das Universum.

Stand: 27.04.2018

Lotos | Bild: BR

Die meisten sind sicher: In deutschem Klima wächst kein Lotos, von seinen Blüten kann man daher nur träumen. Auch Werner Wallner zweifelte als er anfing, Lotos in seiner Wassergärtnerei in Kirchheim in Schwaben zu kultivieren.

Die ersten Versuche, die Werner Wallner vor 20 Jahren unternahm, scheiterten. Die Pflanzen haben im ersten Jahr zwar geblüht, von Jahr zu Jahr wurde die Blütenpracht aber weniger. Das Problem: er pflanzte die Rhizome in seinen Teich. Dort überstanden sie zwar die Winter gut und Werner Wallner konnte das Gerücht der nicht vorhandenen Winterhärte wiederlegen, doch Probleme bekamen die Pflanzen dann mit den wechselhaften deutschen Sommern.

Die Lösung für dieses Problem: die Kübelkultur. Denn was Zierpflanzengärtner als sogenannte Wärmesummenregel kennen (erst ab einer bestimmten Anzahl an nicht zusammenhängenden Stunden mit einer bestimmten Temperatur, beginnen Pflanzen sicher zu blühen), gibt es in ähnlicher Weise auch beim Lotos. Erst ab einer bestimmten Anzahl Stunden mit einer Wassertemperatur über 20° C kommt die Pflanze zum Blühen. Und da in den Kübeln viel weniger Wasser ist als etwa in Gartenteichen, erwärmt sich das Wasser in ihnen nach lang anhaltenden Regenfällen und Temperaturabsenkungen, wie sie hierzulande während Eisheiligen oder Schafskälte gang und gäbe sind, einfach deutlich schneller. Dementsprechend schneller und vor allem sicherer ist auch das Erreichen der zur Blüte erforderlichen Mindestwassertemperatur für die nötige Zeit.

Steckbrief: Lotos - Nelumbo

  • Familie: Lotosgewächse - Nelumbonaceae
  • Herkunft: Asien, Indien, Australien
  • Wuchs: sommergrüne Wasserpflanze. Höhe sortenabhängig
  • Blütezeit: Beginn im Juni
  • Standort: sonnig, windgeschützt
  • Vermehrung: Aussaat, Teilen im Frühjahr
  • Überwinterung: dunkel und kalt, kurze Fröste toleriert (Garage)

Und so geht’s:

Man benötigt einen Kübel mit mindestens 20 Litern Fassungsvermögen, etwas guten Gartenboden, Langzeitdünger und natürlich ein gesundes Lotosrhizom.
Als erstes füllt man jetzt den Kübel zu einem Drittel mit Erde. Dann folgt eine Schicht Dünger, der über 5-6 Monate wirken sollte, also über die gesamte Vegetationsperiode des Lotos. Wichtig: Den Dünger in die untere Erdschicht geben, wo er die Rhizome nicht berühren kann. Dann folgt ein weiteres Drittel Substrat. Bevor jetzt das Rhizom in den Kübel kommt, muss die Erde zunächst gründlich und durchdringend eingeschlämmt werden.

Ist der Kübel einmal gefüllt, wiegt er schnell über einen Zentner. Daher lieber dort topfen, wo der Lotos später blühen soll. Jetzt kommt endlich das Rhizom zum Einsatz. Man legt es einfach auf die Erdoberfläche und formt mit der Hand einen Graben, der dieselbe Form hat. In diesen Graben zieht man das gegen Druck empfindliche Rhizom hinein und verschließt ihn im Anschluss gut. Die optimale Zeit zum Pflanzen der Lotosrhizome ist übrigens von Anfang April bis Anfang Juni.

Erfolgreiche Kultur

Trotz anfänglicher Misserfolge umfasst die Lotos-Sammlung mittlerweile über 100 Sorten. Hier die im Beitrag genannten:

  • ‘Schmetterlingstraum‘
  • ‘Roter Jasmin‘
  • ‘Goldener Phönix‘
  • ‘Seidenpapier‘

Kontakt zur in der Sendung vorgestellten Gärtnerei:

Werner Wallner Gartenbau
Mindelzeller Straße 9, 87757 Kirchheim in Schwaben
Telefon: 08266 / 86 21 57
Telefax:  08266 / 86 21 58
E-Mail: post@nymphaion.de


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