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Wollmispel Pflegeleichte Kübelpflanze

Haben sie schon einmal Wollmispeln gegessen? Nein?! Dann wird es aber höchste Zeit! Besonders gut schmecken sie, wenn sie frisch von der eigenen Pflanze geerntet werden. Die zu kultivieren ist nicht weiter schwer…

Stand: 27.11.2015

Wollmispel | Bild: BR

Die Japanische Wollmispel, botanisch Eriobotrya japonica, stammt aus dem östlichen Mittelchina und wächst dort als anspruchsloses Gehölz. In ihrer Heimat zeigen sich die Pflanzen als 5-10 m hohe Sträucher. Doch auch eine Erziehung als Baum mit Stamm und Kronenansatz ist möglich, denn Wollmispeln sind sehr schnittverträglich. Die Pflanzen ertragen Fröste von bis zu -10 Grad problemlos, sind bei uns aber dennoch nicht zuverlässig winterhart. Daher lieber im Kübel halten. Die hohe Frosttoleranz bedeutet für den Gärtner: die Pflanzen dürfen schon ab März, gemeinsam mit Oliven und Oleander, nach draußen und können dort je nach Witterung bis in den November hinein stehen.

Die Gehölze blühen hier bei uns im Winter, also dann, wenn sie eingeräumt wurden. In Winterquartieren ist es aber oft kühl und feucht, auch die Wollmispel bevorzugt im Winter Temperaturen um die 10 Grad. Diese Bedingungen fördern aber leider einen Pilzbefall, meist mit Grauschimmel, Botrytis cineraria. Der Befall tritt vorwiegend an den Blüten auf. Wer nichts dagegen unternimmt, kann schlimmsten Falls im nächsten Mai keine Früchte ernten. Also lieber auf ein vom Fachhandel empfohlenes Fungizid, also ein Pilzbekämpfungsmittel, zurückgreifen.

Sonne satt für leckere Früchte

Der Standort im Sommer ist am besten sonnig. Doch auch mit Schatten kommen die Pflanzen gut zurecht. Nur windexponierte Flächen sollten vermieden werden. Je mehr Sonne die Pflanzen abbekommen, umso intensiver schmecken jedoch die Früchte. Die sind übrigens mit die ersten, die man auf mediterranen Märkten kaufen kann. Bei uns findet man sie leider kaum bis selten. Wollmispeln, Nespoli oder Loquats, wie die Früchte noch genannt werden, sind kaum transportfähig. Sie haben zwar eine schützende Schale, reagieren aber sehr empfindlich auf Druck und werden dann rasch braun. Das sieht einfach nicht so appetitlich aus, ist aber nicht weiter schlimm. Am besten schmecken die Früchte sowieso frisch vom Baum. Und wann wird geerntet?

"Ich spür immer, wann die reif sind, indem ich einfach mal hinlange, wenn sie weich sind und auf Druck ein bisschen nachgeben. Wenn sie so ein bisschen nachgeben, dann lassen sie sich auch ganz leicht lösen."

Querbeet-Kübelpflanzen-Expertin Maria Sansoni

Aussaat

Die Kerne der Früchte nicht wegwerfen! Ihre Aussaat ist nicht weiter schwer. Nachdem sie gewaschen wurden, legt man sie in kleine Schälchen im Abstand von 3-4 cm ab. Dazu einfach mit Pikierstab oder Finger Löcher bohren, die Samen hineingeben und abdecken. Da die Samen so groß sind, muss man hier kein feinkrümeliges Aussaatsubstrat verwenden. Normale Kübelpflanzenerde genügt. Am Schluss am besten mit einem Fungizid gegen Welke- und Umfallkrankheiten angießen (gibt’s im Handel), ansonsten könnten die Pflänzchen nach dem Keimen wieder eingehen, da sie empfindlich gegen Bodenpilze sind. Zum Schluss dann alles noch mit Frischhaltefolie oder einer Glasscheibe abdecken. So bleibt die Luftfeuchte um die Samen besonders hoch, was die Keimung und das erste Wachstum begünstigt.

Im Alter…

…neigen die Pflanzen zu Blattverbräunungen von den Spitzen her. Ursachen dafür können Salz- oder Trockenschäden sein. Das passiert, wenn die Erde zu trocken oder die Düngerkonzentration zu hoch war. Abhilfe schafft hier eine Speichererweiterung für Wasser und Dünger, sprich Umtopfen. Umgetopft wird alle 2-3 Jahre. Wer wenig Platz hat, kann stattdessen auch einfach nur in regelmäßigen Abständen die Erde erneuern. In beiden Fällen dafür aber bitte hochwertige Kübelpflanzenerde verwenden. Diese bleibt besonders lang stabil und besticht durch gute Luft- und Wasserführung. Für den Nährstoffnachschub sorgt ein Langzeitdünger.

Tipp:

Wem es mehr um den Fruchtgeschmack als ums Beim-Aufziehen-Zusehen geht, kann sich eine veredelte Wollmispel zulegen. Die Unterlage ist meist eine Quitte und die Veredlung eine auf Fruchtgeschmack getrimmte Sorte. Zu finden sind solche Pflanzen in gut sortierten Kübelpflanzengärtnereien.

Kontakt zur vorgestellten Gärtnerei

Flora Mediterranea
Königsgütler 5,
84072 Au/Hallertau
Mail: info@floramediterranea.de
Telefon: +49 (8752) 1238
Telefax: +49 (8752) 9930