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Der Spitzwegerich Arzneipflanze des Jahres 2014

Spitzwegerich wächst entlang von Straßen, Feldern und Wiesen. Das Wort Wegerich stammt wohl von "Wega und "Rich", was so viel wie Weg und König bedeutet. Man könnte den Spitzwegerich deshalb wohl auch als König der Wege bezeichnen.

Stand: 27.10.2014

Spitzwegerich | Bild: BR

Betrachtet man die Inhaltsstoffe seiner Blätter, hat der Spitzwegerich durchaus eine Krone verdient. So enthält das Grün unter anderem antibakteriell wirkendes Aucubin, Gerbstoffe, Flavonoide, Saponin, Kieselsäure, Mineralstoffe wie Zink und Kalium und wertvolle Schleimstoffe.

Diese können eine Art schützenden Film über den Schleimhäuten von Mund und Rachen bilden und damit zum Beispiel Hustenreiz lindern. Wenn man auf einer Wanderung oder im Garten von einem Insekt gestochen wird, kann man sich ein paar Blätter des Spitzwegerichs sammeln, diese zerreiben bis der Saft austritt und diesen auf den Stich geben. Die Inhaltsstoffe bewirken, dass der Stich sich nicht entzündet und gut abheilt. Um auf seine wertvollen Inhaltsstoffe aufmerksam zu machen, kürte der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg den Spitzwegerich zur Arzneipflanze des Jahres 2014.

Steckbrief: Spitzwegerich - Plantago lanceolata

Familie: Wegerichgewächse - Plantaginaceae
Herkunft: heimische, krautige Pflanze
Wuchs: Blattrosette, Blätter 10 bis 20 Zentimeter lang, deutliche Blattrippen
Blütezeit: Mai bis Oktober, unscheinbare walzenförmige, ährige Blüten
Standort: in Wiesen, entlang von Wegen, fast auf jedem Boden
Vermehrung: durch Aussaat

Kaufen oder selbst sammeln?

Aus den Blättern des Spitzwegerichs lässt sich ein frischer Presssaft gewinnen, diesen wiederum kann man pur oder verdünnt zu sich nehmen oder zu Sirup weiterverarbeiten. Den höchsten Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen haben die jungen Blätter des Spitzwegerichs. Besonders der Wirkstoff Aucubin ist im älteren Grün nur in geringerer Konzentrationen vorhanden. Im professionellen Anbau schneidet man die Rosetten regelmäßig, dadurch treibt der Spitzwegerich ständig neu aus. Drei bis vier Ernten sind beim Feldanbau jedes Jahr möglich. Sammelt man die Blätter selbst, sollte man gezielt junge Blätter wählen. Verwechseln kann man den Spitzwegerich übrigens kaum. Er hat sehr ausgeprägte Blattrippen auf der Blattunterseite, die man nicht nur sehen, sondern auch fühlen kann. Ernten sollte man Spitzwegerich aber nur abseits von Straßen oder von Plätzen, an denen Hunde unterwegs sind, empfiehlt Nutzpflanzen-Expertin Barbara Krasemann, die die Blätter vorwiegend im eigenen Garten pflückt.


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