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Physalis Von Andenbeere und Ananaskirsche

Lust auf Ananas, Mango und Melone, ohne lange Transportwege? Dann sind Ananaskirsche und die nah Verwandte Andenbeere genau das richtige. Sie schmecken wie ein exotischer Fruchtmix und reifen auch in Bayern.

Stand: 01.04.2016

Physalis | Bild: BR

Beide gehören zur selben Pflanzenfamilie, zu den Nachtschattengewächsen, sind also verwandt mit Tomate und Aubergine. Damit die Pflanzen gut tragen, muss man sie bereits jetzt aussäen, rät Birgit Rascher von der Bayerischen Landesanstalt für Gartenbau in Bamberg. Die Kultur ist bei Andenbeere und Ananaskirsche gleich.

Anbautipps für die Exoten

Die ideale Keimtemperatur liegt bei 20-24 Grad. Gleichmäßig feucht gehalten, spitzen innerhalb von sieben Tagen die ersten Sämlinge aus der Erde. Vier Wochen später scheinen die Pflanzen aus ihren Saatkisten springen zu wollen. Zeit zum Umziehen. Mindestens 10 Zentimeter groß sollten die neuen Töpfe sein. Vorsichtig trennt Birgit Rascher die Wurzeln. Die kräftigsten Pflanzen setzt sie einzeln in Töpfe. Andenbeeren sind Warmduscher. Auf kaltes Gießwasser reagieren sie mit verzögertem Wuchs.

Im Bamberger Versuchsbetrieb verwendet Birgit Rascher deshalb temperiertes Wasser. Ende Mai sind die Eisheiligen vorbei, die Pflanzen dürfen dann ins Freie, ins Beet. Bei den Andenbeeren empfiehlt es sich, etwas Hornspäne mit einzuarbeiten. Die Ananaskirschen hingegen bleiben im Beet ohne Dünger. Sie schieben sonst zu viel Laub und bilden weniger Früchte. Bei der Kultur im Topf darf auch die Ananaskirsche etwas Dünger bekommen.

Wer sich in Sachen Tomaten und Auberginen auskennt, sollte auch mit diesen süßen Früchtchen keine Schwierigkeiten beim Eigenanbau haben. Auf dem Balkon oder der Terrasse fühlen sich die Wärme liebenden Pflanzen besonders wohl. Hier sind sie vor kaltem Wind und kühlen Nächten relativ geschützt. Stellt man die Töpfe nah an die Hauswand, strahlt diese nachts die gespeicherte Sonnenwärme des Tages ab und schafft so ein ideales Mikroklima für Andenbeere und Co. Nachtschattengewächse gehörten zu den wahren Sonnenanbetern, denn nur bei ausreichend Sonnenlicht und Wärme können sie viele schmackhafte Früchte entwickeln. Auch bei der Topfgröße und der Erde sollte nicht gespart werden. Fünf bis zehn Liter Erdvolumen sollte das Gefäß fassen.

Die Andenbeere, Physalis peruviana

Der botanische Name der Andenbeere ist Physalis peruviana. Andenbeere heißt sie wegen ihrer Herkunft aus Südamerika. Die Bezeichnung Kapstachelbeere weist auf die Tatsache hin, dass sie vermehrt in Südafrika angebaut wird. Aber auch in unseren Gärten ist sie immer öfter zu finden, dort erreicht sie Höhen von bis zu einem Meter. Kommt der erste Frost, muss sie allerdings nach drinnen, im Idealfall in den Wintergarten. Dort bekommen die Früchte dann ausreichend Licht zum Ausreifen und können von Juli bis weit in den Winter geerntet werden. Und das ist schon was Besonderes, pflückfrisches Obst im Winter! Besonders große Früchte liefert die Auslese ‚Schönbrunner Gold‘, sie wird deshalb auch im Erwerbsanbau bevorzugt.

Steckbrief: Andenbeere - Physalis peruviana

Familie: Nachtschattengewächse - Solanaceae
Herkunft: Peru
Wuchs: einjähriger Strauch, aufrecht, buschig, bis 1,5 m hoch
Blüten: gelblich-grün, giftig
Früchte: kirschgroße, orangefarbene Früchte, Geschmack nach Kiwi und Stachelbeere oder auch einer Mischung nach Mango, Ananas und Melone
Standort: sonnig und warm, in kühlen Regionen reifen die Früchte schlecht aus
Verwendung: essbare, dekorative Frucht für Obstsalat, Kuchen, Dekoration

Die Ananaskirsche, Physalis pruinosa

Die Ananaskirsche oder auch Erdkirsche, botanisch Physalis pruinosa, ist reif, wenn ihre Früchte zu Boden fallen, daher auch ihr Name. Alles in allem eine sehr robuste und pflegeleichte Pflanze, die mit einer Höhe von 50 Zentimetern sehr klein bleibt.

Steckbrief: Ananas- oder Erdkirsche - Physalis pruinosa

Familie: Nachtschattengewächse - Solanaceae
Herkunft: Peru
Wuchs: einjähriger Strauch, aufrecht, buschig, bis 50 cm hoch
Blüten: gelblich-grün, giftig
Früchte: ca. 1 cm groß, gelb-beige Früchte, sehr süß im Geschmack, etwas nussig und viel aromatischer als die große Andenbeere
Standort: sonnig und warm
Verwendung: essbare, dekorative Frucht für Obstsalat, Kuchen, Dekoration