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Akelei Wilde Schönheit

Botaniker nennen sie Aquilegia vulgaris, also Gewöhnliche Akelei. In Italien heißt sie 'amore nascosto', übersetzt: heimliche Liebe. Denn im Mittelalter war die Akelei eine bekannte Liebeszauberpflanze. Mit der Treue nimmt es die einstige Liebespflanze aber nicht so genau, gerne wandert sie von Ort zu Ort und hinterlässt dabei unzählige Nachkommen.

Stand: 10.04.2015

Akelei | Bild: BR

Einmal in den Garten gepflanzt, erobert sich die Akelei, wenn man sie lässt, Stück für Stück das Terrain. Ansprüche an Boden und Licht stellt sie nicht, gedeiht auf schweren wie sandigen Böden, ebenso wie in voller Sonne oder auch im Schatten.

Die erfolgreiche Ausbreitungsstrategie hat ihre Grundlage in der Ausbildung von massenhaft Saatgut. Ist dieses reif, öffnen sich die Früchte und die Samen verstreuen sich im Umkreis von mehreren Metern. Innerhalb weniger Wochen keimt es, ein bis zwei Jahre später zeigen sich dann die Blüten. So willig vermehren sich leider – oder auch zum Glück – nicht viele Gartenpflanzen. Denn möchte man nicht, dass die Akelei andere grüne Bewohner verdrängt, muss man regulierend eingreifen. Dazu lässt man nicht alle Fruchtstände ausreifen, sondern entfernt die meisten direkt nach der Blüte. Einige Samenstände kann man stehen lassen und im Auge behalten.

Färben sich die Früchte braun und beginnen sich zu öffnen, ist es Zeit für die Ernte. Das frische Saatgut noch nachtrocknen lassen und dann bei Bedarf aussäen. Dabei die Samen einfach mit einer Glasscheibe oder Klarsichtfolie abdecken, denn die Akelei gehören zu den Lichtkeimern. Scheibe und Folie sorgen dafür, dass das Saatgut während dem Keimen nicht austrocknet. Welche Blütenfarbe die daraus entstehenden Pflanzen später zeigen, ist eine Überraschung. So kann eine rosablühende Mutterpflanze durchaus blau, weiß oder auch dunkelrosa blühende Kinder hervorbringen.

Zart in der Jugend, kräftig im Alter!

In der Jugendphase haben es Akelei nicht besonders eilig, vom Samenkorn bis zur ersten Blüte können durchaus zwei Jahre vergehen. Sind die Pflanzen gut bestockt, haben also ausreichend Laub gebildet, kann man sie auspflanzen. So zart und schüchtern Akelei in ihrer Jugendphase wirken - ausgepflanzt bilden sie innerhalb von zwei bis drei Jahren kräftige, fleischig-zähe Wurzelstöcke, die durchaus 30 bis 40 Zentimeter in den Boden ragen können. Einmal etabliert, braucht es rohe Gewalt und viel Kraft sie von unerwünschten Standorten wieder zu entfernen. Und noch etwas: So schön die Pflanzen während der Blüte auch sind, eines sollten vor allem Familien mit Kindern und Haustierbesitzer beachten: Akelei gehören zu den Hahnenfußgewächsen, botanisch Ranuculaceae, und sind wie viele Vertreter dieser Familie in allen Teilen giftig.

Traumhafte Kombinationen

Da die Akelei innerhalb weniger Wochen verblüht sind, ist es wichtig die Beete mit weiteren Gewächsen zu bestücken, die vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein Farbe in den Garten bringen. Zusammen mit Akelei gedeihen zum Beispiel Zwiebelgewächsen, wie Schneeglöckchen, Tulpe und Co., denn ist deren Blüte vorbei, verdeckt das Laub der Akelei die unansehnlich werdenden Blätter der Frühlingsblüher. Zeitgleich mit den Akelei blühen Stauden wie Tränendes Herz, Flockenblume, Mohn und auch Zierlauch. Da all diese Pflanzen unterschiedliche Blüten- und Blattstrukturen besitzen sind sie gute Pflanzpartner.

Nachfolgend blühende Stauden wie Taglilien, Storchschnabel, Frauenmantel, Ziersalbei oder Sonnenbraut eignen sich, um einen sommerlichen Blütenaspekt im Beet zu erhalten, zudem deckt das Laub dieser Gewächse die langsam vergilbenden Blätter der Akelei ab. In Bereichen, in denen die Akelei sehr dicht auftreten, kann man bereits während der Blüte einen Teil des Laubes entfernen, denn lichthungrige Gewächse wie Taglilie und Co. können sonst kaum richtig durchtreiben, verhungern regelrecht unter dem dichten Laub der Akelei.


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