BR Fernsehen - Querbeet

Lerchensporn Frühjahr-Sommer

Blühen, wenn es kalt ist? Waldbewohner wie Lerchensporn haben keine andere Wahl! Im Sommer gäbe es für sie unter den dicht belaubten Bäumen kein Licht zum Wachsen mehr!

Stand: 01.04.2016

Corydalis | Bild: BR

Fest verwurzelt und doch wandermütig

Die Samen vom Lerchensporn werden durch Ameisen verbreitet (=Myrmekochorie). Das funktionert nur, weil an den Samen ein sogenanntes Elaiosom bzw. Ameisenbrit hängt. Das ist ein fett- und zuckerreiches Anhängsel an Samen, das die Tiere zum Fressen gern haben. Der Vorteil für die Pflanzen: durch die Ameisen verschleppt, keimen die Samen entfernt von der Mutterpflanze und bilden neue Kolonien. Klappt das nicht, fallen sie vor Ort zu Boden und sorgen so für die Verbreitung ihrer Art.

Hier die im Beitrag vorgestellten Arten:

Corydalis malkensis – Weißblühender Lerchensporn

cremefarben bis weiße Blüten, Blütezeit III-IV (teilweise schon im Februar!), wird 20 cm hoch und 15 cm breit, etabliert sich nur langsam, mag humose Böden und Schatten bis Halbschatten, ist ansonsten aber problemlos in Gärten zu kultivieren, blüht besonders reich

Corydalis solida – Gefingerter Lerchensporn

Blüht lilarosa/rosarot, Blütezeit III-IV(V) wird 20-30 cm hoch und breit, bevorzugt schattige bis halbschattige Stellen mit humosen, frischen Böden

Corydalis solida ‘Frodo‘

Blüht weiß mit lila Spitzen, Blütezeit IV-V. Ansprüche siehe Art.

Corydalis solida ssp. transsilvanica – Transsilvanischer Lerchensporn

rote Blüten mit Duft, Blütezeit (III)IV-V, wird 15 cm hoch und 20 breit, mag humose, frische Böden und Schatten bis Halbschatten

Corydalis elata– Hoher Lerchensporn

blüht stahlblau, Blütezeit VI-VII, wird 30-40 cm hoch und breit, mag feuchte, humose Böden in schattigen und halbschattigen Lagen; wenn er sich wohlfühlt, bildet er Ausläufer und dementsprechend dichte Bestände

Corydalis ophiocarpa – Schlangenfrüchtiger Lerchensporn

blüht schwefelgelb, Blütezeit VI-VII, verträgt mehr Sonne als andere Arten, hat an den Boden aber dieselben Ansprüche

Obacht!

Lerchensporne (zumindest die meisten) ziehen nach der Blüte ein. Damit dann keine Lücken im Beet entstehen, unbedingt für nachfolgenden Beetschmuck sorgen. Ideal geeignet sind Wald- und Waldrandstauden wie Astilbe, Hosta, Farne, Astrantia, Thalictrum, Aruncus, etc.. Dabei natürlich darauf achten, dass es dann nicht nur im Sommer weiterblüht, sondern im Idealfall bis in den Herbst – winterliche Aspekte mit eingeschlossen!

Werden die Bestände egal welcher Art doch mal zu dicht, kann man die Lerchensporne ausdünnen, teilen und an einer für sie geeigneten Stelle erneut einpflanzen.