BR Fernsehen - Querbeet


142

Hauswurz Erste-Hilfe-Pflanze

Felsig, heiß, trocken: Was für viele Gartenpflanzen ein Todesurteil wäre, ist für Hauswurz der ideale Standort. Denn ihre Heimat sind die Gebirgsregionen der nördlichen Erdhalbkugel.

Stand: 02.06.2014

Hauswurz - Sempervivum | Bild: BR

Bietet man ihnen einen passenden Platz, in einem Steingarten, auf einer Mauerkrone oder auch in Gefäßen, kann man viele der 60 verschiedenen Sempervivum-Arten und unzähligen Sorten lange Zeit erfolgreich kultivieren.

'Ewig Leben' was der Gattungsname andeutet, können aber auch die Hauswurz nicht. Denn kommt eine Pflanze zur Blüte, stirbt diese anschließend ab. Die umgebenden Tochterrosetten schließen die entstehenden Lücken allerdings zügig, dass der Eindruck von 'ewig lebenden' Pflanzen entsteht. Im Steingarten garantiert ein gut drainierter Boden den Hauswurz ein langes Leben, denn überschüssiges Wasser kann schnell ablaufen. Ein sandig-lehmiges Substrat sichert den Wurzeln eine ausreichende Luftzufuhr. Damit der Wurzelhals stets gut abtrocknen kann und damit vor Fäulnis geschützt ist, die Pflanzen keinesfalls zu tief setzen.

Nützliche Schönheit

Für ihren Steingarten im mittelfränkischen Dixenhausen hat Barbara Krasemann verschiedene Arten und Sorten ausgewählt. Nicht nur aufgrund der attraktiven Farbe und Form, sondern auch aus ganz praktischen Gründen. Denn schon in alten Kräuterbüchern steht geschrieben: "Übrigens …eine edle, heilsame Pflanze ist und bleibt sie …und sie soll wirklich in keinem Hause fehlen. Als Mittel gegen Fieber, sowie auch kühlend und heilend für schlimme Brandwunden, preise ich besonders ihren reichlich klaren Saft. Das sollt Ihr Euch merken…: Wer edle Hauswurz hält in Ehren, der kann wohl manchem Übel wehren!"

Eine Erfahrung die Barbara Krasemann teilt, die Hauswurz ist eine ihrer wichtigsten Erste-Hilfe-Pflanzen, das Gel im Inneren der Blätter lindert Insektenstiche oder kühlt Sonnenbrände und hilft bei roten Quaddeln nach einem unfreiwilligen Kontakt mit Brennnesseln. Um immer einen kühlenden Vorrat im Haus zu haben, stellt die Gärtnerin eine Salbe aus Hauswurzblättern her. Das Grünmaterial dafür kann man von April bis Oktober ernten, während dieser Zeit enthalten die Blätter viele wertvolle Schleim- und Gerbstoffe.

Salbe herstellen

Zutaten:

  • Hauswurzblätter
  • 80 ml Jojobaöl
  • 80 ml Olivenöl
  • 12 g Kakaobutterpellets
  • 8 g Bienenwachspellets
  • Lavendelöl

16 bis 20 Hauswurz-Blätter braucht man. Damit sich die Inhaltsstoffe aus diesen gut lösen, schneidet man sie am besten klein. Dann geht es an die Herstellung eines Öl-Auszugs. Dazu gibt man je 80 Milliliter Jojoba- und Olivenöl zu den Blättern.

Jetzt darf die Hauswurz in dem Öl 20 Minuten ganz leicht köcheln, damit die Inhaltsstoffe in das Öl übergehen. Während dieser Zeit verdunstet auch das aus den Blättern austretende Wasser, die Haltbarkeit der fertigen Salbe erhöht sich. Sind die ausgelaugten Pflanzenteile abgesiebt, wird das Öl erneut erhitzt. 12 Gramm Kakaobutter- und 8 Gramm Bienenwachspellets gibt man anschließend zu den 160 Millilitern Öl. Je nach gewünschter Konsistenz kann man hier variieren. Je höher der Anteil an Kakaobutter und Bienenwachs, desto fester wird die Salbe nach dem Abkühlen. Für einen angenehmen Duft sorgen einige Tropfen Lavendelöl. Dieses kurz in die Masse einrühren, dann sofort Portionieren. Sobald die Masse erkaltet, wird sie fest und lässt sich nicht mehr so leicht Abfüllen. Kleine, fest verschließbare Tiegel oder Gläser eignen sich am besten. Damit die Salbe lange hält, sollte man die Gläschen später an einem kühlen und dunklen Platz aufbewahren.

Die Salbe mit den wertvollen Inhaltstoffen der Hauswurz hilft bei leichten Verbrennungen, Sonnenbrand und auch Insektenstichen. Kühlt, wirkt beruhigend und lindert Schwellungen.


142