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Magnolien an der Rott Ein Privatgarten in Niederbayern

Zum Ende des Winters schlagen die ersten Bäume aus. Andere Gehölze wie die Tulpen-Magnolie gedulden sich damit noch etwas länger, sie öffnen erst einmal ihre Blüten. So auch in einem Privatgarten im Niederbayerischen Ruhstorf an der Rott.

Stand: 04.03.2013

Magnolie | Bild: BR

Vor allem nicht-heimische Gehölze prägen diesen Garten. Eine bewusste Entscheidung, könne man die heimische Flora doch ohnehin viel besser beim Spaziergang durch die Landschaft genießen, so der Gartenbesitzer.

Gehölzraritäten im Arboretum

So entstand ein Arboretum voller Gehölzraritäten, gestaltet wie ein englischer Landschaftspark mit einer Fläche von 1,2 Hektar. Doch nur ein Stil wäre zu langweilig für einen Garten dieser Größe: Daher verwischen im Norden der Anlage die Grenzen zwischen Landschaftspark und Nutzgarten. Hier wächst Gemüse neben Felsenbirne und Blutpflaume.

Das Gartenparadies hat Hermann Maier gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Sophie Rottenberger aus dem Boden gestampft. Weder sie noch Hermann Maier hatten früher viel Ahnung vom Gärtnern. Besuche in vielen Anlagen und das Wälzen dicker Gartenbücher halfen ihnen, ihren Traumgarten zu gestalten. Musste früher die ein oder andere Neupflanzung "umziehen", weil der Standort doch nicht passte, pflanzen sie heute zielsicher. Auch wenn der Garten schon fast voll ist, auf 1,2 Hektar findet sich stets ein Platz für Neuankömmlinge.

Einmal ausgraben und aufziehen, bitte!

Sophie Rottenberger teilt Hermann Maiers Begeisterung und Faszination für die Welt der Gehölze, liebt besonders Magnolien. Einige davon säen sich von selbst im Garten aus, passen aber nicht ins Gestaltungskonzept. Sophie Rottenberger hat ihre ganz eigene Art, damit umzugehen. Denn, die Sämlinge ausreißen und entsorgen, das brächte sie nicht übers Herz. So gräbt Sophie Rottenberger alle Sämlinge, die ihr zwischen die Finger kommen aus, topf sie ein und päppelt sie liebevoll auf. Nach einigen Jahren werden die Jungpflanzen dann an Freunde und Bekannte weitergegeben. Voraussetzung: der neue Garten muss so groß sein, dass sie ihre Magnolien in guten Händen weiß.

Oder doch lieber eingraben?!

Es gibt nicht allzu viele Magnolien, die sich über Sämlinge vermehren lassen. Die meisten anderen Arten bedürfen einer vegetativen Vermehrung. Dafür gibt es zahlreiche Methoden. Hermann Maier hat mit Absenkern gute Erfahrungen gemacht. Dazu sucht man sich einen Ast, der tief über dem Boden hängt. Der Ast wird dann einfach eingegraben und mit Krampen fixiert. Wichtig ist, dass sich der Ast später nicht mehr bewegen kann, damit er nicht mehr verrückt werden kann, weil sich sonst keine Wurzeln bilden. Dann gibt man etwas Erde drauf.

Das Ganze noch mit einem Stein fixieren und angießen. Das Absenken ist eine langwierige dennoch aber eine erfolgreiche Angelegenheit. Nach ein bis zwei Jahren ist der Absenker bewurzelt und man kann ihn von der Mutterpflanze trennen.


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