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Saint Jean de Beauregard Ein Küchengarten in Frankreich

28 Kilometer südlich von Paris liegt die Domaine de Saint Jean de Beauregard, mit Schloss und Park aus dem 17. Jahrhundert. Hinter einer Mauer versteckt liegt der 'Potager', ein Gemüsegarten, der jedes Gärtnerherz höher schlagen lässt.

Stand: 20.02.2015

Saint Jean de Beauregard | Bild: BR

1985 übernahm das Ehepaar de Curel das heruntergekommene Anwesen. Bald darauf begannen sie mit der Sanierung von Gebäuden und Gärten. "Ich liebe Blumen, mein Mann kennt sich mit Obstbäumen aus und unser Gärtner ist früher Gemüsebauer gewesen. Ohne die beiden wäre mir das nie gelungen!" erzählt Muriel de Curel.

Pläne aus dem 17. Jahrhundert halfen bei der Rekonstruktion des 'Potager', des Gemüsegartens. Angelegt wurde dieser nach dem Vorbild des königlichen Gemüsegartens in Versailles. Spalierbäume grenzen die Kulturflächen ab und schützen vor kalten Winden. Hier reifen historische Erdbeersorten wie 'Mara de Bois' oder 'Marie Charlotte'. Zwei Hektar groß ist der 'Potager', aufgeteilt durch ein klassisches Wegkreuz, in dessen Mitte ein Wasserbecken liegt.

Gemüse im Wechsel

Durch die Wegeführung ergeben sich vier Felder. Die sind ihrerseits wieder durch Rasenflächen in vier Quadrate unterteilt. Madame de Curel bepflanzt den Gemüsegarten nach dem Prinzip einer Vier-Felder-Wirtschaft. Blatt-, Wurzel-, Hülsengemüse und Klee wechseln sich ab. Klee dient als Gründünger, dadurch bleibt der Boden fruchtbar und laugt nicht aus. Das Sprichwort ‚wie am Schnürchen‘ bekommt hier eine wörtliche Bedeutung. Gespannte Schnüre zeigen die Pflanzlinien an. 35 Zentimeter beträgt der Abstand von Kohlsetzling zu Kohlsetzling, 50 Zentimeter liegen die einzelnen Reihen auseinander. Für einen guten Bodenschluss werden die Setzlinge gut angedrückt und anschließend reichlich gegossen.

Zwei bis drei Liter Wasser bekommt jeder Kohl. Diese großzügige Menge schlemmt die umgebende Erde an die feinen Wurzeln und schließt letzte Luftkammern. Die Pflanzen können jetzt schnell neue Feinwurzeln bilden und weiter wachsen. Bei Pflanzen mit viel Blattmasse, wie bei Mangold, kürzt man die Blätter ein, das reduziert die Verdunstung und fördert das anwachsen.

Gemüse gerahmt von Blumen

Die Gemüseflächen sind umgeben von Sommerblumen. Jedes Quadrat in einer anderen Farbe, in Gelb, in Pink, Weiß und Blau. Vom ‚Potager‘ gelangt der Besucher in den Schnittblumengarten, dessen Beete von Buchs gesäumt sind. Die Erde der Blumenbeete bedeckt Madame de Curel im Herbst mit einer Eigenmischung aus Laub, Mist und Kompost. Zu Beginn des Sommers ist das organische Material umgesetzt, die frei gewordenen Nährstoffe lassen die Stauden kräftig wachsen und sorgen für eine prachtvolle Blüte! Am Rand des Schnittblumengartens entdeckt man drei Erdgewächshäuser. Diese halb versenkten Glasbauten profitieren von der im umliegenden Boden gespeicherten Wärme. Sie heizen sich schnell auf und kühlen nicht so leicht aus. Madame de Curel zieht hier Sommerblumen und Gemüse. Kultiviert wird direkt auf den Tischen, in einer handbreiten Erdschicht. Sind die Pflanzen groß genug, lockert man die Substratschicht und zieht die Gewächse heraus.

Für Gäste jeden Alters …

Blaue Kartoffeln, schwarze Tomaten - Kinder aus der Stadt bestaunen häufig mit offenem Mund die hier angebauten Gemüse. Regelmäßig führt Madame de Curel Schulklassen durch den 'Potager'. Ihr Ziel ist es, die Vielfalt des Gemüses zu bewahren. Umgeben ist der Gemüsegarten von einer drei Meter hohen Mauer, an der im Süden Kiwi und Wein emporranken. Die tagsüber von der Mauer aufgenommene Sonnenenergie wärmt die Pflanzen in der Nacht. Ein Mikroklima, das auch in der Nordhälfte Frankreichs, im 'Potager' von Saint Jean de Beauregard, die Ernte von süßen Tafeltrauben und frischen Kiwis ermöglicht.

Kontakt:

Domaine de Saint-Jean de Beauregard
Rue du Château
91940 SAINT-JEAN DE BEAUREGARD
Mail: info@domsaintjeanbeauregard.com


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