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Ökologisch-Botanischer Garten Präriegarten in Bayreuth

Die Prärie liegt in Oberfranken. Genauer in einem Teil des Ökologisch-Botanischen Gartens Bayreuth. Wer sich für pflegeleichte und dennoch abwechslungsreiche Staudenpflanzungen interessiert, sollte sich hier einmal genauer umschauen ...

Stand: 07.10.2016

Von der Hochgras- zur Kurzgrasprärie

In der Hochgrasprärie sind Besucher kaum zu sehen. Auf nährstoffreichem Boden dominieren hier hohe Stauden und Gräser, wie das Gambagras (Andropogon gerardii). Je weiter es in den Prärien Nordamerikas gen Westen geht, desto trockener wird es. Diesen Verlauf hat man in Bayreuth nachgebildet. Und gerade bei den trockeneren Böden finden sich kleinere Pflanzenarten, die auch für den Hausgarten infrage kommen. Sofern dieser in der vollen Sonne liegt. Und sofern man den richtigen Boden hat bzw. diesen entsprechend vorbereitet. In Bayreuth besteht das Gemisch aus 80% Sand und 20% Kompost. Der Boden ist durchlässig und gewässert wurde hier nur bei der Pflanzung.

Gregor Aas mit invasiver Goldrute

"Das ist eben der große Vorteil dieser Vegetation, dass sie an ganz trockene, heiße Bedingungen angepasst ist. Je trockener, je wärmer, desto üppiger entwickelt sie sich."

Gregor Aas

Eryngium - Mannstreu

Durch diese schwierigen Bedingungen fällt es auch unerwünschten Pflanzen hier schwer zu keimen. Und wenn, lassen sie sich gut aus dem Sandboden entfernen. Gemäht wird nur einmal im Jahr, im Frühjahr. Den Winter über setzen die trockenen Fruchtstände von Sonnenhut oder Mannstreu Akzente.

Augen auf bei den Pflanzen ...

Bei der Pflanzenauswahl sollte man jedoch genau hinschauen. Denn nicht alle Präriebewohner bleiben in den Beeten. Die Erfahrung macht man auch in Bayreuth. Etwa einige Arten der Goldrute, die viele Samen bilden, die wiederum weit fliegen. Landen sie auf einem geeigneten Standort, keimen sie und breiten sich dann im Laufe der Zeit über Ausläufer aus. So können sie die ein oder andere Pflanzenart verdrängen. Im Garten lässt sich die Pflanze einigermaßen im Zaum halten, wenn man sie jedes Jahr mit dem Spaten begrenzt. Schwierig wird sie aber in der freien Landschaft. Dort kann sie als invasive Art besonders an Gewässern zum Problem werden. Für den Hausgarten sollte man generell nur solche Pflanzen wählen, die an Ort und Stelle bleiben. Auch von der Goldrute gibt es entsprechende Sorten.

Hier eine kleine Auswahl geeigneter Präriepflanzen:

Stauden:

Missouri-Sonnenhut

  • Aster novae-angliae in Sorten - Raublatt-Aster
  • Aster ericoides in Sorten – Myrten-Aster
  • Aster oblongifolius -
  • Rudbeckia missouriensis – Missouri-Sonnenhut
  • Ruellia humilis - Ruellie
  • Solidago rugosa ´Fireworks´ - Goldrute (Gartenform, breitet sich nicht unkontrolliert aus)
  • Echinacea pallida - Scheinsonnenhut
  • Echinacea paradoxa (gelb) - Scheinsonnenhut

Gräser:

  • Bouteloua gracilis – Moskitogras
  • Eragrostis spectabilis – Purpur-Liebesgras
  • Panicum virgatum in Sorten – Ruten-Hirse
  • Sorghastrum nutans – Gelbes Indianergras

Buchtipp:

Präriegarten - faszinierend und stimmungsvoll
von Laurence Machiels
erschienen im Ulmer Verlag

Viele Beispiele zu Prärien im Garten und im öffentlichen Grün, von den Ursprüngen, über Gestaltung und Bodenvorbereitung bis hin zur Pflanzenauswahl. Daraus stammen auch die oben genannten Pflanzenbeispiele.

Kontakt:

Ökologisch-Botanischer Garten
Universität Bayreuth

Universitätsstraße 30
95447 Bayreuth

täglich geöffnet außer samstags