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Canna Farbe für Balkon und Terrasse

Nur braune, verwelkte Blätter, kaum Grün – tot ist diese Pflanze nicht, sie ruht. Einmal geweckt wächst das Indische Blumenrohr von Null auf 200 Zentimeter in wenigen Monaten. Das Geheimnis: Unterirdisch lagern große Kraftreserven.

Stand: 26.02.2016

Canna | Bild: Bayerischer Rundfunk

Beginnt die Saison, verrät Gartenbau-Ingenieur Till Hägele, zapft das Blumenrohr, botanisch Canna, diese Speicher an. Die Pflanze muss zum Austreiben also nicht erst Wurzeln bilden, sondern ernährt sich aus den fleischigen Rhizomen. Jetzt ist Zeit diese zu Teilen. Dazu verwendet Till Hägele ein scharfes Messer und teilt den Wurzelballen einfach in der Mitte. Möchte man für mehr Nachwuchs sorgen, kann man den Ballen noch weiter teilen und dann einzelne Rhizome einpflanzen. Aus jedem gesunden Rhizom wächst im Laufe von zwei bei drei Jahren wieder eine üppige Kübelpflanze heran.

Pflanzung und Pflege

Wer noch keine Canna hat, kann sich in den kommenden Wochen im Fachhandel umsehen. Im Frühjahr findet man die Pflanzen in Gärtnereien und Gartencentern häufig in Form von nackten Rhizomen. Also nur die Speicherorgane, ohne Wurzeln. Die Rhizome sollten sich beim Kauf fest anfühlen und keine braunen oder matschigen Flecken haben. Gesunde Rhizome pflanzt man etwa 10 cm tief in einen Kübel mit nährstoffreicher Blumenerde, die Erde vorher am besten mit einem Drittel Lehm mischen. Till Hägele gibt zusätzlich eine gute Handvoll Langzeitdünger mit ins Substrat. Der versorgt die Pflanzen in den nächsten Monaten mit ausreichend Nährstoffen.

Den Kübel dann an einen hellen, geschützten Standort stellen, idealerweise bei einer Temperatur von 12°C bis 15°C, und anfangs nur sparsam gießen. Spitzen die ersten Blätter aus dem Boden, brauchen die schnell wachsenden Pflanzen bald viel Wasser. Sobald kein Frost mehr droht, ab Mitte Mai etwa, kann man den Kübel ins Freie stellen oder die Canna an einen sonnigen Platz ins Beet verpflanzen.

Gut durch den Winter

Im Herbst schneidet man die Stiele bis 10 cm über dem Rhizom herunter. Die Rhizome aus dem Kübel oder dem Beet herausnehmen und eventuelle Faulstellen herausschneiden. Das Rhizom in eine Kiste mit leicht feuchtem Sand stecken und bei ca. 10°C dunkel überwintern. Im kommenden Jahr kann das Spiel dann von vorne beginnen.

In ihrer Heimat in Südamerika verwendet man die stärkehaltigen Rhizome als Nahrungsmittel. Hierzulande bringt das Indische Blumenrohr, botanisch Canna indica, mit den großen Blättern und gelben, weißen, orangen oder dunkelroten Blüten ein Stück Tropen in den Garten, auf Balkon und Terrasse. Je nach Sorte blüht Canna von Juni bis Oktober und wird bis zu 2 m hoch.

Im Kübel und auch im Garten braucht das Indische Blumenrohr einen geschützten, sonnigen Standort, gleichmäßige Feuchtigkeit und reichlich Nährstoffe. Ob Kübel oder Beet, vor dem Winter heißt es: ab ins Haus. Denn die tropischen Gewächse vertragen keinen Frost.

Sortenvielfalt

Die farbenprächtigen Blüten der zahlreichen Canna-Sorten sind das eine, denn spektakulär sind auch ihre Blätter. ‚Striped Beauty‘, die allerdings auch ‚Bangkok‘ genannt wird, zeigt gestreiftes Laub in vielen gelb-grün Tönen. Das der Sorte ´Tropicanna´ sind orange-rot gestreift und kommt besonders im Abendlicht zur Geltung. Bei ´Cherry Red´, einer klein bleibenden Sorte, setzt das dunkelgrüne Laub die kräftig roten Blüten erst so richtig in Szene und Canna´Orchid´ glänzt mit blau-grünen Blättern und rosa Blüten. Bronzerot hingegen funkeln die Blätter der bis zu 1 m hohen Sorte 'Black Night'.