BR Fernsehen - quer


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quer komplett Sendung und Kommentare vom 24.11.2022

Wildbach-Biotop im Allgäu plattgemacht // Wenn der Rechtstaat den Rechtstaat bedroht // Fränkische Wunderbatterie bald in den USA? // Der Klimawandel entzweit Frankens Winzer // Notarzt-Mangel -- u. v. m. in dieser quer-Sendung:

Stand: 23.11.2022

Bagger-Alarm: Wildbach-Biotop im Allgäu plattgemacht

Ein idyllischer Bergbach, wichtiger Lebensraum für heimische Arten – so sah der Rappenalpbach im Oberallgäu bis vor kurzem aus. Jetzt ist der Bach durch Baumaßnahmen zu einem schmalen Kanal verkommen, die Ufer laut Bund Naturschutz „rigoros eingeebnet“. Das Landratsamt weist die Schuld von sich, die Arbeiten seien in diesem Umfang nicht abgesprochen gewesen. Recherchen von quer werfen Fragen auf, ob die offiziellen Beteuerungen der Behörden stimmen.

Präventivhaft – wenn der Rechtstaat den Rechtstaat bedroht

Als das umstrittene Polizeiaufgabengesetz eingeführt wurde, begründete die CSU das auch damit, Terroranschläge verhindern und der Polizei mehr Mittel gegen islamistische Extremisten geben zu wollen. Kritiker, die vor ausufernder Polizeimacht warnten, beschuldigte der Innenminister, „Lügenpropaganda“ zu verbreiten. Und heute, fünf Jahre später? Werden die neuen Polizeibefugnisse wie die Präventivhaft nicht eingesetzt, um Terroristen dingfest zu machen, sondern um Klimaaktivisten am Protest zu hindern. Eine ganze Reihe von Experten halten das für verfassungswidrig.

Grüner Speicher: Fränkische Wunderbatterie bald in den USA?

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Ein unterfränkischer Unternehmer entwickelt eine Batterie, die das größte Problem der Energiewende lösen könnte: Wind- und Sonnenenergie zu speichern, so dass die Versorgung gesichert ist, wenn Wind und Sonne fehlen. Die Module kommen noch dazu ohne problematische Rohstoffe aus – kein Kobalt aus dem Kongo, kein Lithium aus China, kein Nickel aus Russland. Doch eine neue größere Batteriefabrik soll statt in Franken in den USA entstehen, weil es Deutschland nicht schafft, Zukunftstechnologien so attraktiv wie dort zu fördern.

Notarzt-Mangel: Lösungsversuch wird selbst zum Problem

In Waldsassen in der Oberpfalz formiert sich Protest: Ärzte und Bürger wenden sich gegen Pläne, den örtlichen Notarztstandort zu schließen und sehen die medizinische Versorgung auf dem Land in Gefahr. Auslöser des Konflikts ist eine Studie der LMU München, die im Auftrag des Innenministeriums versucht, die knappen Notarzt-Kapazitäten effektiver übers Land zu verteilen, um die Versorgung zu verbessern - Schließung einzelner Standorte inklusive. quer über die schwierige Suche nach Lösungen für den Notarztmangel in Bayern.

Kampf ums Wasser – der Klimawandel entzweit Frankens Winzer

Nicht erst seit der Rekordhitze 2022 ist klar: Wasser ist zur umkämpften Ressource geworden. Deshalb haben sich Winzer im größten fränkischen Weinbaugebiet vereint, um mit aufwendigen Bewässerungsmaßnahmen die Zukunft des Weinbaus zu sichern. Was vernünftig klingt, ist unter Experten umstritten. Die Pläne würden die Wasserknappheit weiter verschärfen und seien nicht nachhaltig. Auch nicht alle Winzer wollen mitmachen. quer über den Umgang mit einer knappen Ressource.

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Diese und weitere Themen in der quer-Sendung vom 24.11.2022. Kommentieren Sie hier oder in den sozialen Medien.


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sig, Montag, 28.November 2022, 20:29 Uhr

33. innovation

servus,
ihr bringt oft Berichte über innovative Lösungen und deren Probleme Erfolgreich zu werden.
Wo ist da Dr. Söders Innovationspräie?
Mittlerweile dürfte sogar er es verstandenhaben , daß man den "modernen" Diesel nicht ganz sauber und sparsam bringt, egel wieviel Innovationssteuergelder man da hineinkippt! Hier ruhig mal kritisch berichten!
Siehe auch Sono Motor oder die Steckdose als Ladeinfrastruktur, günstig und einfach, mit Rundsteuersignal soga netzdienlich!

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Reiner, Montag, 28.November 2022, 16:33 Uhr

32. Wow!

Das Forum lebt. Angeregte, gehaltvolle Diskussionen und tolle Meinungen anderer Leute. Na wer sagt es denn: Geht doch.Auch die Commentis geben sich Mühe.
Noch ein mega Lob an Quer.

Ihr müsst jetzt dahin fließen.... schmelz.... :-)

Leider nicht bis zur nächsten Woche. Bin beim Klimakillen im Flieger. Sorry.

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Naturfreund, Montag, 28.November 2022, 11:09 Uhr

31. Vernichtung eines Wildbach-Biotops

All denen die, wie ich, entsetzt über diese Umweltstraftat profitgieriger Bauern sind, empfehle ich Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Kempten wegen Verstoß gegen das Naturschutzgesetz, das Bundesartenvorkommen und das Tierschutzgesetz zu erstatten. Denn die Bauern werden nur dann knallhart abgeurteilt, wenn die Bürger das verlangen. Ohne öffentlichen Druck auf die Staatsanwaltschaft besteht die Gefahr, dass diese Naturzerstörer und Tiermörder mit einer milden Strafe davonkommen und das darf nicht passieren. Nur der Bürger kann erreichen, dass hier das Höchststrafmaß an Bußgeld (50.000 Euro) verhängt wird und die Verursacher in den Knast wandern. Wobei 50.000 Euro eh noch zu wenig sind. Das zahlen diese Bauern aus der mit reichlich Subventionen gefüllten Portokasse. Nur 500.000 Euro oder 1 Mio. Strafe tun weh, was laut DSGVO (vgl. Art. 80 ff.) möglich ist. Auch die Einheimischen, die von der Umweltstraftat wussten, aber feige schwiegen, sollten wegen Beihilfe angeklagt werden.

  • Antwort von Agathe, Montag, 28.November, 16:01 Uhr

    Leider wird es wohl wie folgt ablaufen:
    Die Verantwortlichkeiten werden zunächst zwischen Alpgenossenschaft, Landratsamt, Baggerbetrieb hin und hergeschoben und Kommunikationsprobleme zur Rechtfertigung angeführt. Letztendlich wird ein "Bauernopfer" gefunden in Form eines sprachunkundigen Baggerfahrers. Und die finanzielle Last des Versuchs einer Wiederherstellung des Wildbachs tragen wir als Allgemeinheit. Wie schon in vielen ähnlich gelagerten Fällen.
    Mir ist noch kein Fall bekannt, in welchem ein Agrarbetrieb wirklich zur Rechenschaft gezogen wurde. Zu groß ist die Lobby aus Bauernverbänden mit ihren Rechtsabteilungen und zu verwoben mit politischen Gremien.

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Bauernfeind, Montag, 28.November 2022, 10:30 Uhr

30. Wildbachzerstörung

Die Bauern, die Lebewesen und Wildbach rigoros eleminierten, sind vermutlich genau die, die am Sonntag oder Erntedank scheinheilig in die Kirche tappen und sich für die Schöpfung bedanken. Fraglich wie diese Bauern an Erntedank überhaupt noch an Blumen und Kräuter kommen, denn im überdüngten Hochleistungsgrünland und Maisfeldern sind keine zu finden. Danke an quer für die mutige Berichterstattung. Ich hoffe nun auf weitere Recherchen bezüglich dem darin gezeigten Zeugen und das quer den Zuseher auf dem Laufenden hält. Man frägt sich auch, wo bei diesen Bauern das Hirn ist. Denn erst haben sie sich beschwert, der Bach würde zu viel Kies führen, der bei Starkregen dann auf ihre Felder gespült wird. Und nun haben sie den Bach vertieft und zusätzlich Unmengen an Kies (woher?) hoch gekarrt an seine Ufer. Beim nächsten Hochwasser kommt das Zeug runter und es bleibt nun noch mehr Kies auf den Weideflächen liegen. Denken ist halt doch Glückssache!

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Reiner, Montag, 28.November 2022, 08:01 Uhr

29. Kommt bei Quer noch die Stümperhaftigkeit zum Kelten-Museum?

Also da biste platt, wenn man von diesem Diebstahl unschätzbaren Wertes liest. Wird einem die Unschätzbarkeit erst bewusst, wenn es zu spät ist?
Diese Absicherung, auch vom LKA abgesegnet, ist ja unglaublich. Haben die Herren schon mal was von redundanten Übertragunswegen gehört? Ein vergleichsweise billiges GSM-Wählgerät hätte die Alternative sein können und einen Alarm trotz durchtrennten Kabelwegen ermöglicht. Strom- und Meldelinienausfall sind eigentllich obligatorisch.
Dass man von der Telekom und der Absicherung ihrer Kvz nichts erwarten darf, ist klar. Kostet ja was. An jedem "grauen Kasten" könnte eine kleine Alarmsirene mit Blockschloß installiert werden und dann kann niemand mehr irgendetwas unbemerkt durchtrennen.
Vorsorge der kritischen Infrastrukturen beginnt bereits dort. Ich hoffe, die Russenschläfer kennen sich mit unserer Naivität nicht so gut aus. Aber das Land stilllegen können ja auch unsere "Freunde" der Pattexfront.

  • Antwort von Bruno Schillinger-Safob, Montag, 28.November, 13:11 Uhr

    wieder mal dito

    "redundante Systeme" sind schon lange out - gelten als reine Kostenfaktoren, weil man sie ja doch nie brauchte - doch wenn es zu spät ist, ist das Geschrei riesengroß.
    Wer erinnert sich noch an der CeBIT Experiment eines Computerherstellers xxx der im laufenden Betrieb eine Festplatte rauszog - um die Funktionsfähigkeit des RAID Systems zu beweisen.
    Leider kosten die extra Festplatten auch Geld.

    Lust auf eine kleine Wette: Während die Beamten nun diesen Fall untersuchen, sind sicher schon weitere Raubzüge geplant. denn die Sicherungsmaßnahme sind garantiert überall ebenso dilettantisch.
    Und sicher auch von LKA/Polizei "abgesegnet" - nur reden die sich auf Details raus und können stundenlang erklären, wieso ihre Absegnung völlig richtig war, aber es trotzdem nicht funktionierte (und dafür eine weitere dicke Beratungsrechnung stellen)
    Zusatzwette: Die übernehmen/klauen gerade noch ihre Informationen :-))))

  • Antwort von Reiner, Montag, 28.November, 16:16 Uhr

    Tja, langsam glaube ich, nur einer von uns beiden braucht etwas zu schreiben. :-)))

    Schön, dass Sie die gleichen Ansätze und Erfahrungsschätze haben. Also - weiter so!
    Von mir aus können die gerne klauen. Das sind ja nun wirklich keine Geheimnisse. Aber es ist ärgerlich, wenn Zusatzkosten von ca. 1.000.- Euro am falschen Platz gespart wurden, wenn es sich um solche Schätze handelt.

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