BR Fernsehen - quer


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quer komplett Sendung und Kommentare vom 22.7.2021

Nach der Flut: Neue Risikoabschätzung für den Alpenraum? // Abzocke in der Muckibude? Abrechnungsstreit um Fitness-Kette // Denkmal-Dilemma: Steht die Geschichte der Heimat im Weg? u. v. m. in dieser quer-Sendung:

Stand: 21.07.2021

Nach der Flut: Neue Risikoabschätzung für den Alpenraum?

Zerstörte Straßen, überflutete Keller und eine eingestürzte Bobbahn: die Unwetter haben die Region rund um Watzmann und Königssee hart getroffen. Inzwischen fallen die Pegel und die bayerische Regierung verspricht schnelle Hilfen. Doch Experten sehen die Alpen durch den Klimawandel besonders gefährdet und fordern ein radikales Umdenken: Wenn die extremen Wetterereignisse immer extremer und häufiger werden, ist dann das Bauen in traumhafter Hanglage oder neben dem idyllischen Gebirgsbach noch möglich? Und wie viel Risiko sind wir bereit, für ein Leben in den Alpen in Kauf zu nehmen?

Abzocke in der Muckibude? Abrechnungsstreit um Fitness-Kette

Die Corona-Krise hat viele Fitnessstudios hart getroffen. Lange durften sie nicht aufsperren, manche Mitglieder kündigten ihre Verträge. Für zahlreiche Kunden einer überregionalen Studio-Kette hat damit der Ärger erst begonnen. Sie berichten: Mitgliedsbeiträge werden einfach weiter abgebucht, versprochenes „Konsumguthaben“ kann nicht mehr eingelöst werden und der Kundenservice ist nicht zu erreichen. Mittlerweile zählt die Facebookgruppe von geschädigten Kunden über 2800 Mitglieder.

Denkmal-Dilemma: Steht die Geschichte der Heimat im Weg?

Die Bausubstanz marode, eine Sanierung viel zu teuer. Seit Jahren stehen die Fugger-Häuser im schwäbischen Bubenhausen leer. Abreißen und neu bauen – die einfache Lösung? So wollen es jedenfalls die Bubenhausener und wenden sich mit einer Petition an den Landtag. Doch ihr Gegner heißt: Denkmal- bzw. Ensembleschutz. Die schwierige Abwägung lautet: Was soll man in Bubenhausen bewahren - einen lebendigen Ortskern mit Neubauten oder alte Häuser mit historischer Bausubstanz?

Arbeitszeit-Ärger: Kein Urlaub mehr für Menschen mit Behinderung?

Urlaub am Attersee, in Italien, Kroatien. Für die Menschen mit Behinderung in den Wohnheimen der Lebenshilfe Passau waren diese Reisen mit ihren Betreuern ein Stück Normalität. Schwimmen, Restaurant, Disco. Sommer eben. Doch durch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts muss das Arbeitszeitgesetz nun auch auf solche Ausflüge angewendet werden: Betreuer dürfen nur 10 Stunden am Stück arbeiten. Das bedeutet faktisch das Ende der Reisen. Glücklich ist darüber niemand - weder die Heimleitung, noch die Betreuer und am wenigsten die Menschen mit Behinderung.

Ewiger Bahnausbau: Wie die Politik die Schiene vernachlässigt

Im Juni 1995 hat Deutschland mit Tschechien eine Vereinbarung zum Ausbau der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Prag getroffen. Über zwanzig Jahre später ist der tschechische Teil der Strecke elektrifiziert. Bevor es über die Grenze geht müssen Pendler und Reisende aber auf eine Diesellok umsteigen - denn Deutschland hat geschlafen. Und während das Verkehrsministerium öffentlichkeitswirksam verkündet, die Bahn zu fördern, muss mal wieder mit weiteren Verzögerungen beim Ausbau der Strecke zwischen Nürnberg und der tschechischen Grenze gerechnet werden.

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Diese und weitere Themen in der quer-Sendung vom 22.7.2021. Kommentieren Sie hier, bei YouTube, auf facebook.com/quer, Instagram oder bei Twitter mit @BR_quer oder #BR_quer.


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Kommentare

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Walter Niehaus, Mittwoch, 28.Juli 2021, 12:07 Uhr

36. EU-Kommission und Klimaschutz

Damit Airlines ihre Slots sichern können, werden sie vermehrt Leerflüge durchführen müssen (Aero.de). Die EU scheint zu unflexibel zu sein eine klimafreundlichere Lösung zuzulassen.
Ein Witz?

Reiner, Montag, 26.Juli 2021, 23:02 Uhr

35. BR Meteorologe Michael Sachweh zu Starkregenereignissen

Ahh, was für eine nüchterne, objektive Analyse von diesem Wetterexperten über das Thema Klima und Wetter!

So würde man sich das auch von der Debatte um den Katastrophenschutz wünschen. Die Meteorolgen haben eindringlich gewarnt. Aber offenbar konnten sich die Menschen in NRW/Rlp mit den vielen Litern Wasser nicht richtig vorstellen, was daraus folgt. Aber wer konnte sich diese Dimension vorstellen? Da ist es doch fast egal, ob jetzt Kat-Schutz Bundes- oder Ländersache ist. Konkrete Handlungs- oder Evakuierungsempfehlungen fehlten. Wo soll sie auch herkommen, wenn niemand damit rechnet? Und während der Chaosphase ist niemals etwas organisiert. Improvisation bestimmt die Handlung. Ein Lageüberblick ohne Kommunikationsmittel aussichtslos. Wieder einmal musste erst das Unvorstellbare passieren.

Wollen wir also jetzt bei jedem Unwetter, ob jetzt richtig oder falsch prognostiziert, die Häuser verlassen? Wie oft würde das Warnen funktionieren bis die Ignoranz dominiert?

Reiner, Montag, 26.Juli 2021, 22:36 Uhr

34. Impfpflicht?

In der Diskussion der Impfpflicht fehlt mir der Aspekt der Gemeinschädlichkeit der Impfverweigerer. Jede neue Infektion birgt das Risiko neuer Mutationen. In Peru soll es bereits eine Lambda-Variante geben. Jeder verlangt Normalität. Aber genau diese werden wit womöglich nie erreichen, wenn die Solidarität schwindet.

Manche Menschen können aus medizinjschen Gründen nicht geimpft werden. Sollen sie nun lebenslänglich gefährdet sein nur weil ein paar Schisser sich die Impfung nicht trauen?

  • Antwort von Manfred Groß, Mittwoch, 28.Juli, 15:08 Uhr

    Impfwillige schützen sich selbst und sind solidarisch gegenüber Dritten und nehmen diese vernichtend geringen Restrisiken für Andere in Kauf. Impfverweigerer ohne medizinische Begründung profitieren davon ohne dafür etwas zu tun. Jeder kann selbst entscheiden, aber nicht zu Lasten der Allgemeinheit.
    Kinder sind sowieso von jeder Einschränkung ausgenommen.

    Deshalb ist es für mich völlig klar, dass Impfunwillige auch die Konsequenzen tragen müssen (Kosten, Grundrechtseinschränkungen, Reisefreiheit etc.).
    Zu schützen sind immer noch diese Menschen, die aus tatsächlichen medizinischen Gründen keine Impfung bekommen dürfen.

91541Matthias, Montag, 26.Juli 2021, 20:50 Uhr

33. Denkmäler

Ich bin selbst Eigentümer und Bewohner eines Denkmals. Mir wurde, wohl im Gegensatz zu den gezeigten Anwohnern, von früher Kindheit an beigebracht, dass jede Generation etwas richten lassen muss, damit es nicht so traurig aussieht wie bei diesen Ruinen.
Ich bin kein Grünenfan aber da hat man recht..besser Altes erhalten anstatt immer mehr Zersiedlung

Johannes , Montag, 26.Juli 2021, 00:43 Uhr

32. Arbeitszeiten + Bereitschaft : Erhebliche Bedenken

Also Leute, ich weiss nicht, ob ihr da wirklich gut recherchiert habt. Im Krankenhaus ist es üblich, dass der Arzt nach einem normalen Arbeitstag von (offiziell) 8 bis 10 Stunden einfach weiterarbeitet. Das wird dann "Bereitschaft" genannt und lausig bezahlt. So kann ein Arzt auch 24 Stunden durcharbeiten, der Betrug wird von der Gewerbeaufsicht und ver.di seit jeher geduldet. Wegen der Höchstarbeitszeit pro Woche von 48 Stunden drängt man den Mitarbeiter, eine opt out Klausel zu unterschreiben oder halt auszustempeln.
Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass gerade in den Berufen, wo tatsächlich wirkliche Bereitschaft anfällt, jetzt plötzlich die EuGH Rechtssprechung von 2004 umgesetzt werden sollte. Und wenn dafür auch noch Mindestlohn anfiele, würde das ja auch für Ärzte gelten. Also wird man wie bisher wegschauen, mal zu Recht, mal zu Unrecht.