BR Fernsehen - quer


81

quer komplett Ganze Sendung und Kommentare vom 11.02.2021

Die Leiden der Singles im Lockdown // Mieter zwingen Immobilienmogul in die Knie // Aufgescheucht: Bayerns Wild im pandemiebedingten Dauerstress // Umfrage-Gerangel um Nationalpark Steigerwald // Betreuungsfalle: Der schwierige Kampf um die Selbstbestimmung u. v. m. in dieser quer-Sendung:

Stand: 10.02.2021 11:58 Uhr

Alleinstellungsmerkmal: Die Leiden der Singles im Lockdown

Man möge doch zuhause, in der Familie bleiben, so lauten die Appelle der Politiker. Doch wenn dort niemand ist? Wenn keine Familie vorhanden ist? Im zweiten Lockdown fällt Menschen ohne Partner oder Mitbewohner langsam, aber sicher die Decke auf den Kopf. Und tatsächlich kann Einsamkeit auch krankmachen, körperlich und psychisch. Kein Wunder, dass Dating-Plattformen und Partnervermittlungen boomen. quer zu Besuch bei zwei Frauen, die sich nichts sehnlicher wünschen als einen Partner an ihrer Seite.

Verhandlungskunst: Mieter zwingen Immobilienmogul in die Knie

Was für eine Geschichte: Ein Wohnblock im prekären Münchner Stadtteil Hasenbergl soll saniert werden, die Mieter müssen raus, kriegen eine lächerliche Umzugshilfe und sollen nach Sanierung auch nicht mehr einziehen dürfen. Soweit der Plan eines Münchner Immobilien-Magnaten. Doch die Mieter machen Sven Karadi zu ihrem Sprecher und zwingen, gemeinsam mit Lokalpolitikern, den Unternehmer an den Verhandlungstisch. Im Ergebnis ist immerhin ist dem Gesetz genüge getan. Aber müssen in München selbst gesetzliche Mieterrechte erst tapfer erkämpft werden?

Aufgescheucht: Bayerns Wild im pandemiebedingten Dauerstress

Jäger Emmeran Königer kann seine Büchse an die Wand hängen. In den letzten Monaten hat er in seinem Revier östlich von München 48 tote Rehe gefunden - überfahren, im Kanal ertrunken, zu Tode gehetzt von Hunden. Die Tiere waren auf der Flucht vor Spaziergängern und Sportlern, die seit dem Lockdown in bisher ungekannter Zahl in die Wälder strömen. Dem Jäger bleibt nur aufzuklären. Und weiter tote Rehe zu zählen.

Streit ohne Ende? Umfrage-Gerangel um Nationalpark Steigerwald

Nach langem Hin und Her hatte Ministerpräsident Söder 2018 entschieden: Aus der Idee, in den Buchenwäldern des Steigerwalds einen Nationalpark auszuweisen, wird vorerst nichts. Trotzdem ist der Steigerwald nicht zur Ruhe gekommen: Die Grünen veröffentlichten jüngst eine Umfrage, der zufolge drei Viertel der Menschen in der Region einen Nationalpark wollen. Die Gegner des Parks wollen nun mit einer eigenen Umfrage das Gegenteil beweisen. Derweil befehden sich Gegner und Befürworter mit mehr oder weniger anarchischen Aktionen: Forstmaschinen werden beschmiert, Wirtshäuser werden boykottiert. Ist das noch demokratische Willensbildung?

Betreuungsfalle: Der schwierige Kampf um die Selbstbestimmung

Gerhard Hilbich ist halbseitig gelähmt, er braucht Hilfe bei alltäglichen Verrichtungen. Nach seiner festen Überzeugung ist der ehemalige Ingenieur aber geistig fit. Er erledigt seinen Papierkram selbst, organisiert seinen Alltag und hält Kontakt mit Anwälten, Gerichten und Behörden. Trotzdem hat Hilbich einen gesetzlichen Betreuer, der seine finanziellen Dinge regelt, weil das Gericht einem Gutachten folgte, das Hilbich die Geschäftsfähigkeit abspricht – trotz eines gegenteiligen anderen Gutachtens. quer über den zähen Kampf um ein selbstbestimmtes Leben.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

Diese und weitere Themen in der quer-Sendung vom 11.02.2021. Kommentieren Sie hier, auf facebook.com/quer, oder bei Twitter mit @BR_quer oder #BR_quer.


81

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Dieter Lohr, Sonntag, 14.Februar 2021, 12:48 Uhr

33. Ertrinkendes Wild

Hätte man das Kanalufer nicht etwas flacher und griffiger gestalten können? So steil und glitschig kommt möglicherweise noch nicht einmal ein Mensch aus dem Wasser.
Sachen gibt's, die sollte es gar nicht geben. Quer bringt doch immer wieder neue Unzulänglichkeiten ans Licht.

Marcel Schindler, Samstag, 13.Februar 2021, 15:41 Uhr

32. Hervorragende Sendung

Vielleicht etwas ungewöhnlich, aber auch im Osten in Sachsen-Anhalt schaue ich diese Sendung schon über Jahre. Herr Süß macht das einfach herausragend und ich habe sicher genug Programme zur Auswahl. Besonders bewegt hat mich dann der Nachruf nach der Sendung. Themen die zum Nachdenken anregen sollen ohne dem Zuschauer eine Meinung aufdrängen zu wollen entgegen dem Trash TV der Privaten. Gerne hätte ich ein paar Cent mehr Rundfunkgebühren entrichtet aber unsere Landesregierung stellt sich einfach quer.

  • Antwort von Walter Heimbacher, Montag, 15.Februar, 15:46 Uhr

    Das sehe ich absolut genauso. Sehr gut geschrieben, Herr Schindler.

    Grüsse aus BaWü

Stefan Pusch, Samstag, 13.Februar 2021, 12:51 Uhr

31. Stellung beziehen!

Liebes Quer-Team, lieber Herr Süß,
ich glaube, wir sollten die Prioritäten richtig setzen!
Als ich Ihre Sendung vom 11.2.21 sah, wurde mir klar, dass mir eine logische Verknüpfung Ihrerseits fehlte. Man kann in der gleichen Sendung nicht von Rücksichtslosen Spaziergängern berichten und danach gleich den Umgang mit dem Umweltschutz verharmlosen! Wenn genug Wald vorhanden wäre, könnte sich das Wild auch zurückziehen!

Ich gebe Ihnen Recht, dass Petitionen, Unterschriftenlisten, etc. einen regelrecht gaga machen. Doch wie soll man sich in einer Demokratie richtig verhalten, wenn die Politik weiterhin ihren umweltzerstörenden Charakter hat und für essentiell wichtige Anliegen den Bürger in seiner Haltung ausspart? Glauben Sie, dass die sich die Deutschen mehrheitlich f. eine Öffnung der Friseure ausgesprochen hätten? Also, mal ehrlich, bei so einem Kasperletheater kann man die Politiker nicht mehr ernst nehmen!
Eine Bitte an die IT: Bitte mehr Zeichen erlauben!
Vielen Dank.
HG

Philipp, Samstag, 13.Februar 2021, 00:17 Uhr

30. Einsamkeit

Ich denke, dass Einsamkeit auch schon vor den das öffentliche Leben einschränkenden Maßnahmen (ich halte Lockdown für ein sehr unpassendes Wort) ein großes Problem war und dass es unabhängig davon seit Jahren immer schlimmer wird gesamtgesellschaftlich gesehen. Es scheint als wäre Einsamkeit für sich genommen ebenso eine Krankheit die sich wie eine Pandemie verbreitet, nur eben schleichend und unbeachtet in einer Gesellschaft in der es als Schwäche interpretiert wird sich dazu zu bekennen und in der die Folgen von Einsamkeit verharmlost und stets heruntergespielt und belächelt werden. In der momentanen Lage wird das Problem eher einfach nur deutlicher, die Symptome stärker und offensichtlicher, aber das Problem der Gesellschaft mit Einsamkeit ist nicht neu und wird immer dringender. Dazu sehr informativ wie ich finde:

Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
Kommentar-Richtlinien bearbeitet.

Claudia, Freitag, 12.Februar 2021, 21:18 Uhr

29. Themen "Wild" und Singles

Liebes Quer-Team, lieber Christoph Süss,
danke für eure augenziwnkernde Art, tagesaktuelle und Zeitgeist-Themen aufzugreifen. Diese Woche großartig: Waldspaziergang und Singles.
Als Förstertochter kann ich nur unterstützen, die Menschen aufzuklären, was sie mit ihrem Verhalten auslösen und wie sie Wildtiere bedrängen. Viele wissen einfach nicht, worauf sie achten müssen. Aber vielen ist es auch egal, auch wenn sie es wissen (könnten). Ich wohne in München-Obermenzing nahe einem Biotopo, in das so viele Gassigänger drängen wie nie. Das Naturschutzgebiet ist umgeben mit Schildern, auf denen darum gebeten wird, auf den Wegen zu bleiben und Hunde an der Leine zu führen. Ausnahmslos alle Hunde laufen frei. Spreche ich die Besitzer darauf an, reagieren sie entweder gar nicht, pampig oder genervt. Sehr schade.
Danke auch für das Spotlight auf uns Singles. Pärchen/Eltern sehnen sich nach dieser Ruhe, aber diese Art der Isolation auf Dauer tut auch nicht gut.

Viele Grüße
Claudia