BR Fernsehen - quer


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quer komplett Sendung und Kommentare vom 19.11.2020

Pflegebonus demoralisiert Pflegepersonal // Wie die EU mobiles Schlachten erschwert // Wie radikal sind die Corona-Gegner? // Rückkehr der Tante-Emma-Läden // Das Geheimnis um den Holzpenis vom Grünten - u. v. m. in dieser quer-Sendung:

Stand: 18.11.2020 13:27 Uhr

Wut statt Wertschätzung: Pflegebonus demoralisiert Pflegepersonal

Die Bayerische Staatsregierung wollte ein Zeichen setzen, ein psychologisches Signal: Pflegekräfte sollen für ihren unermüdlichen menschlichen und sozialen Einsatz in der ersten Lockdown-Phase einen finanziellen Bonus erhalten. Doch nun werden Vorwürfe laut, der Pflegebonus würde ungerecht verteilt. Pflegerinnen und Pfleger in ambulanten Dialyse-Einrichtungen gehen leer aus, obwohl sie Hochrisiko-Patienten und auch Covid-Positive weiterhin behandeln. Auch das medizinische Personal in Krankenhäuser sieht sich im Vergleich zu den Pflegekräften im Altenheim schlechter gestellt. Die Idee, die wertschätzend und anerkennend gemeint war, sorgt nun für das genaue Gegenteil: Frust, Wut und Demoralisierung.

Von wegen "Green Deal": Wie die EU mobiles Schlachten erschwert

Ein niederbayerisches Unternehmen betätigt sich als Biolandwirtschafts-Pionier. Sie halten 500 Schweine, außerdem Rinder und Schafe seit drei Jahren draußen auf der Weide – und schlachten sie auch dort, direkt vor Ort. Also: ohne Lebend-Tiertransporte, und ohne den Stress in großen Schlachtbetrieben. Dafür haben sie extra einen „Schlachtwagen“ entwickelt. Ist das nicht im Sinne der ökologischen Bewegung für mehr Tier-Wohl, die auch im Green Deal der EU unter dem Label „Farm to fork“ eine Rolle spielt? Doch ausgerechnet die EU könnte es den Bio-Schlachtpionieren jetzt mit neuen bürokratischen Regeln schwermachen.

Bürger oder Staatsfeinde: Wie radikal sind die Corona-Gegner?

Die „Querdenker“-Demos nehmen zu, die personelle Zusammensetzung ist unübersichtlich und die Infiltration durch Rechtsextreme mal mehr, mal weniger offenkundig. Während sich das Bundesamt für Verfassungsschutz zu den „Querdenkern“ bisher zurückhaltend äußert, schlägt Markus Söder Alarm: die Bewegung entwickele sich zu einem Konglomerat von Rechts-extremen, Reichsbürgern, Antisemiten, und werde zunehmend aggressiver. Ähnliches befürchtet man auch in Neustadt a.d. Waldnaab, wo der Bürgermeister nach einem kritischen Video gegen Corona-Gegner und rechte Gruppen massiv bedroht und angegriffen wird.

Dorf-Treff und Anti-Amazon: die Rückkehr der Tante-Emma-Läden

Dorfläden waren schon längst abgeschrieben. Doch gerade in Corona-Zeiten erleben sie eine kleine Wiederauferstehung. Wenn die sozialen Kontakte eingeschränkt werden sollen, wenn das Vereinsleben Pause hat und die Stammtische geschlossen bleiben, ist der Tante-Emma-Laden oft der einzige Dorf-Treff. Regional und persönlich. Quer hat die Menschen hinter dieser kleinen Revolution in Niederbayern und Unterfranken besucht.

Gipfel der Erregung! Das Geheimnis um den Holzpenis vom Grünten

Auf einer Anhöhe nahe der Grüntenhütte steht seit vier Jahren ein etwa zwei Meter hoher Holzpenis. Auch in Niederösterreich gibt es eine vergleichbare Gipfel-Skulptur unbekannter Herkunft. Was hat es damit auf sich? Kunstwerk, Fruchtbarkeitssymbol, Provokation? Auf Google Maps wird der Grünten-Holzpenis gar als "Kulturdenkmal" angezeigt. Zuletzt wurde das Denkmal umgestoßen. Ein Sabotage-Akt? Nach Aufrufen in den sozialen Medien und dem Engagement von freiwilligen Helfern ist klar: Er steht wieder!

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Diese und weitere Themen in der quer-Sendung vom 19.11.2020. Kommentieren Sie hier, auf facebook.com/quer, bei instagram.com/quer_vom_br oder bei Twitter mit @BR_quer oder #BR_quer.


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Jonathan Burger, Freitag, 20.November 2020, 13:09 Uhr

21. Wut statt Wertschätzung: Pflegebonus demoralisiert Pflegepersonal

Wie wärs wenn sich der Herr Staatseskretär ab jetzt sein Gehalt in "Vergelt's Gott" bezahlen lässt? Ist ja auch keine schlechte Währung...

Was wurde eigentlich aus Söders Versprechen vom 2.7.20 auf Twitter: "Nicht so in Bayern: wir zahlen einen extra Pflegebonus für alle Pflegekräfte..."

Super CSU! Hoffentlich wachen jetzt ein paar der Söder-Fans auf und merken, dass er auch nur ein Fähnchen im Wind ist, dass gern viel verspricht.

Fritz, Freitag, 20.November 2020, 10:32 Uhr

20. Tante-Emmaladen - oder die Hoffnung stirbt zuletzt?

Sollte die Öffentlichkeit langsam aufwachen und die aufziehende "Shopping-Diktatur" von den globalen Online-Playern durchschauen? - Ich glaube nicht. Es ist doch allzu bequem den digitalen "Otto-Katalog" zu nutzen und sich den China-Krempel ans Haus tragen zu lassen.
Ja, die Verbände jammern schon über die verwaisten Innenstädte. Die Attraktivität leidet. Keiner mehr will in die Stadt? Ja, warum auch, wenn es keine kleine Läden mehr dort gibt. Mietpreise verfallen früher oder später, die Stadt wird langweilig. Aber dann gibt es ja endlich mehr Platz für Radwege. Toll! Für wen oder was? Dann will keiner mehr in der Stadt wohnen.
Egal, Amazon und Co. wissen ja längst was der Kunde dann braucht. In den USA kann man ja zwischenzeitlich Haustürgenau bestimmen, wer für wen oder was stimmt.
So kann man Wahlbezirke anpassen. Na und wo sind da unsere Grundrechtsfreiheitsfanatiker dann? Bis die das kapieren, sind sie bereits im Netz und der Blase gefangen.

Claus D., Freitag, 20.November 2020, 10:08 Uhr

19. Corona-Umfrage

Wenn ich das richtig verstanden habe, konnte man bei der Corona-Umfrage sagen, ob man die Maßnahmen richtig, zu lasch oder zu einschneidend findet. Nicht gefragt wurde, wie man einzelne Maßnahmen beurteilt. Es könnte doch sein, dass eine große Mehrheit dafür wäre, Kneipen/Restaurants zu öffnen und dafür Baumärkte zu schließen; oder Theater/Kino statt Autohäuser; oder Schwimmbäder statt Möbelmärkte. Das hätte in Summe vielleicht gar keinen Einfluss auf die Infektionszahlen. Deshalb halte ich solche Corona-Umfragen für ziemlich sinnentleert.

  • Antwort von Bruno Schillinger-Safob, Freitag, 20.November, 12:39 Uhr

    Wenn Sie im zdf Polit Barometer noch etwas weiterschauen, wird es noch unterhaltsamer.
    Da wird seit Jahrzehnten die "Beliebtheit" der Politiker gezeigt, doch man zeigt nur den aktuellen Wert und einen Pfeil "geichgeblieben, verbesser, verschlechtert". Doch wenn man bereits hier zu doof (passendere Worte sind nicht druckreif), ist, die Werte der Vorwoche einzutragen, statt eines Pfeils, oder die Zuschauer für zu doof hält eine einfache Subtraktion zweier Zahlen im Kopf durchzuführen, zeigt das uns nur die Sinn- und Wertlosigkeit dieser ganzen Umfragen.

  • Antwort von Fritz, Freitag, 20.November, 12:51 Uhr

    Die sind auch lediglich ein Stimmungsbild. Entscheidungsgrundlage kann alleine nur die Wissenschaft und der Erfahrungsschatz sein. Allerdings befinden wir uns offensichtlich noch immer in einer Experimentierphase. Einige Leute verzögern und verschleppen mit vielfältigem Fehlverhalten die Eindämmung der Pandemie.
    Langsam sollte die Öffentlichkeit in die Puschen kommen, weil sich die nächsten wirtschaftlichen Auswirkungen bereits abzeichnen. Die Steuereinnahmen sinken rapide. Die Eigendynamik nimmt Fahrt auf. Zusätzlich kommen noch Arbeitsplatzabbau dazu und die Verkehrstransformation. Über dieses Problem hatte ich bereits mal im März geschrieben.
    Sinnvoller wäre es, die Zeit bis zur einigermaßen Durchimpfung disziplinierter zu bewältigen, um die Wohlstandsfolgen zumindest erträglicher zu machen oder kleinere Lockerungen zu ermöglichen. Aber erklären sie das mal einem testosterongesteuerten jungen Wilden, der um seine Sturm- und Drangzeit gebracht wird.
    Büßen werden wir es alle.

Lauffeuer, Freitag, 20.November 2020, 08:08 Uhr

18.

Das hört sich genauso an, wenn der BP fordert, die Hälfte unserer Impfdosen (59 Mill.) ärmeren Ländern zu überlassen. Weiß er doch, dass er selbst und seine Umgebung bevorzugt behandelt werden...Scheinheilig ist das.

  • Antwort von Fritz, Freitag, 20.November, 10:20 Uhr

    Na? Schon Verteilungsneid? Dass Verfassungsorgane funktionieren sollten würden Sie aber auch sagen, oder nicht?

Christa Kaufmann, Donnerstag, 19.November 2020, 22:11 Uhr

17. Schlachten

Es ist typisch, dass Menschen Gesetze machen über Tätigkeiten und Vorgänge, von denen sie selbst keine Ahnung haben bzw. diese noch nie erlebt haben. Warum Müssen Tiere viele Kilometer weit transportiert werden, wenn es auch anders geht. Warum muß bei dieser Schlachtung ein Tierarzt anwesend sein? Wenn ein Betrieb diesen Aufwand leistet, ist er sicher bemüht, dass alles bestens abläuft und dadurch auch das Fleisch hochwertig und ohne enorme Stresshormone ist. Was zählt hier eigentlich? Der Tierschutz oder die Unterstützung von Großschlachthäusern?