BR Fernsehen - quer


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quer komplett Sendung und Kommentare vom 1.10.2020

Bayern und die Endlagerdebatte // Lernen in der Kältekammer? Corona bringt dicke Luft an Schulen // Feriendorf als Mogelpackung? Häuserstreit in Sachrang // Giftige Debatte um Unkrautvernichter - u. v. m. in dieser quer-Sendung:

Stand: 29.09.2020 15:02 Uhr

Blick in den Abgrund - Bayern und die Endlagerdebatte

Gorleben ist als Atommüll-Endlager vom Tisch, aber viele andere Standorte sind dafür neu im Gespräch, darunter auch zahlreiche Regionen in Bayern. Nördlich der Donau geht es um Bodenschichten aus Granit, der die Million Jahre halten soll, bis der Atommüll halbwegs handhabbar ist. Zwar hatte die CSU 2017 dem ergebnisoffenen Vorgehen der Suche in Bundestag und Bundesrat zugestimmt. Doch wie im Koalitionsvertrag mit den Freien Wählern vereinbart, hält die Landesregierung das bayerische Gestein überhaupt nicht geeignet für ein Endlager, was Umweltminister Glauber auch stets betont. Flackert jetzt im ganzen Land Widerstand auf gegen ein Endlager? Gibt es überhaupt jetzt eine Lösung? Oder bleibt alles an den nächsten Generationen hängen? Zu Gast bei quer: Harald Lesch, Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist

Lernen in der Kältekammer? Corona bringt dicke Luft an Schulen

Fenster auf, Klassenarbeit! Die Schulen sind wieder offen, aber Corona noch nicht besiegt. Also fordern Hygieneexperten für die Klassenräume: Lüften, lüften, lüften. Doch wie soll im Herbst und Winter dauergelüftet werden? Ist Unterricht in Daunenjacke und Thermohosen realistisch? Luftfilteranlagen könnten eine Lösung sein, aber ein flächendeckender Einbau in allen bayerischen Schulen wäre teuer und braucht ohnehin Zeit. An vielen Schulen herrscht deshalb dicke Luft: Eltern protestieren gegen das Lüften, weil ihr Kind friert. Schüler streiten untereinander oder mit Lehrern darüber, wie kalt der Klassenraum sein darf. Ein Stimmungsbericht aus dem Versuchslabor Klassenzimmer.

Feriendorf als Mogelpackung? Häuserstreit in Sachrang

Das Feriendorf bei Sachrang im Chiemgau ist absolut idyllisch gelegen, ein Urlaubsparadies. Und perfekte Urlaubsbedingungen hatte auch die Gemeinde im Sinn, als das Feriendorf gebaut wurde. Nur wenige Wochen im Jahr dürften die Eigentümer die Häuser selbst nutzen, die andere Zeit sollten sie an Touristen vermietet werden. Denn die spülen Geld in die lokale Wirtschaft und die Kassen der Gemeinde. Doch die Touristen bleiben meist aus, die schönen Chalets werden nämlich lieber als privater Wochenendwohnsitz hergenommen als tatsächlich vermietet. Besonders bitter, weil Sachranger Bürger kaum bezahlbare Bauplätze finden. Und obwohl die Gemeinde solche privaten Feriendomizile verhindern wollte, fehlen ihr die Kontrollmöglichkeiten. Selbst das Landratsamt sieht keine Chance einzugreifen.

Toxisches Messergebnis - Giftige Debatte um Unkrautvernichter

Unkrautvernichtungsmittel wie Glyphosat findet man nicht nur am Acker, sondern auch viele Kilometer abseits ihres Einsatzortes. Etwa in Städten oder auf Feldern von Biobauern. Das zeigt eine neue Studie mit Messungen an über hundert Standorten in ganz Deutschland. Dabei wurden auch Spuren der längst verbotenen Gifte DDT und Lindan entdeckt. Biolandwirte fürchten um ihre Ernten und Böden, immerhin sollten die ja frei von jeglichen Pestiziden sein. Unklar ist, ob und in welchem Ausmaß die gemessene Verbreitung gesundheitliche Gefahren birgt. Glaubt man dem Industrieverband Agrar, dann betreiben die Umweltschützer mit ihrer Studie lediglich Panikmache. Heutzutage könne man jeden Stoff im Spurenbereich nachweisen.

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Bruno Schillinger-Safob, Montag, 05.Oktober 2020, 21:01 Uhr

24. Pestizide auch bei extra3 - curling Roboter

Nachdem extra3 schon öfters Beiträge von quer recycelte hier nun ein "Export" von extra3.

Die Biene Naja und die industrialisierte Landwirtschaft
Schottergärten, Klimawandel, Einsatz von Pesitziden, Monokulturen: ganz schlechte Stimmung bei den Bienen. Das merkt man auch schon einer bekannten Kinderserie an.

Der Curling Roboter dürfte für Normalbürger die künstliche Intelligenz anschaulicher rüberbringen, wie "Watson" (Schach 10 hoch 64 Möglichkeiten) oder gar die Alpha "Go/WeiQi (10 hoch 120)", die einen Riesenschritt brachte und die Menschen endgültig überflügelte. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Mikko, Montag, 05.Oktober 2020, 13:03 Uhr

23. Trump sollte auch nicht vergessen, nur weil er gerade im Krankenhaus ist

Immerhin ist er ja ein Kämpfertyp. Ich sehe ihn förmlich vor mir wie er das Virus zerquetscht und im Todeskampf Globulis aus der Hüfte schiesst und gegen die Corona einsetzt. Immerhin wurde das von diesen "querdenkern" vorgebracht, dass man es mit homöopathischen Therapien versuchen muss. Auch eine präventive Vitamin-C Kur solle wirksam sein. Ja wirksam für die Taschen dieser Heilpraktiker.
Mir ist nicht bekannt, dass HIV, Ebola oder andere sehr ernsthafte Viruserkrankungen alleine mit Handauflegen behandelbar gewesen wären oder es überhaupt sind.

Sind solche Mediziner nicht eine Gefahr für die "nationale Sicherheit" (hört sich bei den Amis immer so spannend an)?

Mikko, Montag, 05.Oktober 2020, 12:52 Uhr

22. Und Homeoffice bei quer?

Stelle mir gerade die Familie Süß in einer 3-Zimmerwohnung vor. Aber mal echt jetzt. Wenn es diesen Heil-Rechtsanspruch gäbe, würde Christoph Süß ins Homeoffice gehen wollen? Quer aus seiner Villa in Grünwald?

Hubertus Heil hatte ja gerade sehr sinnvolle Politik gemacht, aber was macht er denn jetzt da. DDR 2.0 staatslenkende Unternehmenspolitik? Spaltung der Arbeitnehmerschaft in Pendler und Langschläfer-Heimarbeitern? Wo bleibt der Grundsatz der Gleichbehandlung? Kann ich die Supermarkasse bei mir zu Hause aufstellen und kassieren? Wieso müssten das dann noch teure deutsche Arbeitnehmer sein, wo es doch digitale Nomaden weltweit zu günstigen Konditionen gibt? Völlig losgelöst von deutschen Lohnnebenkosten und den ärgerlichen Fiskalabgaben?
Sind Gewerkschafter so digital naiv, wenn sie meinen das unter Kontrolle zu haben?

Freue mich vom Bericht aus der Villa Grünwald ;-)

Mikko, Montag, 05.Oktober 2020, 12:41 Uhr

21. DSGVO ein sinnvoller Fortschritt?

Die Tagesschau nimmt das heute unter die Lupe. Das ist sehr lobenswert, das endlich mal zu beleuchten. Aber ist diese Verordnung wirklich gelungen? Im Kindergarten oder Schule muss nun jeder gefragt werden und sein Einverständnis geben, ob Fotos in Schülerzeitungen veröffentlicht werden dürfen. Toll. Auf der Strasse, bei Unfällen oder sonstigen Gelegenheiten interessiert das niemand.
Unternehmen, Vereine und kleinere Organisationen müssen einen riesigen Aufwand betreiben, um die Kriterien zu erfüllen. Datenschutzbeauftragte, Auskunft, Löschung und Berichtigung, toll. Aber was ist mit den wirklich großen Datenabsaugern? Gibt es da einen wirksamen Schutz? Wohl kaum. Die Bedingungen sind "kilometerlang" und von Laien nicht zu verstehen. Das ist beim Smartphone so, beim Smart-Tv genauso, im gesamten Netz bei Cookies & Co. oder bei Zahlungsdienstleistern. Das Koglomerat an Drittanbietern ist so nebulös, wie der berüchtigte Themse-Nebel.

Also, was bringt die DSGVO, quer?

UweH, Samstag, 03.Oktober 2020, 13:56 Uhr

20. Endlager

Die Meinung von Prof. Lesch finde ich sehr gut. Dabei widerspricht er sich aber fast selbst, denn in so einem denkbaren Szenario könnte man die Castoren auch dort lassen, wo sie gerade sind. Viel besser sichern, fortgeschrieben dokumentieren und gut ist. In 100 oder mehr Jahren könnte mensch das Material vll. andersweitig "verwenden".