BR Fernsehen - quer


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quer komplett Sendung und Kommentare vom 28.11.2019

Plötzlich Wunschkanzler: Markus Söders Weihnachtswunder // Spendenaktionen klagen über Müll // Krankenkassen setzen Landärzte unter Druck // Kaum einer kann Erste Hilfe // Straßenkampf in Hepberg - u. v. m. in dieser quer-Sendung:

Stand: 27.11.2019

Plötzlich Wunschkanzler: Markus Söders Weihnachtswunder

Ob er es selbst glauben kann? Plötzlich Everybody’s Darling! Der Star auf dem CDU-Parteitag. Sogar zum Kanzlerkandidaten wird er von einst kritisch gesinnten Medien hochgeschrieben. Könnte der Franke Markus Söder das schaffen, was den altbayerischen Parteiikonen Strauß und Stoiber verwehrt blieb? Als Bayer ins Kanzleramt? Klar ist: Der mit atemberaubender Geschwindigkeit vollzogene Imagewandel vom Scharfmacher zum urban-grünen Wohlfühl-Söder macht sich bezahlt. Der Stern des Ministerpräsidenten leuchtet heller denn je, auch weil die Amthors, Kramp-Karrenbauers und Merzens im CDU-niversum gar so wenig Glanz verbreiten. Wiesnwirt?

„Schrottwichteln“ für Arme? Spendenaktionen klagen über Müll

Gutes tun, den Armen helfen - jetzt kurz vor der Adventszeit erreicht die Spendenbereitschaft ihren Höhepunkt. Doch Hilfsaktionen im Freistaat haben ein Problem: Unter den Sachspenden, die für Bedürftige abgegeben werden, findet sich immer öfter Müll. Gebrauchte Lippenstifte, abgelaufene Lebensmittel, durchlöcherte Klamotten: Von Geschenkaktionen wie „Weihnachten im Schuhkarton“ im oberpfälzischen Schnaittenbach bis hin zu Altkleiderstellen beklagen Ehrenamtliche die Müllflut. Die Leidtragenden sind am Ende die Bedürftigen.

Die Not mit den Notfällen: Kaum einer kann Erste Hilfe

Ein schwerer Radunfall in München, eine junge Frau lebensgefährlich verletzt. Durch Zufall sieht ein Arzt den Unfall und rettet ihr das Leben. Eine Story mit Happy End. Und mit Seltenheitswert. Denn viel zu oft tragen Notfallpatienten bleibende Schäden davon oder versterben sogar, weil am Unfallort niemand Erste Hilfe leistet. Dabei steckt gar nicht immer böse Absicht oder Gleichgültigkeit dahinter. Viele Menschen wissen einfach nicht, was im Notfall zu tun ist.

Sparen statt heilen? Krankenkassen setzen Landärzte unter Druck

Ein Onkologe aus Regensburg steht vor dem Ruin – weil er Krebspatienten geholfen hat. Einer Hausärztin aus Rohr in Niederbayern drohen Strafzahlungen – weil sie zu oft zu Hausbesuchen im Altersheim gerufen wird. Hintergrund ist die sogenannte Wirtschaftlichkeitsprüfung der Krankenkassen:  Ärzten, die überdurchschnittlich hohe Behandlungskosten verursachen, drohen empfindliche Rückforderungen. Im Fall des Regensburger Krebsarztes geht es um Millionenbeträge. Besonders betroffen sind Mediziner in ländlichen Regionen, wo ohnehin Ärztemangel herrscht. Bürokratischer Irrsinn gegen jede medizinische Vernunft?

Straßenkampf in Hepberg: Ort gegen Bundeswehr

Im oberbayerischen Hepberg gibt es etwas, das man sonst fast nirgendwo findet: Eine Umgehungsstraße, die alle Betroffenen einfach nur glücklich macht: Die Anwohner, die vor den donnernden Autokolonnen bewahrt werden. Die Naturschützer, weil es keine Umweltprobleme gibt. Ja sogar den Denkmalschutz. Dabei ist die Umgehungsstraße eigentlich nur ein glücklicher Zufall, eine provisorische Fahrbahn wegen eines Kreuzungsausbaus. Alles könnte perfekt sein – wäre da nicht die Bundeswehr, die eine ihrer Panzerstrecken gestört sieht. Und so tobt er, der Straßenkampf von Hepberg.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

Diese und weitere Themen in der quer-Sendung vom 28.11.2019. Kommentieren Sie hier, auf facebook.com/quer, oder bei Twitter mit @BR_quer oder #BR_quer.


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Mohr, Mittwoch, 04.Dezember 2019, 13:49 Uhr

23. Schrottwichteln

Zuerst war ich schon fassungslos über die Abgebrühtheit der Schenkenden, mittlerweile bin ich mir da aber nicht mehr so sicher, vielleicht ist es bei einem Teil einfach mangelndes Vorstellungsvermögen über die Liefer- und Bearbeitungszeiten (Bsp. Strudelteig) oder die persönliche materielle Situation. Ich habe mal für mich beschlossen an deren potentiell guten Willen zu glauben und den Ehrenamtlichen, die diesen ausbügeln müssen Respekt zu zollen.

Gabriele Boller, Montag, 02.Dezember 2019, 21:24 Uhr

22. Behinderung des Reporters bei der rechten Demo in Niedersachsen u.a.

Herr Süß, Ihre Sendung sehe ich mir gerne an und vieles ist amüsant. Vielen Dank für Ihr Engagement!

Schockiert hat mich u.a. dass die Polizei die journalistische Arbeit behindert hat. Wissen Sie, ob der Reporter sich beschwert hat?
Unfassbar und inkonsequent finde ich auch, dass die Finanzierung für die Arbeit von "Exit" nicht fortgesetzt wird, wo bei jeder Gelegenheit betont wird, wie wichtig es ist, sich für den Erhalt der Demokratie einzusetzen. Statt solche Initiativen zu fördern, behindert man sie. Ich hoffe, dass dagegen protestiert wird.

Unsäglich ist auch die Sache mit den Krankenkassen...

Ich freue mich auf die nächste Sendung!
Gabriele Boller

Barbara Hugues, Sonntag, 01.Dezember 2019, 12:37 Uhr

21. Wirtschaftlichkeit von Arztpraxen

kein Kommentar sondern eine Frage:
Kann man Dr. Weiß nachträglich finanziell unterstützen?
Falls ja, würde ich um eine Antwort bitten, wie ich das machen kann.
Mit vielem Dank und freundlichen Grüßen,
Barbara Hugues

  • Antwort von Marina Schnorr, Mittwoch, 04.Dezember, 20:54 Uhr

    Genau das gleiche hab ich mich auch gefragt. Dr. Weiss hat 2002 meine Mutter behandelt und der Bericht hat mich wirklich erschüttert!!! Ich wollte deshalb auch wissen ob man ihn unterstützen kann. Wir waren so dankbar, dass er sie behandelt hat es so menschlich in seiner Praxis zu ging.

Bernadette R, Freitag, 29.November 2019, 14:50 Uhr

20. Sehr polemisch und unsachlich

Liebes quer-Team,
Besonders über einen Bericht der gestrigen Sendung habe ich mich sehr geärgert: Kühe die VR-Brillen tragen, um herauszufinden, ob die Milchleistung dadurch steigt. Zugegeben scheint dies eine merkwürdige Idee! Aber um zu wissen, dass das Wohlbefinden einer Kuh ihre Leistung steigert, dafür muss man kein Tierarzt oder Landwirt sein. Diese VR-Brillen nun im Bericht in einen Topf zu werfen mit den modernen Überwachungsmethoden in Kuhställen zeugt von absoluter Unsachlichkeit und zieht die moderne und auf Prävention ausgelegte Landwirtschaft völlig unnötig in den Dreck. Die in modernen Ställen erhobenen Herdendaten - hier wären zB. Schrittzahlen, Futtermengen oder Milchkennzahlen zu nennen - eignen sich hervorragend zur Erhaltung und Verbesserung der Kuhgesundheit und deren Überlegte Auswertung zeigt viel Now-How des Landwirtes. Daher ist dieser Bericht sachlich schlicht und einfach durchgefallen. Bessere Recherche und Aufarbeitung der Berichte wäre hier angeraten.

  • Antwort von Herbert Dröhnenmeier, Freitag, 29.November, 19:20 Uhr

    Schon mal was von Satire gehört?

  • Antwort von Hubi, Samstag, 30.November, 13:11 Uhr

    Wusste gar nicht, dass quer auch einen landwirtschaftlichen Betrieb unterhält. Wo kann man die Produkte kaufen? Ist es bio?

Erich, Freitag, 29.November 2019, 11:52 Uhr

19. Gender Speech

Bei quer habe ich es noch nicht so deutlich gehört, aber bei einer Reihe von Nachrichtensendern wie z.B. Euronews. Da wird in Hongkong von den "Studierenden" gesprochen. Aber natürlich kommt auch mal Studentinnen und Studenten vor.

Aber wieso zum Teufel macht man das nur bei bestimmten Personengruppen? Noch nie hat jemand mal gesagt, es wären Terroristinnen und Terroristen oder aber die "Terroriesierenden"? Auch Kämpferinnen und Kämpfende gab es noch nicht. Auch der "lokführende" Lokführer oder Lokführerinnen ist tabu. Der oder die Vorstandsvorsitzende oder doch gleich die Vorstadtsvorsitzendinnen? Und was soll ich zum Arztberuf sagen? Der oder die artztiernde?
Der Strassenkehrer bleibt ausschließlich männlich oder ist es der Strassenkehrende (eigentlich doch klein geschrieben, aber das könnte diskriminierend wirken)? Also Strassenkehrerinnen und Str.-kehrer, um nicht anzuecken.
Was ist mit "divers"? *innen *er diskriminiernd?

Wer denkt sich so einen Mist aus?

Weiter so Q.

  • Antwort von Jo, Samstag, 30.November, 13:26 Uhr

    Das stimmt. Bankraubende wird auch nicht gesagt. Es muss schon korrekterweise Bankräuberinnen und Bankräuber heissen. Der Elektriker ist diskriminierend.
    Elektrikerinnen und Elektriker, sowie es den Bäcker nicht mehr gibt. Ich gehe also morgens bei den Bäckerinnen und Bäckern die Brötchen kaufen oder man geht in das Geschäft der backenden. Bei Islamisten muss es ebenfalls Islamistinnen und Islamisten heissen, denn die Extremistinnen und Extremisten können nicht als extremierende Personen bezeichnet werden. Der Autofahrer ist out. Die Autofahrerinnen und Autofahrer oder die Auto fahrenden Menschen ist ok. Hundehalterinnen und Hundehalter führen ihre Hündin oder Hund aus. Nicht das sich die kleinen Tierchen diskriminiert fühlen.

    Aber Gendersprech gilt nur bei den positiv besetzten Begriffen?