BR Fernsehen - quer


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quer komplett Sendung und Kommentare vom 07.11.2019

Ist das Auto-Land Bayern noch zu retten? // Bürokratie bringt Metzger zum Aufgeben // Insektensterben durch Lichtverschmutzung // Oberpfälzer Streit um Photovoltaik-Parks // Hundeübungsplatz entzweit Dorfgemeinschaft - u. v. m. in dieser quer-Sendung:

Stand: 06.11.2019

Elektro-Schock – Ist das Auto-Land Bayern noch zu retten?

Ganz Roding ist in Aufruhr. Conti will sein dortiges Werk schließen, weil die hergestellten Hochdruckpumpen für Diesel und Benziner im neuen E-Auto-Zeitalter nicht mehr in großen Mengen gebraucht werden. Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger ist dagegen. Schließlich habe die Politik den Erhalt der Rodinger Auto-Zulieferindustrie mit Fördergeldern subventioniert. Doch ist das der richtige Weg? Für Experten ist Roding eh nur ein erstes Symptom dafür, was in Bayern vielerorts passieren könnte, wenn das Ende des Verbrennungsmotors gekommen ist.

Notschlachtung?! – Bürokratie bringt Metzger zum Aufgeben

Der Metzger steht in der Fleischküche, der Bäcker in der Backstube. Das war gestern. Denn ganz unromantisch verbringen Handwerker einen Großteil ihrer Zeit im Büro. Und leiden zunehmend unter Dokumentationspflichten und bürokratischen Regulierungen. Sogar die Folie, mit der Geschenkkörbe eingeschlagen werden, muss bei einer Zentralstelle gemeldet und registriert werden. Wichtige Maßnahmen gegen Lebensmittelskandale oder der Schikane? Klar ist: Viele der Regeln sind für größere, industrielle Betriebe zu bewältigen, überfordern aber kleine, handwerkliche Betriebe. Die kapitulieren vor den Aktenordnern und geben immer öfter auf.

Heller Wahnsinn – Insektensterben durch Lichtverschmutzung

Nach dem bayerischen Artenschutz-Gesetz ist die nächtliche Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden und Außenwerbeanlagen ab 23 Uhr verboten. Das gilt allerdings nicht für private Gebäude. Dort liegt das nächtliche Ausleuchten von Gärten, Häusern und Schaufenstern voll im Trend. Das gefährdet Insekten, die tausendfach an der Licht-Lust zugrunde gehen. In Rimsting im Chiemgau suchen nun sensibilisierte Bürger „Paten der Nacht“ und beginnen, gegen die Lichtverschmutzung vorzugehen. quer auf der Suche nach der früheren Dunkelheit.

Solar statt Agrar? Oberpfälzer Streit um Photovoltaik-Parks

Solarparks auf landwirtschaftlichen Flächen sind ein wichtiger Bestandteil der Energiewende, doch in Waidhaus wehren sich Bürger gegen ortsfremde Investoren, gegen eine Verteuerung der landwirtschaftlichen Pachtflächen und gegen die „Verschandelung“ des Landschaftsbilds. Agrar und Solar, das geht nicht zusammen, meinen sie. Von wegen, behaupten Solar-Fans, und wollen mit Schaf- und Schweineweiden sowie Kartoffelfeldern beweisen, dass man auch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann.

Verbissener Streit – Hundeübungsplatz entzweit Dorfgemeinschaft

Alles begann so friedlich. Vor fünf Jahren erteilte das Landratsamt Miltenberg eine Baugenehmigung für einen Hundeübungsplatz. Die Behörden winkten das Projekt ohne ausreichende Prüfung durch. Jetzt herrscht Streit. Denn Anwohner und Nachbarn leiden unter Lautstärke, Beleuchtung und Betriebszeiten des Hundeübungsplatzes. Weil Anwohner sich beschwerten, muss die Baubehörde jetzt auf richterliche Anordnung die bereits erteilte Genehmigung fünf Jahre später wieder zurückziehen. Oder doch nicht? quer beim Showdown einer Bürokratiegeschichte, in dem alle Parteien auf den Hund gekommen sind.

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Diese und weitere Themen in der quer-Sendung vom 07.11.2019. Kommentieren Sie hier, auf facebook.com/quer, oder bei Twitter mit @BR_quer oder #BR_quer.


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Grokoist, Dienstag, 12.November 2019, 12:59 Uhr

25. Demokratie ist Kompromiss

Alle Welt schimpft über die Groko. Aber genau diese "Gegenspieler" der Koalition müssen sich regelmässig also auf Kompromisse einigen. Und damit die wahrhafte Demokratie erfüllen. Das ist doch gut so?
Wenn ich mich so an die Zeiten der sozial-liberalen oder konservativ-liberalen Koalitionen zurück erinnere, dann kommt mir als erstes immer der Begriff "Blockadepolitik" in den Sinn, wenn die Mehrheiten der Länder die zustimmungspflichtigen, grossen Gesetze wechseiseitig verhindert hatten. Es gibt wohl keine Dokumentation darüber, welche der Koalitionen von einst, mit dem Erfolg der heutigen Regierung vergleichbar waren?

Gefühlt, wird von der Groko mehr erledigt als in den Jahren der endlosen Strauss / Wehner Debatten. Ja, sie waren amüsant anzuhören und es wurde heftig gestritten, aber was konnten sie als Erfolge vorweisen?

Ja, ein paar gab es. Wandel durch Annäherung. Die Ostpolitik Brandts stellt ein grosser Erfolg für Deutschland dar. Ok, auch die Grünen Umweltpolitik. Sonst?

Werner B., Montag, 11.November 2019, 02:35 Uhr

24. Mauerfall und das Zusammenwachsen

Liebe Ossis (liebevoll),

ihr habt großartiges in der damaligen Unfreiheit geleistet. In der Mangelwirtschaft habt ihr euch durch grosses Geschick und Improvisationsgabe auch so weit es ging angenehmes Leben gemacht. Diese friedliche Revolution war nur durch ein Volk möglich. Damit habt ihr auch uns Wessis ein Geschenk gemacht.
Und lasst euch nicht beirren. Es ist hier wie da ähnlich. Bei euch rufen Leute, "Merkel biegt ab, Merkel biegt ab" und bei uns sind sie gleich komplett orientierungslos.
Die Rede ist von Braundröhnern. Sie sind nämlich weder bei euch, noch bei uns "das Volk".

Aber wir zusammen sind es. Brüderlich mit Herz und Hand!

Dr.Friedrich Schwanghart, Sonntag, 10.November 2019, 14:44 Uhr

23. Vorschlag!

Wäre das nicht auch einmal ein Thema: Dauer-Parken von Wohnmobilen, Wohnanhänger im öffentlichen Raum. Sie engen Straßen ein, vor allem in Wohngebieten, behindern die Sicht, und sehen nicht gerade schön aus. Würde Ihnen gerne Bilder schicken, geht aber nicht (lehne facebook oder twitter ab).
Mit freundlichem Gruß

F.Schwanghart

  • Antwort von Quer Redaktion, Montag, 11.November, 07:37 Uhr

    Lieber Friedrich Schwanghart, Sie können Ihren Themenvorschlag per E-Mail an die Kollegen von der Fernsehplanung unter sendung.quer@br.de schicken. Mit Dank und besten Grüßen aus der Quer Online Redaktion Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
    Kommentar-Richtlinien bearbeitet.

  • Antwort von Felix, Montag, 11.November, 14:19 Uhr

    Da hilft doch am besten die StVO und die Polizei. Wohnwagen können 14 Tage im öffentlichen Raum abgestellt werden. Foto/Zeugenangaben und an das Ordnungsamt damit, sollte länger geparkt werden.

  • Antwort von Lauffeuer, Dienstag, 12.November, 11:09 Uhr

    Da gab es eine Sendung im BR über Rent- Sprinter von Sixt, glaube ich.Die nahmen den Anwohnern die Parkplätze, weil sie selbst keinen Platz hatten. Soll gesetzlich ok sein...

    In München, wo es noch „ ländlich“ aussieht, verstehe ich auch nicht, dass Anwohner nicht auf eigenem Grund parken müssen. Da hat man geschlossene Tore vor den Garageneinfahrten und ist zu bequem, die zu öffnen, um einzufahren. Steht also auch noch im öffentlichen Raum.

Hella, Sonntag, 10.November 2019, 05:23 Uhr

22. China Scoring ist dagegen harmlos

Ich knüpfe nochmals an die Sendung von quer an, bei dem es um Totalüberwachung von Chinesen geht. Aber wie weit sind wir noch davon entfernt?
Das US Militär baut eine gigantische Biometriedatenbank auf (ABIS) inklusive DNA, Face und weitere Merkmale. Die NATO will das jetzt auch (NABIS). Selbstverständlich haben auch Polizeibehörden ihre Begehrlichkeiten (FBI) und in Zukunft noch mehr.

US Schüler werden von "Gaggles" auf Suizid-Wahrscheinlichkeit überwacht. Auch ausserhalb der Schule. Freiwillig, heisst es. Lehnen sie es ab, können sie die Einrichtungen der Schule nicht nutzen.

Das DVG (Digitale Versorgungsgesetz) von Spahn ist nun durch. Die Industrie jubelt. Kranke ohne Smartphone können nicht mehr krank werden, weil der Arzt nun auch "Apps" verschreiben darf? Freiwillig ist zumindest die Datensammlung nicht.

Die Privatwirtschaft schnüffelt bei jeder Gelegenheit persönliche Daten ab. Wer auf diese Werbung oder Gewinnspiele eingeht ist selbst schuld.

Also wo stehen wir?

  • Antwort von Kerstin Manlow, Dienstag, 12.November, 11:03 Uhr

    Das ist gar nicht so falsch, was Sie da schreiben. Die DSGVO malträtiert die Inlandsunternehmen bis zum erbrechen und die Schlauberger gründen "Ltd's" in Dublin, Manchester und London. Auskunft nach DSGVO? - Pustekuchen.
    Diese virtuellen Firmen blocken alles ab, obwohl die Eigentümer der Webseiten in Deutschland ihren Sitz haben. Steuerfahndung? - Pennt bzw. haben keine Handhabe.
    Webseiten werden natürlich mit "Privacy-Schutz" vor Abfragen gesichert. Übrigens sitzen da in diesem "City-Adress" Haus, von dem Panorama auch schon berichtet hat, renommierte Unternehmen z.B Google Ads Management und andere.

    Wer hat sich nur diesen "Datenschutz" ausgedacht, der halbkriminellen Unternehmen Schutz bietet und den Konsumenten nicht? Oder sollten diese Macbenschaften erst dadurch möglich gemacht worden sein?

bazi, Samstag, 09.November 2019, 14:09 Uhr

21. Die Bürokratie schafft, woran die Grünen gescheitert sind

Die Grünen sind ja mit ihrer Idee des Veggie-Days (Warum Veggie und nicht Fleischlos) gescheitert
und die Bürokratie schafft es nun. Respekt.
Das heißt jetzt für die CO2-Verschmutzer - wir müssen mehr Bürokratie einführen.