BR Fernsehen - quer


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quer komplett Sendung und Kommentare vom 31.10.2019

Wie Bayern zum Speckgürtel wird // Braucht die Verfassung Schutz vor der AfD? / Syrienkrieg auf dem Fußballplatz? // Duell der geschützten Arten: Wenn die Libelle den Biber sticht // Denkmalschutz kontra Klimaschutz - u. v. m. in dieser quer-Sendung:

Stand: 30.10.2019

Zum Pendeln verdammt: Wie Bayern zum Speckgürtel wird

Nur ein Beispiel von vielen: 30 000 Menschen im Landkreis Dillingen fahren weit zur Arbeit. Die Zahl der Fernpendler dort ist seit 2000 um 30% gestiegen. Der öffentliche Nahverkehr existiert hier nur lückenhaft, ums Autofahren kommt kaum einer herum. Und der Staat fördert Pendeln sogar, als Teil des Klimapakets. Wohnortnahe Arbeit ist in der Landesentwicklung hingegen anscheinend weniger vorgesehen. In der Folge steigen selbst in entlegenen Regionen die Immobilienpreise. Droht die „Speckgürtelisierung“ Bayerns?

Rechtsextreme „Mitte“: Braucht die Verfassung Schutz vor der AfD?

Der Verfassungsschutz stuft den völkischen „Flügel“ der AfD als Verdachtsfall ein. Nach Einschätzung des Präsidenten Haldenwang wird der Flügel gar „immer extremistischer“. Bekanntester Anführer des Flügels ist Björn Höcke. Doch statt sich zu distanzieren, hat Parteichef Alexander Gauland nach der Thüringen-Wahl erklärt, Höcke sei in der Mitte der Partei. Wie es aussieht, könnte Markus Söder mit seiner jüngsten Einschätzung recht gehabt haben: Für ihn ist die AFD die neue NPD. Letztere wurde 2017 nur deshalb nicht verboten, weil sie zu unbedeutend war – was man über die AfD wahrlich nicht behaupten kann.

Entfremdung statt Integration? Syrienkrieg auf dem Fußballplatz

Erst waren da die gefälschten Abgaswerte, jetzt ist es die Diskussion um drohende Fahrverbote: Das Dieselauto hat ein Imageproblem. Doch Hersteller und Politiker beschwichtigen – „alles halb so wild“. Denn wer will schon Arbeitsplätze und Wählerstimmen riskieren. Unglaubwürdig? Ja - sagen zumindest Experten, die jeden Tag mit den Auswirkungen des Dieselskandals umgehen müssen: Auto- und Gebrauchtwagenhändler. Und die wissen schon jetzt: Das Ende des Dieselantriebs ist nah.

Duell der geschützten Arten: Wenn die Libelle den Biber sticht

Im Erdinger Moos bei Ismaning fühlt sich seit vielen Jahren der Biber wohl. Zum Leidwesen der Bauern, sorgt er doch für überflutete Felder und durchlöcherte Wege. Trotz aller Klagen durfte gegen den bedrohten Biber kaum etwas unternommen werden. Doch jetzt kommt ausgerechnet der Artenschutz den Bauern zur Hilfe: Die Helmazurjungfer, eine Libellenart, ist nämlich noch viel gefährdeter als der Biber. Sie braucht fließendes Gewässer zur Brut und keine Stauseen, wie sie der Biber anlegt. Also darf der Biber jetzt weg. Und weil es nirgends mehr Ausweichplätze für Biber gibt, wird er halt erschossen. Dem Artenschutz zuliebe.  

Geschichte oder Future? – Denkmalschutz kontra Klimaschutz

Am Marktplatz von Goldkronach in Oberfranken möchte ein Hausbesitzer auf seinem Dach Solarstrom erzeugen. Gut fürs Klima. Aber schlecht fürs historische Ensemble, sagt der Denkmalschutz, und ist dagegen. Doch ist diese Abwägung angesichts der Klimakrise zeitgemäß? Ein Argument des Amtes klingt indes durchaus zeitgemäß. Die Anlage störe nicht nur von der Straße, sondern sogar vom Weltall aus. Denn Touristen, die den Ort vorab via Internet anschauen, könnten vom Anblick des Solardachs abgeschreckt werden.

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Alfred, Donnerstag, 07.November 2019, 04:00 Uhr

42. Hasspostings

Die SPD ist nicht schlecht. Christine Lambrecht ist der Beweis. Endlich jemand vom Fach mit juristischer Qualifikation und sehr gutem Sachverstand.
Ihre Bewertung von Beleidigung, Hetze, Mobbing und Hass in öffentlicher Form muss strenger juristisch bewertet werden als eine Beleidigung z.B. am Stammtisch und es müssen deutlichere Strafen folgen. Ich finde, sie macht das richtig gut.

Ausserdem ist es offensichtlich, dass die Hassposter ein Charakter- und Bildungsproblem haben. Grundsätzlich darf alles und jeder kritisiert werden. Ja, selbst Juden oder Israelis dürfen für ihre manchmal sehr fragwürdige Siedlungspolitik kritisiert werden. Auch Politiker dürfen, ja sogar müssen, sachorientiert kritisiert werden.
Es ist also eine Frage der Artikulationsfähigkeiten.

Somit ist das Bild erschreckend, dass so viele Menschen offenbar Probleme haben, sachliche Kritik zu formulieren. Die Vielzahl der rechtsgerichteten Kommentare heisst ja dann, bildet die Rechten zu Menschen aus.

Alfred, Mittwoch, 06.November 2019, 12:54 Uhr

41. Aktionstag gegen Hasspostings

Toll!

Es ist lobenswert, dass endlich mehr dagegen unternommen wird. ABER, wer denkt sich bloss solche Bezeichnjngen aus?
Das hört sich an wie: heute machen wir mal wieder einen Verkehrssicherheitstag, eine LKW-Grosskontrolle, mal eine Handyaktionskontrolltag oder was weiss ich welche besonderen Anlässe es noch gibt.
Alle haben eins gemeinsam. Sie finden eher selten periodisch statt. Für die Hassübeltäter ein sehr deutliches Signal. Übermorgen können wir uns wieder auskotzen?

Bitte ein bisschen mehr psychologisches Denken bei den Initiatoren.0

Öko, Dienstag, 05.November 2019, 14:18 Uhr

40. Guten Morgen, Bundesregierung

Wasserstoff ist der Antrieb der Zukunft. Na suoer, dass ihr auch schon darauf gekommen seid.
Wenn da von einem geförderten VW e-Up mit einer Reichweite von BIS zu 260 km geworben wird, frage ich mich, wo VW seinen Verstand gelassen hat. Selbst wenn es 12.000 Euro Zuschuss gäbe, tut sich das kein praxisorientierter Mensch an. Flopp ist vorprogrammiert.

260 km und dann auch noch "bis zu"? Das heisst, unter ungünstigen Umständen, Winter, heizen, Licht, Heckscheibe usw. und dann noch die Abzüge der Kälteeinwirkung auf den Akku.

Habt ihr sie noch alle?

Münchner 1972, Montag, 04.November 2019, 15:26 Uhr

39. Solarzukunft

Lasst doch endlich diese Baracken, den diese in Deutschland Häuser nennen, mit Solaranlagen bestücken. Die Zukunft ist wichtiger als die Vergangenheit.

Beobachter, Montag, 04.November 2019, 14:11 Uhr

38. irreführende Bilder

Mit der Bildrecherche nimmt es quer wohl nicht so genau?
Im Beitrag "Speckgürtel" kommentiert der Sprecher aus dem Off das Bauen im Speckgürtel, parallel dazu laufen aber Bildaufnahmen aus München (Ecke Bad-Schachener-Straße / Krumbadstraße - also keine 200 m vom Mittleren Ring bzw. im U-Bahn-Innenbereich).

Schade - das ist in jüngerer Vergangenheit bereits das wiederholte Mal, dass es Quer mit einer halbwegs tief schürfenden Recherche nicht so genau nimmt.
Einfach sich im BR-Bildfundus bedienen, erinnert an Copy-Paste-Methode.

  • Antwort von Öko, Dienstag, 05.November, 05:01 Uhr

    Ja, glücklich ist der, der den Sinn erkennt. Wenn im sonstigen Leben jeder so pingelig und akurat wäre?

    Sollen wegen ein paar "echten" Speckbildern ein Kameratrupp losgeschickt werden, das Kosten verursacht und unökologisch ist? - Probieren sie es doch malmit etwas Phantasie und Toleranz.

  • Antwort von Beobachter, Dienstag, 05.November, 16:34 Uhr

    Sie können das gerne Pingelig nennen, für mich ist es eine Frage der Glaubwürdigkeit.

    Bei einem seriösen Fernsehjournalismus gehe (zumindest) ich davon aus, dass die mir gezeigten Bilder und der Text zusammengehören. Das taten sie aber (zumindest) in diesem Fall nicht! Und wer das Forum hier in der Vergangenheit mitverfolgt hat, dem ist aufgefallen, dass solche Unstimmigkeiten i häufiger auftreten (mal ist der falsche Ort genannt, usw.).

    Tut der Glaubwürdigkeit der Redakteure und der Sendung nicht besonders gut!

    Und sorry - "Kosten, unökologisch" ...
    Ein Aufnahmeteam war ja im Speckgürtel (siehe Interviews!), aber augenscheinlich hat es dort nicht die passenden Bilder gefunden.
    Dann also der Griff in die (ich nenne das mal so:) "Trickkiste?