BR Fernsehen - quer


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quer komplett quer vom 26.09.

Zu teuer, zu gefährlich? Vom Ende der Alleen // Naturerlebnis im Plastikgewand // Klimaschutzaktivisten: Von der Straße in die Politik? // Rollstuhlfahrerin muss ihr Baby abgeben // Wie Immobilien-Riesen Mieter schröpfen - u. v. m. in dieser

Stand: 25.09.2019

Zu teuer, zu gefährlich? Vom Ende der Alleen

In Irnsing im Landkreis Kelheim sind Bürger aufgebracht: Eine alte Lindenallee soll gefällt und durch junge Bäume ersetzt werden. Alleen und große, alte Bäume sind vielen Gemeindeverwaltungen ein Dorn im Auge, ihr Erhalt kostet viel Haushaltsgeld. Und dann müssen sie ja noch auf Verkehrsgefährdung geprüft werden. Dennoch sind sie nicht nur ein Hingucker und ein Stück Heimat, sondern auch wichtig für die Artenvielfalt.

Voll abgeschirmt: Naturerlebnis im Plastikgewand

Der Herbst ist die beste Wanderzeit! Stressgeplagte Städter wollen die Natur mit allen Sinnen erleben. Natürlich gut eingepackt in für jedes Wetter geeignete Funktionskleidung – aus Plastik. In Zeiten von zu viel Mikroplastik ist das tendenziell umweltschädlich. Auch Altkleidersammler müssen Funktionskleidung teilweise als Müll entsorgen – die Plastikstücke taugen nicht mal als Putzlumpen, da sie ja kein Wasser aufnehmen. Aber warum kleiden sich Menschen selbst bei leichten Wanderungen in teure Expeditions-Klamotten? Die psychologische Erklärung: Abenteuer werden heutzutage nicht mehr erlebt, sondern bestenfalls noch am Körper getragen.

Klimaschutzaktivisten: Von der Straße in die Politik?

Über eine Million meist junge Menschen demonstrierten am Freitag weltweit für Klimaschutz. Gleichzeitig kam aus der Politik ein für sie enttäuschendes Klimapaket. Manche wie der frühere Umweltminister Klaus Töpfer fordern: Jetzt ist die Zeit, in der die Demonstranten in die Politik gehen sollten, damit die Wirkung der Proteste nicht verpufft. Tatsächlich wollen nun Aktivisten der Klimaschutzbewegung in Passau auf verschiedenen Parteilisten zur Kommunalwahl antreten. Die Fridays-for-Future-Bewegung steht vor einer Richtungsentscheidung: Außerparlamentarisch bleiben – oder auch die Parteien nutzen?

Behördenskandal? Rollstuhlfahrerin muss ihr Baby abgeben

Es ist wohl der Alptraum jeder Mutter: Kurz nach der Geburt muss sie das Neugeborene weggeben. Einer Frau mit Gehbehinderung in München ist das vor Kurzem passiert. Obwohl sie vor der Geburt Anträge auf eine Elternassistenz gestellt habe, sei der Antrag von den Behörden bis zur Geburt des Kindes nicht bearbeitet worden. Die Behörde weist die Vorwürfe zurück. Man hätte wegen fehlender Unterlagen die Zuständigkeit nicht prüfen können. Da die Mutter deshalb nach der Geburt ohne Hilfe war, sahen die Behörden die Versorgung des Kindes als nicht ausreichend an und gaben es über Monate zu einer Pflegefamilie. Erst nachdem eine Betreuerin aus eigener Tasche der Mutter helfen will, kommt das Kind (vorerst!) zur Mutter zurück. Einzelfall oder Systemfehler?

„Eigentum verpflichtet“? – Wie Immobilien-Riesen Mieter schröpfen

Kurz vor dem Jahreswechsel wurden in München ehemalige GBW-Mieter über bevorstehende Renovierungsarbeiten informiert. Gerade noch rechtzeitig, um nicht unter die zum neuen Jahr strengeren Umlageregeln zu fallen. Jetzt bekommen die Mieter zwar Balkons, die sie nicht unbedingt wollten, aber dafür steigen die Mieten teilweise von wenigen hundert auf über tausend Euro. Einmal mehr zeigt sich: Gerade große Immobilienfirmen legen das Grundgesetz mit seinem Allgemeinwohlansatz gern hemmungslos gewinnorientiert aus.

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Reiner, Freitag, 04.Oktober 2019, 10:25 Uhr

31. Schade, Quer fehlt

Da kriegt der Nuhr im Ersten Shitstürme aus allen Richtungen. Links-grün-rechts-braun-versifft ist er also. Dabei hat er ja so recht. Und er hat sie gestern wieder vorgeführt. Sehr gut.
Offensichtlich können die social media Nutzer ihr Spiegelbild selbst nicht ertragen. Satire vom Feinsten. Fehlt eigentlich nur noch Quer.

Trampel, Donnerstag, 03.Oktober 2019, 14:58 Uhr

30. Wieso???

Wieso lässt es sich die versammelte Weltpresse das gefallen? - Was?

Dieser Lügner Trump setzt sich da mit dem finnischen Präsidenten hin, um seine vrrbalen Ausfälle gegenüber jedermann loszuwerden. Nun reichen diesen Hetztiraden als Fake-News nicht mehr, jetzt werden sie (die Presse) als korrupt tituliert. Und keiner der Presseleute widerspricht?
Ich fasse es nicht. Da sind herausragende Journalisten von der Washington Post, NYT und etlichen anderen serlösen Medien vorort und sie lassen es wie frommme Schäfchen kurz vor dem Riß des grossen bösen Wolfes über sich ergehen.

Also Entschuldigung, wenn mir so offensichtlich falsches an den Kopf geschmettert bekommt, dann wird es laut. Sehr heftig laut. Trump scheint ein ausgewachsenes Kind zu sein, dem man in seiner Erziehung offenbar alles durchgehen ließ. Irgendjemand muss damit anfangen, diesen schwer erziehbaren, zu disziplinieren.
Oder sind die amerikanischen Medien so eingeschüchtert, dass keiner mehr ein "Määäh" rausbringt?

Norbert B., Dienstag, 01.Oktober 2019, 16:22 Uhr

29. Die meisten Flüge von Abgeordneten werden von Grünen abgerechnet

Angeblich werde eine Kompensation bezahlt. Wer kann das wo und wie überprüfen?
Kann ich also mit einem SUV mich sorgenfrei und umweltschützend machen, wenn ich Kompensation bezahle?

  • Antwort von Bruno Schillinger-Safob, Mittwoch, 02.Oktober, 18:14 Uhr

    Kleiner Tipp zur Kompensation: Machen sie es wie die Politiker/Bürokrauts - von linker Tasche in die rechte Tasche. Sie können dann überall sagen, dass sie Kompensation bezahlt haben und im Gegensatz zu Politikern, usw. geht auf diesem Weg nichts für Berater/usw. verloren. :-)
    PS mal sehen, wann es erste Spam Mails gibt mit Adressen wo man diese Kompensation abdrücken kann. Wette: VTDs* zahlen auch dahin und prompt - wollen es noch von der Steuer absetzen.
    *DD = Voll Teutsche Deppen

Reiner, Dienstag, 01.Oktober 2019, 11:01 Uhr

28. Shitstorm

Was ist bloß mit den Stürmen los?

Nach Herbststurm jetzt der Shitstorm. Für Dieter Nuhr verbunden mit einer weiteren Kuriosität. Wenn Dumpfbacken wüste Beschimpfungen im Netz verbreiten ist das sehr, sehr böse. Wenn es sich dieser Nuhr erlaubt, die heilige Greta zu verarschen sind übelste Beschimpfungen also erlaubt?

Das Netz verblödet. Wer soll da einen vernünftigen Algorithmus für die künstliche Intelligenz entwickeln?

  • Antwort von Squareman , Mittwoch, 02.Oktober, 14:37 Uhr

    Nuhr ist mit Vorsicht zu genießen, er hat auch mal gegen den Nichtraucherschutz gewettert.

  • Antwort von Reiner, Donnerstag, 03.Oktober, 15:06 Uhr

    Gerade diese Unangepasstheit liebe ich bei Nuhr. Der ist ehrlicher als die meisten Umweltschutzheuchler, die ihr Glück im modernen Ablasshandel sehen. Das gegenseitiger Fingerzeigen ist ja schon voll im Gange. Warum SUV, warum Greta nicht im Flugzeug ohne Crew, warum 2 Regierungsmaschinen, warum Fleisch essen, warum Flugreisen, warum Urlaub etc. pp.

    Erst gestern hat es jemand klar und deutlich gesagt: Wer es ernst meine mit Klimaschutz, müsse den Konsum drastisch einschränken. Es sind zu viele Menschen auf der Welt.

Reiner, Dienstag, 01.Oktober 2019, 00:16 Uhr

27. 1. Herbststurm

...und die Panik kommt auch in dieser Jahreszeit. Bei der Bahn ganz besonders.

Da stehen die Bahnkunden wieder auf den Bahnsteigen und werden von Reportern interviewt, um sich über die fehlenden Informationen der Bahn zu beklagen. Alle Jahre wieder. Da steht nur Unwetter auf den Anzeigen und keiner sagt den Leuten wie es weiter geht.

Ich wundere mich bald über nichts mehr, aber auf die vorstehende Frage hätte ich eine Antwort: Bis der Sturm sich gelegt hat. Die Bahn sollte baldmöglichst Hellseher oder Supermanwetterfrösche einstellen. Oder versucht es mit KI, weil triviale Verbundenheit mit der Natur verloren gegangen ist.

Aber sicher, dieser Sturm ist auch wieder dem Klimawandel zuzuordnen. So etwas gab es früher nie ;-)