BR Fernsehen - quer


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quer komplett Sendung und Kommentare vom 11.7.

Bräustüberl klagt gegen Google // Bayerns Seenotretter und die Politik // Frisst der Bau-Boom bayerische Wälder? // Wie viele E-Bikes passen auf den Berg? // Handwerk versinkt im Gewerbemüll - u. v. m. in dieser quer-Sendung

Stand: 10.07.2019

Wirt contra Google: Bräustüberl klagt gegen Internet-Riesen

Das Bräustüberl in Tegernsee ist fast immer rappelvoll. Zumindest sagt Google das. Außerdem informiert Google den Nutzer, dass mit langen Wartezeiten zu rechnen ist. Nur ist das Bräustüberl mit seinen über 1.000 Plätzen eigentlich nie so voll und die Gäste, die da sind, müssen gar nicht lange warten. Irgendetwas an der Google-Anzeige ist falsch. Dumm nur, dass viele Nutzer Google glauben und das Bräustüberl gar nicht erst besuchen. Für den Wirt verbreitet der Internetgigant geschäftsschädigende, falsche Aussagen. Deswegen will er klagen. Aber für ein Wirtshaus ist es gar nicht so einfach, gegen einen Internetgiganten vorzugehen.

Stürmische Gewässer: Bayerns Seenotretter und die "große Politik"

Überfüllte Boote, erschöpfte Geflüchtete, Seenotretter im Dauereinsatz. Mit dem milden Wetter gerät auch in diesem Sommer die Migrationsdebatte wieder in die Schlagzeilen. Die deutsche Politik ist von der Sorge geleitet, mit einer neuen Debatte über Einwanderung den Rechtspopulisten in die Hände zu spielen. Europas Nationalisten wie Salvini und Orban profilieren sich als Abwehrkämpfer gegen eine angebliche Invasion. Und die privaten Seenotretter versuchen, inmitten dieses Interessengeflechts Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Auch in Bayern haben die Retter Hochsaison: Die einen koordinieren Schiffseinsätze, die anderen stechen selbst in See, und wieder andere erklären sich und ihre Kommunen zu sicheren Häfen.

Kampf um Kies: Frisst der Bau-Boom bayerische Wälder?

Weil München immer mehr wächst, soll im Würmtal jetzt ein Wald gerodet werden. Denn unter dem Wald liegt bester Kies und der Kieshunger des Baugewerbes ist nahezu unstillbar. Die Bürger vor Ort sehen nicht ein, dass ihr Wald fallen soll, damit München wachsen kann. Der örtliche Kiesgrubenbetreiber sieht nicht ein, dass er seine Firma schließen soll, damit der Wald stehen bleibt. Die jetzigen Reserven sind vielerorts so gut wie aufgebraucht. So führt der Kieshunger der Stadt zu Streit auf dem Land.

Ansturm auf die Alpen? Wie viele E-Bikes passen auf den Berg?

Beim Radfahren schwitzen? War gestern. Inzwischen „fliegen“ selbst untrainierte Mitmenschen mit ihren e-motorisierten Mountainbikes die Bergwege hoch. Toll für Hoteliers, Hüttenwirte und E-Bike-Vermietungen. Nicht so toll für Wanderer, Umweltschützer und die Natur. Inzwischen denkt man sogar in der CSU über Verbote nach und fordert E-Bike-Sperrzonen. Aber ist der Boom noch aufzuhalten? Immerhin werden dieses Jahr mehr E-Mountainbikes als normale verkauft. Und die motorisierten Bergradler sind als zahlungskräftige Touristen für viele Orte unverzichtbar.

Alles für die Tonne: Handwerk versinkt im Gewerbemüll

Bayerische Handwerker versinken im Müll, denn Müllverbrennungsanlagen nehmen den Abfall einfach nicht mehr an. Das Problem: Die Verbrennungsanlagen sind schon mit dem Müll der Privathaushalte belastet, der früher nach Asien oder Osteuropa exportiert wurde. Seitdem die ihre Deponien nicht mehr mit deutschem Abfall befüllen wollen, muss er hier „thermisch verwertet“ werden. Da bleibt nicht mehr viel Platz für Gewerbemüll. Folge: Preissteigerungen von bis zu 800% für die Handwerker - wenn sie ihren Müll überhaupt noch losbekommen.

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Schulmeister, Montag, 15.Juli 2019, 22:18 Uhr

45. Lange Rede, eigentlich kurzer Sinn

Sind wir bereit deutlich unseren Wohlstand auf ein klimafreundlicheres Leben zu reduzieren ohne zu wissen, ob das andere Staaten nachmachen? Sind wir bereit Geschäfte mit klimafeindlichen Staaten auszusetzen und zu beenden? Sind wir bereit auf liebgewonnen' Produkte zu verzichten?

Allein, mir fehlt der Glaube. Das Volk der Besitzstandswahrer macht das nicht. Soll doch mein Nachbar mehr dafür tun ist doch eher die allgemeine, aber gut gehütete Denkhaltung.

Viel Spass noch am Klima wandeln,

der Schulmeister mit Oberlehrerqualität ;-)

Schulmeister Teil 2, Montag, 15.Juli 2019, 22:02 Uhr

44. Pseudoklimaschützer

Und wie geht es weiter?
Genauso heuchlerisch wie immer. Wir konsumieren diese eigentlich schädlichen Produkte aus allen Herren Länder. Wir machen Geschäfte mit diesen vorgenannten Länder. Palmöl alleine ist schon dramatisch für den Regenwald. Kompensieren wir die Nachteile für Brasilien und Indonesien? Gibt es Angebote für andere Wirtschaftsbeziehungen? Zeigen wir Chinesen oder Amerikanern im Konsum, dass sie schneller ihr Verhalten ändern müssen? - Allesamt, nein.
China expandiert um jeden Preis. Danach gibt es Klimaschutz. Aber jeder von uns konsumiert den China-Kram. Ein Widerspruch.
Genauso, weil auch wir Konsumenten Heuchler sind. Denn die Banane, frische Tomaten im Winter, Schnittblumen aus Afrika und das bitte möglichst billig kaufen wir.
Die komplette Wirtschaft und unser Konsumverhalten sind klimaschädlich.
Die CO2 Besteuerung fördert nur den Preistreiber-Ringelpiez ohne reale Wirkung, s. Schweiz.
Klimawandel, aber bitte ernsthaft angehen. Not only fridays!

Schulmeister, Montag, 15.Juli 2019, 21:47 Uhr

43. Klimawandel und diese Deutschland-Hysterie

Der Klimawandel ist ein Faktum. Klar. Man oder besser gesagt jeder muss was dagegen tun. Auch klar. Aber was nützt es dem Weltklima, wenn Deutschland alle Ziele schulmeisterhaft erreicht, um dann 2030, 2040 oder später festzustellen, es hat nicht gereicht? Und zwar deshalb, weil so wie es schon beim Atomausstieg oder nun beim Braunkohleausstieg war, niemand der Hauptemittenten folgt?

Das Ergebnis zählt. Und das wird mit Sicherheit verfehlt. Ganz einfach, weil wir unsere Diskussionen lediglich in und für Deutschland führen.

China, Indien und Amerika müssten massiv klimafreundlicher agieren. Brasilien und Indonesien holzen extrem Regenwald ab. So, und da ist das Dilemma. Es geht um Gier, Geld und Wohlstand. Verständlich, weil ein indonesischer Kleinbauer mit dem Anbau und Ertrag von Palmöl Geld verdient. Bei Brasilien ist es ähnlich.

Aber was machen wir dagegen? Palmöl konsumieren ohne Ende. Fleisch kaufen aus Brasilien, die sogar artgerecht gehalten werden.

Na, dämmert's?

Grinpieser, Montag, 15.Juli 2019, 15:48 Uhr

42. Nette Aktion von Greenpeace auf Amazon Dach

Aber wozu protestieren die nur gegen die Rücksendevernichtung und nicht gleich gegen den ökologisch irrsinnigen Onlinehandel?
Aha, vielleicht weil sie trendige Konsumenten von diesem Steuervermeider sind?

Inkonsequent!

Bruno Schillinger-Safob, Montag, 15.Juli 2019, 14:49 Uhr

41. Schaut Google auch quer?

Wie bewertet Google wohl quer? Sind die Fernseher dann überbelegt?
Offensichtlich reagieren solche Firmen nur noch auf MEdiendruck und nicht mehr auf den normalen Verstand,

Bräustüberl versus Google Wirt wehrt sich gegen Weltkonzern
Google Maps zeigt eine halbe Stunde Wartezeit für ein Restaurant an, obwohl mehrere Tische frei sind? Ein Wirt am Tegernsee wehrt sich nun gegen den Dienst und zieht vor Gericht.

....Am Freitag war der umstrittene Chart plötzlich verschwunden, mehrere Medien hatten zuvor über den Fall berichtet.....

Link für Redaktion https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/braeustueberl-versus-google-wirt-wehrt-sich-gegen-weltkonzern-a-1277339.html

  • Antwort von Franz Gockel, Montag, 15.Juli, 15:55 Uhr

    Aber sicher zittert Google vor Quer.

    Denn dieses Beispiel zeigt ja die erheblichen Unzulänglichkeiten, dieser ach so intelligenten Algorithmen. So gesehen beruhigt mich das sogar etwas. Denn wenn so alles bei Google funktioniert, muss man sich weniger Sorgen machen.
    KI ist es jedenfalls nicht. Triviale kumulative LBS-Analyse (location based services).

  • Antwort von Bruno Schillinger-Safob, Montag, 15.Juli, 22:00 Uhr

    @Franz
    Wir sind in DummenlaähDeutschland und da wird id eKI propagiert,w eil es an der NI (natürlichen Intelligenz) fehlt. Alle (die 0,1% zählen nicht) sind froh, wenn ihnen jemand sagt was sie zu tun haben.
    PS persönlich warten wir weiter auf eine genaue Definition von Intelligenz - egal ob K oder N - die jeder aufsagen muss, der sich dazu äußert plus die alte Regel "alle 2 Jahre verdoppelt sch die Leistung, halbiet sich der Preis". Denn Computer die GO spielen und alles gewinnen sind überlegen
    Vor Jahren ahebn wir mal die Lehrlinge genervt und ihnen gesagt die Versetzung sei gefährdet - Beweis: Liste auf Tabellierpapier. Sofort gab es Geschrei. Wir haben 1 Std. gebraucht um denen klarzumachen - verschiedene Klassen - kein Zugang zu Schuldaten - das ist NUR Computerpaier und darauf wurde GETIPPT. Das war 1986 und die Computergläugigkeit hat sich nicht geändert.
    Wir sagen "Der Computer hat IMMER Recht, aber NUR in den programmierten Strukturen" und die werden seltenst hinterfragt