BR Fernsehen - quer


54

quer komplett Sendung und Kommentare vom 6.6.

Tödliche Abbiegeunfälle // Trachtlerprotest gegen Klingen-Verbot // Kommunaler Klimanotstand // Erstes Handy-Verbot an Metzgertheke // Schlamm drüber - Kläranlagen in Entsorgungsnot - u. v. m. in dieser quer-Sendung

Stand: 05.06.2019

Tödliche Abbiegeunfälle: Es passiert, weil nichts passiert

Es ist wieder passiert. Vor zwei Wochen wurde in München ein 11jähriges Kind auf seinem Fahrrad von einem abbiegenden Lastwagen erfasst und tödlich verletzt. Es ist ein tragischer Unfall von vielen in den vergangenen Jahren. Dabei gibt es mittlerweile Abbiegeassistenten, durch die die meisten dieser Unfälle verhindern werden könnten. Doch warum wird nicht gehandelt? Spediteuren ist die eigentlich billige Technik noch immer zu teuer, Städte sperren Lastwagen ohne Abbiegeassistent noch immer nicht aus - und der Verkehrsminister? Fördert zwar den freiwilligen Einbau, setzte sich aber mit einer Pflicht zum sofortigen Umrüsten in der EU nicht durch.

Auf Messers Schneide? Trachtlerprotest gegen Klingen-Verbot

Die Trachtler, die Brotzeitmacher, die Picknicker. Alle könnten demnächst betroffen sein von einer neuen Gesetzesinitiative, die Messer über 6cm Länge generell verbieten möchte. Damit soll auf eine Zunahme der Messerattacken reagiert werden. Doch gibt es die überhaupt? Die statistische Datenlage ist diffus, und trotzdem soll mit dem Verbot dem Sicherheitsgefühl der Bürger sowie der medialen und politischen Erregung Rechnung getragen werden. Die Trachtler fühlen sich gegängelt und gehen auf die Barrikaden.

Kommunaler Klimanotstand - Politik-Revolution von unten?

Während das Klimakabinett der Bundesregierung weiterhin nur Zeitpläne und vage Absichtserklärungen verkündet, ergreifen die Kommunen die Initiative: Immer mehr Städte – in Bayern nun auch Erlangen - rufen den Klimanotstand aus und verpflichten sich, Klimabelange in ihren politischen Entscheidungen stärker zu berücksichtigen. Was bedeutet das? Alles nur PR? Nur werbewirksames Greenwashing? Oder ein echter Politikwechsel mit Vorbildfunktion für die Bundespolitik. quer über eine Klimarevolution von unten.

Anstand wurscht? - Erstes Handy-Verbot an Metzgertheke

Kennen Sie, oder? Man steht irgendwo in der Schlange und zückt – quasi automatisch – sein Handy, schließlich will man die verrinnende Lebenszeit sinnvoll nutzen. Das analoge Personal hinter der Metzgertheke verliert nicht selten gegen die digitalen Reize. So ignorieren die Kunden immer öfter die elementaren Anstandsregeln und Umgangsformen. Wie konnte uns diese Technik in kurzer Zeit zu unhöflichen, respektlosen Smombies machen? Nun formiert sich Widerstand gegen die Verrohung der Sitten: In einem Würzburger Supermarkt und auf deutschen Autobahnen.

Schlamm drüber - Kläranlagen in Entsorgungsnot

Das Landratsamt Hassberge erstellt Anzeige wegen falscher Ausbringung von Klärschlamm auf zwei Feldern. Die Entsorgungsfirma spricht von einem vertauschten Lieferschein, der Bauer ist sauer, die Kommunen ratlos. Eigentlich wäre Klärschlamm ja ein super Dünger, wäre er nicht mit Mikroplastik, Medikamenten, Keimen etc. verunreinigt. Und mit der neuen Düngeverordnung wird noch strenger reglementiert, wie viel Klärschlamm auf die Äcker gekippt werden darf. Die Preise für die Entsorgung steigen und steigen, die Kläranlagen müssen findiger werden, wie sie ihren Klärschlamm reduzieren. Entsorger und Kommunen fragen sich: Wohin mit dem Dreck?

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

Diese und weitere Themen in quer vom 6.6.2019. Kommentieren Sie hier, auf facebook.com/quer oder bei Twitter mit @BR_quer oder #BR_quer.


54

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Klaudia Spickermann, Sonntag, 09.Juni, 12:26 Uhr

42. Sendung vom 6.6.

Sehr geehrter Herr "Quer"- so eine hervorragende Sendung, die müßte täglich wiederholt werden, um das erwünschte neu zu
belebende Gemeinschafts(mit)denken längerfristig nicht nur in den Händen sondern auch in den Hirnen zu installieren. Aller-, allerherzlichsten Dank und unbedingt weiter so. MfG K.Spi.

Angelika, Sonntag, 09.Juni, 10:16 Uhr

41. Kostenlose Alernative zum Abbiegeassisenten

Es gibt in anderen Ländern kluge Köpfe, die mehr als eine (angeblich teure) Lösung, und dann sogar noch eine, die ohne EU-Genehmigung umsetzbar wäre, für dieses Problem gefunden haben. Es nennt sich angepasste Ampelschaltung und funktioniert folgendermaßen: Die Radfahrer haben als Erste grün. Wenn deren Phase nach kurzer Zeit beendet ist, haben alle Fußßgänger gleichzeitig grün und können die Kreuzung auch diagonal queren. Erst wenn die Fußgänger wieder rot haben, dürfen die Autos fahren und dann kann der PKW/LKWfahrer problemlos. abbiegen. Insgesamt ist die Wartezeit für jeden Verkehrsteilnehmer genauso lang wie jetzt, diese Schaltungen, sind aber viel sicherer und effektiver.
Das geht aber leider nur in Ländern, die
1. kein Geld mit zusätzlich vorgeschriebenen Gadgets verdienen wollen,
2. mehr als eine Problemlösung für möglich halten und danach suchen,
3. praktische u. schnell umsetzbare Lösungen bevorzugen.

Also leider nicht bei den Betonköpfen hier.

Willi B., Sonntag, 09.Juni, 08:55 Uhr

40. allgemein / tödliche Abbiegeunfälle

@ Christoph & Team: Ihr seid klasse! (bin Stammzuschauer von da wo es hinter Hamburg auch Heimat gibt ;-))

@ Abbiegeunfälle
Die Straßenverkehrsordnung in D sagt folgendes:
§ 1 Grundregeln
(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
(2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Wenn ein/e RadfahrerIn auf dem Radweg und bei Grün über eine Kreuzung fährt und dann von einem abbiegenden LKW überrollt wird, hat wer den §1 nicht ausreichend beachtet? Schädigt oder belästigt der/die RadfahrerIn etwa den/die LKW-FahrerIn, weil dieser den Anblick des/der verunfallten Zweiradfahrers/in ertragen muss?

Fazit:
LKW, bei denen das Umfeld nicht vollständig eingesehen werden kann, gehören sofort stillgelegt.
Und manch Vorkommentator sollte Nachhilfeunterricht in Sachen Recht, Logik und Anstand nehmen.

Claus D., Sonntag, 09.Juni, 07:42 Uhr

39. Tod einer Schülerin - Abbiegeassistent für LKW

In Deutschland sterben jährlich über 3000 Menschen im Straßenverkehr – im Durchschnitt jeden Tag 9 Menschen. Dass dabei auch Kinder getötet werden und die eigene Stadt betroffen sein kann, ist nicht verwunderlich.
Ich vermute, bei der Mehrzahl der tödlichen Verkehrsunfälle mit Fußgängern und Radfahrern, die innerorts passieren, sind öfters PKW und seltener LKW beteiligt.
Die Kosten für einen Abbiegeassistenten sind überschaubar – und sie betreffen in erster Linie Transportunternehmen. Deshalb dürfte der Vorschlag viel Zustimmung finden.
Sinnvoller wäre es, die StVO durchzusetzen: intensive Überwachung von und Ahndung für Tempoüberschreitungen, Rotlicht-/Abbiegeverbotsmissachtung, Falschparken, Handynutzung am Steuer etc.
Und dann auch Verstöße durch Radfahrer und Fußgänger ahnden.

Peter, Sonntag, 09.Juni, 03:37 Uhr

38. Rückblick bei spitzem Winkel allgemein unzureichend unterstützt

Für das Abbiegen sowie das spitzwinklige Einfädeln aller Autos, auch PKW´s, fehlt es grundsätzlich an ausreichenden Hilfen für Seitenblick. Schon wenn ein Fahrzeug bei genügender Straßenbreite zum Überholen weit ausholt, wird es in manchen Fällen nicht mehr gesehen, wie mir ein konkreter Unfall zeigte. Die üblichen Rückspiegel ermöglichen nur unzulänglich die notwendige Sicht seitlich. Was auf gerader Linie von hinten kommt, wird zwar gesehen. Aber sobald die gerade Linie verlassen ist und sich die Situation bei Überhol- und Abbiegevorgängen laufend neu einstellt, ist der schulmäßige Schulterblick nicht hinreichend und schwierig. Außerdem fehlt es in den Medien, insbesondere Fernsehen, an aufklärenden Sendungen für unfallfreies Verhalten in den vielfältigen Situationen des Straßenverkehrs. Für Auffrischungen zur Straßenverkehrsordnung im Fernshen wird überhaupt nichts mehr getan. Aber Fernsehgebühren kassieren.