BR Fernsehen - quer


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quer komplett Sendung und Kommentare vom 17.1.

Handwerker boykottiert Ingenieure // Abschiebegefängnis kostet Millionen // Digitale Abstinenz: Ist "Off" das neue "In"? // Der Kampf um die Flutpolder // Staat bittet faire Vermieter zur Kasse - u. v. m. in dieser quer-Sendung

Stand: 16.01.2019

Akademiker? No Deal! Handwerker boykottiert Ingenieure

Sie seien arrogant, übergenau und sie würden nicht pünktlich zahlen. Ein Handwerker aus Ingolstadt nimmt keine Aufträge von Audi- und Siemens-Ingenieuren mehr an. Als das jetzt öffentlich wurde, folgte ein wahrer Shitstorm. Nicht gegen den Handwerker, sondern gegen die Akademiker. Viele Kollegen geben ihm Recht, und sogar manche Audi-Mitarbeiter halten den Boykott für nachvollziehbar. Die zunehmende Akademisierung Bayerns sehen jedenfalls viele Handwerker nicht nur mit Freude.

Digitale Abstinenz: Ist "Off" das neue "In"?

Ein Leben ohne Social Media ist möglich, aber für viele sinnlos. Besonders Politikern gelten Twitter, Facebook und Instagram als unverzichtbar. Was wäre, wenn Dorothee Bär nicht ihr neues Kleid bei Instagram zeigen und Cem Özdemir keine Reisefotos mehr twittern könnte? Manche sagen: Es wäre besser. Experten sind sich einig, dass starke Social-Media-Nutzung politische wie gesellschaftliche Diskussionen inhaltlich verflacht und aggressiver macht. Inzwischen steigen immer mehr Menschen aus. Es gibt Social-Media-Ausstiegsbücher, Digital-Detox-Urlaube und sogar Entziehungskuren. Doch während die Bürger skeptischer werden, scheint in der Politik die Begeisterung über die angeblich „sozialen“ Medien ungebrochen.

Teure Altlast? Abschiebegefängnis kostet Steuerzahler Millionen

425 000 Euro Miete im Monat gibt das bayerische Innenministerium für einen Hangar am Münchner Flughafen aus. In dem Hangar wurde aus einem Zaun und Containern ein Abschiebegefängnis für bis zu 30 Insassen errichtet. Seit das „Gefängnis“ eingerichtet wurde, zahlte Bayern zwar 2,1 Millionen Euro Miete, es waren aber insgesamt nur knapp über 40 Insassen dort. Inzwischen fragen sich die Bürger: Wenn es schon ein eigenes bayerisches Abschiebegefängnis braucht – muss das dann zwingend so teuer sein?

Gutachtenschwemme: Der ewige Kampf um die Flutpolder

Der Streit um die Flutpolder bei Regensburg nimmt einfach kein Ende. Nach dem neuesten Gutachten, das vorherige Gutachten bestätigt, soll jetzt, genau: Ein Gutachten in Auftrag gegeben werden. Und zwar zu der Frage, welche Folgen die Polder für die direkten Anwohner hätten. Ohnehin, so heißt es, gehe es ja nur um ein potenzielles Jahrhunderthochwasser. Doch was, wenn der Klimawandel in Zukunft „Jahrhundertereignisse“ alle paar Jahre mit sich bringt? Immerhin gilt auch die aktuelle Schnee-Schwemme als rekordverdächtig.

Miet-Turbo: Wie der Staat faire Vermieter zur Kasse bittet

Wohnen ist teuer. Vor allem in Bayern. Deshalb ist jeder Hausbesitzer, der auf sozial verträgliche Miete setzt, eigentlich ein Held. Nur nicht vor dem Finanzamt. Hausbesitzern in München, die lieber billig vermieten als teuer, wird vom Fiskus Liebhaberei vorgeworfen. Die Folge: Hausinstandhaltungskosten können nicht mehr voll abgesetzt werden. Ein Vermieter, der sein Haus geerbt hat und lieber billig als teuer vermieten will, wird nach den aktuellen Bodenrichtwerten – die sich wiederum indirekt an den aktuellen Mieten orientieren - veranschlagt. Die Folge: Er musste die Mieten erhöhen, um die Erbschaftssteuer zahlen zu können.

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majbrit schulze, bauzaun-verleih, Montag, 21.Januar 2019, 09:11 Uhr

50. german a-a pull_e brit over the table

Hässlich, grad für Deutschland, wenn aus Willkommens-Bahnsteigen eingezäunte Deportationsterminals entstehen auf Flugplätzen und Bahnhöfen. Funktioniert aber, sofern Schaffner u. Stewardess die Kopfpauschale während der Rückreise auszahlt. Ist das Sicherheitsterminal Teil einer Abschiebe-Industrie, ist das zusammengesetzte Wort Anti-Abschiebe-Industrie vielleicht nur ein Anti-Abschiebe-Gewerbe. Dann trifft dieses ziemlich genau einen immer bedeutender werdenden Wirtschaftszweig, der dem deutschen „Mittelstand“ Wohlstand und Anerkennung sichern soll. Ein Anlern-Beruf, denn es darf keine Anti-Abschiebe-Meister geben. Vielleicht einen Anti-Abschiebe-Bachelor, Fachrichtung Asül auch gern über den zweiten Bildungsweg damit nicht jeder Einzelfall einen Volljuristen erfordert. Jedenfalls rutscht so etwas keinem Politiker heraus, sondern er fasst komplexe Zusammenhänge in verständliche Worte wobei Kreativität in der Wortwahl nicht schadet.

Tina, Samstag, 19.Januar 2019, 19:30 Uhr

49. Keine Akademiker als Kunden

Hallo,

ich arbeite als Bankkauffrau. Leider hab ich auch die Erfahrung gemacht, dass Siemens-Mitarbeiter und Lehrer die schlimmsten Kunden sind. Sie wollen immer eine Extrawurst, jedoch nichts für Mehraufwand bezahlen. Außerdem sind sie kleinlich und können nicht verstehen, dass manche Dinge technisch oder rechtlich nicht möglich sind.

Ciao

Kunde, Samstag, 19.Januar 2019, 16:46 Uhr

48. Laie - Handwerker - Ingenieur

Kann es sein, daß sich Fachkundige weniger auf der Nase herumtanzen lassen als der unbedarfte Laie, der sich mit einem latenten Pfusch zufrieden geben muss?

Wohlgemerkt, alles Einzelfälle. Aber die Verbrauchersendungen zeigen es doch immer wieder, daß es Pfusch auch von Handwerkern gibt.
Von jeder Gattung gibt es eben solche und solche.

Prof. Dr. Nennichnicht, Samstag, 19.Januar 2019, 13:54 Uhr

47. Akademiker vs. Handwerker

Wenn Fliesen vorstehen, Löcher in den Fuggen sind, das optisch und ggf. haptisch auffällt, ist das gefälligst nachzubessern.
Handwerker arbeiten nicht umsonst und das Geld fällt dem Auftraggeber auch nicht vom Himmel in den Schoß.

Andersrum würde sich der Handwerker auch über kleine Dellen und auffällige Spaltmaße bei seinem neuem Auto beschweren bzw. fordern, dass das in Ordnung gebracht wird.

Ramona, Samstag, 19.Januar 2019, 13:50 Uhr

46. Akademiker und Handwerker

Ein Handwerker, der uns allen aus der Seele spricht! Es soll immer der billigste Preis sein, aber ein Endergebnis in Perfektion. Der vernünftige, menschliche Umgang fehlt komplett und es wird sich über einen gestellt, da man ja "nur" dummer kleiner Handwerker gegen den studierten Ingenieur/Doktor/Professor ist. Mit seinem "handwerklichen" Know How aus einem Lehrbuch oder dem Internet, erklärt er einem dann, wie es besser zu gehen hat. Gerne werden noch Normen und Richtlinien zitiert, über die man bei seiner Suche gestolpert ist. Komplett vergessen wird dabei, dass jeder Handwerker ihm ein auf seine Situation maßgeschneidertes Einzelstück auf die Baustelle bringt, welches vorher nicht 100-fach als Prototyp produziert werden konnte, bevor es dann in Serie ging. Und sind wir mal ehrlich, müssen wir nicht alle unsere deutschen Markenautos regelmäßig wegen irgendwelchen Rückrufaktionen in die Vertragswerkstatt bringen? Wo ist denn da die Perfektion im eigenen Produkt geblieben?