BR Fernsehen - quer


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quer komplett Sendung und Kommentare vom 6.12.

Klausen zu wild für unsere Gesellschaft? // Wie in Bayern Osteuropas Wälder verheizt werden // Obdachlos trotz Job // Neue Supermärkte auf der grünen Wiese // Kampf gegen die Silvester-Knallerei - u. v. m. in dieser quer-Sendung

Stand: 05.12.2018

Feuerpause: Der schwierige Kampf gegen die Silvester-Knallerei

Ein Feuerwerk ist ebenso sinnfrei wie schön: Macht Spaß, ist prächtig und knallt wunderbar. Doch immer mehr Bürger wollen die Knallerei zur Jahreswende nicht mehr dulden, weil sie den entstehenden Feinstaub und Lärm fürchten oder Natur und Tiere schützen wollen. Eine Münchner Initiative versucht gerade, Stadtviertel für Stadtviertel für ein Feuerwerks-Verbot zu gewinnen. Auch in Garmisch hat der Gemeinderat schon versucht, ein allgemeines Verbot zu erlassen. Doch nur der Bund kann Feuerwerke generell untersagen – macht dazu aber keine Anstalten.

Klausen außer Kontrolle: Zu wild für unsere Gesellschaft?

In Blaichach im Allgäu streiken die Klausen: Erstmals sind die wild gekleideten Geistervertreiber heuer beim Nikolausempfang nicht dabei, weil letztes Jahr eine der Gruselgestalten von Eltern angezeigt worden war: Er habe die 9jährige Tocher geschlagen. Die Klausentreiben sind Brauchtum und Tourismusattraktion, aber immer wieder kommt es zu gewalttätigen Übergriffen und Beschwerden. Deswegen gibt es jetzt strikte Benimmregeln, Sicherheitszonen und sogar eine Identifizierungsnummer am Kostüm wie bei Polizisten. Sind die Klausen zu wild geworden – oder wird hier ein alter Brauch Opfer übertriebener Sicherheitsbedürfnisse?

Hippe Holzöfen: Wie in Bayern Osteuropas Wälder verheizt werden

Wer mit Holz heizt, schützt das Klima, heißt es. Denn die Scheite geben nur so viel CO2 ab, wie der Baum beim Wachsen einst gespeichert hat. Auch darum wird immer mehr Holz in Kaminen und Heizungen verfeuert, der Staat fördert das als Baustein der Energiewende. Aber nur wenige machen sich Gedanken, woher ihr Holz stammt. Denn unser wachsender Holzhunger kann längst nicht mehr aus heimischen Wäldern gestillt werden. Oft kommt das Brennholz aus Osteuropa, wo vielfach illegal in Naturschutzgebieten gerodet wird. quer fragt: Wo kann man guten Gewissens Holz kaufen?

Obdachlos trotz Job: Arbeiterelend im reichen München

Sie campen unter Brücken, zwischen Gleisen und sogar am Mittleren Ring. Unter Münchens mehr als 5000 Obdachlosen sind immer mehr „Tagelöhner“ aus Bulgarien und Rumänien. Das heißt: Menschen, die fleißig arbeiten, haben zu wenig Geld für ein festes Dach über dem Kopf. Mit ihren schlecht bezahlten Jobs unterstützen die Arbeiter ihre Familien zuhause. Nun räumt die Stadt wie jedes Jahr im großen Stil die Obdachlosen-Lager und bietet Schlafplätze in Kasernen an. Man wolle die Leute „mobilisieren“. Aber ist das Problem damit gelöst?

Ladenkiller: Immer neue Supermärkte auf der grünen Wiese

Eigentlich müsste man doch schlauer sein: Bäcker, Metzger, Dorfläden sind auf der Roten Liste bedrohter Arten. Und trotzdem bauen Gemeinden munter weiter Gewerbegebiete mit großen Verbrauchermärkten am Ortsrand und setzen das Dorfleben in der Ortsmitte aufs Spiel. Auch in Finning bei Landsberg wird bald über einen neuen Supermarkt abgestimmt. Der Bürgermeister will ihn unbedingt, weil er Angst hat, dass sonst bald gar kein Laden mehr im Ort existiert. Warum gibt es scheinbar keinen Ausweg aus dem Sterben der Tante-Emma-Läden?

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Squareman, Montag, 10.Dezember, 18:53 Uhr

51. Feuerwerk

Das Feuerwerk zu Sylvester ist ein riesen Geschäft . Während der paar Tage macht man damit einen riesen Umsatz. Das will sich natürlich keiner entgehen lassen. Leute die Feuerwerk kaufen gibt es genug. Und es wird immer mehr. Ab Verkaufsbeginn bis weit in Neujahr lassen sie es krachen. Die ganz Schlauen bunkern einen Vorrat für die Geburtstagsfeier im Sommer, is zwar verboten, aber was solls. Wer den richtigen Nervenkitzel braucht kauft Feuerwerk in Tschechien oder Polen, das ist in Deutschland zwar nicht zugelassen, aber was solls. Was soll da der Ruf nach Umweltschutz und Feinstaub, Sylvester ist nur einmal im Jahr. Nach uns die Sintflut. Die würde dann auch den ganzen Müll den die Feuerwerke erzeugen weg spülen. Vernünftig wäre es auf das Feuerwerk zu verzichten, aber der Mensch ist nicht vernünftig.

Evi, Sonntag, 09.Dezember, 11:34 Uhr

50. Holzheizung

Holzheizung in sogenannten Komfortöfen ist weder klima- noch umweltfreundlich. Selbst das UBA warnt vor diesen Dreckschleudern. Leute, die ein heimeliges Feuer haben wollen, sollen sich doch ein entsprechendes Standbild beim Fernseher einstellen und ihre Nachbarn mit diesem Gestank verschonen. Was da insbesondre in der Anfeuerungsphase oder bei unsachgemäßem Betrieb aus dem Kamin kommt ist Körperverletzung an den Nachbarn. Ganz zu schweigen, wenn auch noch Kohlebriketts verwendet werden. Auch im Normalbetrieb ist der Schadstoffausstoß weit höher als bei Gasheizungen. Und wie soll die Wärmeerzeugung bei gleichzeitigem sauberen Abbrand geregelt werden? Mit Öffnen der Fenster. Da braucht keiner was von umweltfreundlicher effektiver Holzheizung erzählen und meinen er rettet das Klima. Bei selber Wärmemenge wird mit einer effektiven Gasheizung weniger CO2 erzeugt. Und nebenbei: soviel Holu wächst gar nicht nach. Windgas ist die Zukunft - leider noch nicht die Gegenwart.

Evi, Sonntag, 09.Dezember, 11:26 Uhr

49. Feuerwerk

Super, dass hier endlich jemand den Vorstoß macht und Unterschriften gegen das Feuerwerk sammelt. Wie kann man soviel Dreck und Geld in einer Nacht verpulvern. Was hat es mit Spaß zu tun, wenn viele Menschen mit Atemswegserkrankungen kämpfen, Tiere verschreckt werden, man an anderer Stelle einen Riesenaufwand mit Luftreinhalteplänen treibt, viele Menschen auch bei uns schon in finanzieller Not sind. Wenn die Leute hier keine Vernunft haben, muss man eben mit Gesetzen und Verboten vorgehen. Auch auf die Gefahr hin eine Spaßbremse zu sein. Das war beim Rauchverbot nicht anders. Und wie genießen wir es jetzt rauchfrei Essengehen zu können.

Thomas Hellwagner, Samstag, 08.Dezember, 23:32 Uhr

48. Sylvester Knallerei

Gegen ein Feuerwerk auch von Privat ist ja nicht unbedingt was einzuwenden, wenn es nicht so ausufern würde! Die Knallerei die mittlerweile direkt nach Verkaufsbeginn bis weit ins neue Jahr geht ist das größte Problem! Auch dass man mit nur einmal zünden hunderte Schuß abfeuern kann eskaliert das ganze zusehends, müsste man alle einzeln anzünden hätten wohl viele nach kurzer Zeit keine Lust mehr!

  • Antwort von Reiner F, Montag, 10.Dezember, 17:36 Uhr

    Da muss ich Ihnen voll zustimmen! Als Kind (50 Jahre her) war es etwas Besonderes, Eigenverantwortung übertragen zu bekommen . Die Ketten an Mini-Krachern wurden zerschnitten und einzeln mit dem Zündholz aktiviert.
    An Silvester hat das Abbrennen der etwas größeren Böller um Mitternacht begonnen und war 10 Minuten später beendet. Alles gut, hat Spaß gemacht. Maximal 5 Raketen, die (unter der Aufsicht der Eltern( vorgelführt werden durften.

    Aber so wie jetzt, dass stundenlang gezündet wird, das ist zuviel. Es wird offensichtlich nur noch abgebrannt, statt das Ergebnis zu betrachten.
    Kinder sollten ruhig den bewußten Umgang mit den Feuerwerkskörpern lernen. (Zunächst unter Aufsicht mit entsprechenden Handlingshinweisen. ) Mit Schulung in sozialer Kompetenz wird bei intelligenten Kindern auch die Erkenntnis da sein, dass es nicht auf die Quantität ankommt.

    Problem ist, dass das "meiner ist länger"-Szenario auch bei den Kleinen schon von den Eltern kopiert wird.

Angelina Schulz, Samstag, 08.Dezember, 14:19 Uhr

47. Silvesterknallerei

Ich bin dafür, das Städte und Gemeinde je nach größe ein oder mehrer Plätze zur Verfügung stellen, auf denen Feuerwerks begeisterte Mitmenschen abseits von Wohngebieten ihren vernügen nach gehen können.
Es soll verboten werden in Wohngebieten und auf Brücken zu knallen, weil keiner sich dafür verantwortlich fühlt den Müll wieder weg zu machen.
Dieser Müll liegt 2 bis 3 Wochen rum und gelangt dann in Flüssen oder ähnliches.
Wenn man in einen Wohngebiet wohnt wo links und rechts gerade aus geknallt wird, hat echt angst das die Knaller auf den Dach laden.