BR Fernsehen - quer


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quer komplett Sendung und Kommentare vom 08.11.

Die EU und die Agrarlobby // Nördlingen leidet unter der Vollbeschäftigung // Absurde Haselmausbrücke in Vilshofen // Landshut und das Rotlicht-Dilemma // Trachtenvereine suchen Vorstände - u. v. m. in dieser quer-Sendung

Stand: 07.11.2018

Die Macht der Agrarlobby: Lehrstück über europäische Lobbystrukturen

Die Diskussion um Glyphosat findet kein Ende. Vielleicht auch deshalb, weil im Hintergrund Lobbyisten eifrig die Interessen landwirtschaftlicher Massenproduktion verteidigen. Am Beispiel Milch lässt sich zeigen: Einzelne Handelsketten wollen zwar mit Selbstverpflichtungen den Landwirten den Verzicht auf Glyphosat auferlegen - die Agrar-Lobby in Brüssel arbeitet jedoch vehement dagegen. Am Ende wird eine gut gemeinte EU-Richtlinie, die Bauern schützen soll, zum Instrument, um den Umwelt- und Tierschutz zu unterlaufen. Mit tatkräftiger Unterstützung umtriebiger bayerischer Interessenvertreter.

Fluch des Erfolgs: Nördlingen leidet unter Vollbeschäftigung

Eigentlich läuft es gerade super in Bayern: Die Arbeitslosenquote lag im Oktober gerade mal bei 2,6 Prozent und damit so niedrig wie nirgends in Deutschland. Vielerorts herrscht sogar Vollbeschäftigung. Doch in den betreffenden Regionen ist man von Jubelstimmung weit entfernt. So etwa im schwäbischen Nördlingen: hier ist ein Konkurrenzkampf um die wenigen, kostbaren Arbeitnehmer entbrannt. Metzgereien und Gaststätten müssen schließen, weil sie kein Personal mehr finden, Firmen müssen Aufträge absagen. Mancher sehnt sich bereits nach Zeiten zurück, in denen es noch mehr Arbeitslose gab.

Tierschutz absurd? Die Haselmausbrücke von Vilshofen

Eigentlich wollten alle alles richtig machen und jetzt scheint alles schief zu laufen: Vilshofen hat der geschützten Haselmaus für knapp 100.000 Euro eine eigene Brücke über eine Straße gebaut. Doch diese Brücke ist sinnlos, sagt der Bund Naturschutz, denn über sie gelangen die Haselmäuse in ein Neubaugebiet, dass ihnen keinen Lebensraum bietet. Das staatliche Bauamt Passau verteidigt die Haselmausbrücke und führt zehn „sachliche Antworten“ auf, weshalb die Brücke „notwendig und richtig“ und sogar ein Pilotprojekt sei.

Sperrbezirk auf Umwegen: Landshut und das Rotlicht-Dilemma

In Landshut gibt es keinen Sperrbezirk, denn im Stadtrat herrschte stets die Meinung vor, dass es im gesitteten, ordentlichen Landshut so etwas nicht braucht. Nun stellt sich jedoch heraus, dass es am Ort bis zu 25 Bordelle gibt, teilweise im historischen Stadtzentrum. Das ist für eine Stadt mit 70.000 Einwohnern doch recht viel, und eigentlich will der Stadtrat nicht so viele Etablissements in der Innenstadt haben. Doch einfach offiziell einen Sperrbezirk einrichten will man auch nicht, vielmehr sollen Bordelle mit strengeren Kontrollen an den Stadtrand gedrängt werden. Ein Sperrbezirk auf Umwegen also. Ist das ein aufwändiges Manöver, um den Ruf einer sittsamen Stadt zu wahren?

Vorstand verzweifelt gesucht: Vereine in der Egoismus-Falle

In ganz Bayern boomen Tracht, Heimat und Tradition, doch Chef eines Vereins wollen nur noch wenige werden. In Burglengenfeld in der Oberpfalz musste sich ein fast 100jähriger Trachtenverein auflösen, obwohl er 168 Mitglieder hat. Der Hauptgrund: niemand wollte Vorstand sein und damit Verantwortung und ehrenamtliche Arbeit übernehmen. Ist das Ausdruck eines gesellschaftlichen Trends: Profitieren will jeder, doch sich engagieren kaum jemand? Und passen regelmäßige Vereinstreffen dem superflexiblen mobilen Workaholic nicht mehr in den Zeitplan?

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Gollwitzer Inge, Donnerstag, 15.November, 21:13 Uhr

22. Sendung quer über Trachtenvereine

Ich kann für unseren Verein dem Bericht nicht zustimmen. Es wurden nur Leute interviewt, die negativ über die Trachtenvereine gesprochen haben. Wir haben in Pirkensee kein Problem Jugendliche und neue Mitglidder für den Trachtenverein zu begeistern. Ich bin seit 7 Jahren die Vorsitzende dieses Vereins und stolz auf das was bei uns alles geleistet wird. Unsere Mitglieder stehen voll hinter dem Verein. Wir haben rund 30 aktive Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 20 Jahren und u..a. eine Jugendtanzgruppe, eine Erwachsenentanzgruppe, eine Plattergruppe, eine Stubenmusik, unser Gesangstrio "Die 3 Pirkenseer Dorfheiligen, Waren schon 4 x beim Oktoberfest dabei, hatten einen Auftritt bei der Serie "Mein Job/Dein Job", unsere Sänger treten u.a. bei den Brettl-Spitzn auf. Wenn ich dann allerdings sehe dass die Vorstandsmitglieder des Gauverbandes bei einer Sitzung nicht mal ihre Tracht tragen, dann wundert mich nichts.

Squareman, Mittwoch, 14.November, 09:21 Uhr

21. Lobby

Natürlich wird sich die Lobby durchsetzen, die Lobby gewinnt immer. Wie war es denn mit der Kastration der Ferkel? Seit 6 Jahren wissen die Bauern daß das kommt, aber sie ignorieren es einfach. Und die Politik unterstützt diese Verweigerungshaltung indem sie das Gesetz einfach mal um zwei Jahre verschiebt. Danach wird sich immer noch nichts getan haben also verschiebt man es auf den St. Nimmerleinstag. Unsere Politiker vertreten nicht das Volk oder den Wähler, sie vertreten Lobbyinteressen. Und damit das nicht so klar wird tun sie alles dafür um Transparenz zu verhindetn. Deutschland ist eben keine Demokratie mehr, Deutschland ist eine Lobbykratie.

gegor, Dienstag, 13.November, 17:46 Uhr

20. Verfassungsschutz

Regenschutz - schützt vor Regen.
Sonnenschutz - schützt vor Sonne.
Blickschutz - schützt vor fremden Blicken.

Verfassungsschutz- Schüzt vor der Verfassung. Aber wen ??

gregor, Dienstag, 13.November, 16:11 Uhr

19. Verschwörungstheorie

*aluhutaufsetz*

Wir werden vom Kapital unterwandert. Ich sehe da eine Plutokratur auf uns zukommen. Für alles muss man bezahlen, von der Wiege bis zur Bahre, andere WERDEN von uns bezahlt... Von der Wiege bis zur Bahre, und das nicht schlecht...

BTW. Herr Sehhofer, ich bewerbe mich für den einstweiligen Ruhestand als Ex-Chef der Schlapphüte. Ich mach das auch für knappe, günstige 5000€ im Monat. Ganz günstig, fast unter Wert. Und ich sage auch nix!!!

gregor, Dienstag, 13.November, 15:55 Uhr

18. Vollbeschäftigung in Nördlingen

Die Damen und Herren vom Jobcenter werden also fürs nichts tun bezahlt ??
Die können doch so lange in der Metzgerei arbeiten. Ist doch zumutbar.
Oder sie könnten, wie viele Lehrkräfte in den Ferien, bis auf weiteres gekündigt werden, müssten dann nach ihren eigenen Regeln einen zumutbaren Job annehmen, und alles wäre gut !!

Ja, ja, jetzt kommen die JC-Mitarbeiter mit ihrem "ABER...!". Nix is !! ist zumutbar, auch für euch...