BR Fernsehen - quer


80

quer komplett Sendung und Kommentare vom 11.10.

Versteht die CSU die Bayern noch? // Polit-Achterbahn am Riedberger Horn // Unbezahlte Arbeit im Pendlerzug // Illegale Dauerparker nerven Anwohner // Obdachlos dank Krankenkasse? - u. v. m. in dieser quer-Sendung

Stand: 10.10.2018

Schleichende Entfremdung: Versteht die CSU die Bayern noch?

In der Woche vor der Wahl herrscht Katastrophenstimmung in der CSU. Umfragen sagen das Ende der Alleinregierung voraus, die Sonderstellung der bayerischen „Staatspartei“ bröckelt. Dabei steht Bayern wirtschaftlich super da und hat nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Aber vielleicht wird genau das zum Problem. Denn die CSU und der Freistaat sind für viele Zugezogene und auch viele Einheimische nicht mehr untrennbar vereint. Gleichzeitig machen selbst CSU-Urgesteine im schwarzen Kernland nicht mehr jede Wendung der Partei-Oberen mit. Das Land hat sich offenbar verändert. Und die Partei?

Alles Öko? Polit-Achterbahn am Riedberger Horn

Ein Speichersee im Moor, eine neue Bergstation im Grenzbereich der Alpen-Schutzzone und ein neuer 8er-Sessellift. Ministerpräsident Markus Söder hat zwar gleich zu Beginn seiner Amtszeit die Ski-Schaukel am Riedberger Horn gestoppt. Aber vor Ort wird weiter fleißig in den klassischen Ski-Tourismus investiert. Dabei sollen doch eigentlich staatliche Fördermillionen für den sanften Tourismus fließen. Das Ergebnis: alle sind unzufrieden. Aus Sicht der Naturschützer wird zu viel gebaut. Den Befürwortern der Ski-Schaukel ist es noch zu wenig. Und beide Seiten fühlen sich von einer Politik übergangen, die es allen recht machen wollte.

Selbstausbeutung: Unbezahlte Arbeit im Pendlerzug

Viele Bayern können es sich nicht mehr leisten, in der Nähe ihres Arbeitsplatzes zu wohnen. Deshalb pendeln immer mehr Menschen immer weitere Wege. Wer sich in den Zügen umschaut, stellt fest: die wenigsten Pendler schauen träumerisch aus dem Fenster. Die meisten arbeiten. An Vorträgen und Kalkulationen, per Email und Telefon. Oft sind es Dinge, die man in der regulären Arbeitszeit nicht geschafft hat und jetzt nachholt. Und das meist unentgeltlich! Denn die wenigsten Arbeitgeber erkennen die Pendelzeit als Arbeitszeit an.

Zugeparkt: Illegale Dauerparker nerven Anwohner

Allein die Stadt Nürnberg hat im letzten Jahr rund 4500 Fahrzeuge ohne Zulassung oder Kennzeichen auf öffentlichen Flächen entdeckt. Die Autos gammeln dort so lange vor sich hin, bis Autohändler sie irgendwohin gewinnbringend verkaufen können. Oft gehen die PKW dann nach Osteuropa. Was vordergründig ein Ärgernis für parkplatzsuchende Bürger ist, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ein soziales Phänomen. quer unterwegs in der schwer durchschaubaren Parallelwelt der kleinen Autohändler und ihrer besonderen Kundschaft.

Unverschuldeter Abstieg: Obdachlos dank Krankenkasse?

Es ist eine tragische Geschichte: Ein junger Mann aus Regensburg verletzt sich beim Volleyballspielen, gerät in die Mühlen der Krankenkassen-Bürokratie und ist wenige Monate später obdachlos. Emanuel Berlinger hätte aufgrund eines komplizierten Bruchs eigentlich Krankengeld beziehen sollen. Doch seine gesetzliche Krankenkasse sagt: Aufgrund einer Lücke in seiner Krankschreibung habe er fortan keinen Anspruch mehr auf Krankengeld, sei nicht mehr versichert. Patientenorganisationen kritisieren: Die „Krankengeldfalle“ ist eine extrem harte Regelung, die jährlich tausende Patienten in existenzielle Nöte bringt.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

Diese und weitere Themen in quer vom 11.10.2018. Kommentieren Sie hier, auf facebook.com/quer, bei G+ oder bei Twitter mit @BR_quer oder #BR_quer.


80

Kommentare

Inhalt kommentieren

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein:

Claudia S., Montag, 15.Oktober, 10:45 Uhr

37. Umgang mit Lebensmitteln

Sehr geschätztes Quer-Team,

gerne sehe ich mir immer wieder Ihre Sendung an. Doch letzten Donnerstag fand ich den "Beitrag" mit den "Koch-Tipps" so gar nicht passend. Es hatte fast den Anschein, als müsste Sendezeit gut gemacht werden. Schlimmer aber noch ist, dass vor laufender Kamera mit Lebensmitteln und sogar Fleisch "gepspielt" wird. Diesen Umgang mit Lebensmitteln (auch ein Schweinebraten war mal ein Schwein!) finde ich absolut nicht in Ordnung!

  • Antwort von Quer Onlineredaktion, Montag, 15.Oktober, 12:28 Uhr

    Danke für den Hinweis! Wir hoffen, die Sendung hat Ihnen sonst trotzdem gefallen. Beste Grüße aus Quer Onlineredaktion

Janus, Montag, 15.Oktober, 01:09 Uhr

36. Wieso ist jetzt Merkel an allem Schuld?

Weil der Seehofer der Stichler ist? - Verrückte Politik. CSU mit ihrer ureigenen Wahrnehmung der Lage. Schickt den Seehofer zu seiner Modellbahnwelt, da kann er "gestalten".

Schmidt-Kunze, Samstag, 13.Oktober, 16:42 Uhr

35. Nach der Bayern-Wahl

kann der Seehofer sagen, der Söder kann es nicht, hättet ihr Seehofer lieber als Ministerpräsident behalten.

Jue.So Jürgen Sojka, Samstag, 13.Oktober, 14:52 Uhr

34. Abstieg unverschuldet? Dafür nicht selbst verantwortlich!

Liebe "quer~einsteiger",
vielerorts lässt sich ähnliches und noch weitergehendes aufzeigen!

Diese Feststellung:
Alle abhängig Beschäftigten haben durch Zahlung der Arbeitslosen-/Krankenversicherung - von ihrer Entlohnung abgezogen -, den Anspruch auf die vertraglich zugesicherten Leistungen erworben.
Bei mir in STUTTGART wird mit dieser Errungenschaft der _Daseinsvorsorge_ ebenfalls Schindluder getrieben; sowie Mann in Ungnade fällt - bereits durch Kleinigkeiten hervorgerufen!
Also _vorbeugend_ am STAATSMINISTERIUM für W. Kretschmann zwei Auszüge aus Dissertationen abgegeben - einige Monate zuvor am OB-Büro für F. Kuhn (beide Grüne der 1. Stunde):
„2010.08.09 23:34 Uhr Arbeitslosen Meldung und Handhabung“ (4 Seiten) und „2012.05.09 14:34 Ebenen des Rechts - Begründung des Rechts“ (2 Seiten)

Erfolg? Seit 16.05.2012 wohnungslos und am 12.04.2013 für 70 Tage in Haft!
*** Seither Panik, nicht alleine bei diesen Intellektuellen ***

Schufa-Eintrag "Unterirdisch", bis heute!!!

Werner Schaller, Samstag, 13.Oktober, 10:21 Uhr

33. "Quer" vom 11. Okt.

Deutschlands Anteil am weltweiten CO2-Ausstoss beträgt 2%. Etwa die Hälfte davon, also 1%, emittieren unsere Kohlekraftwerke.
Von "Quer" werden diese Werte aber hartnäckig verschwiegen.Stattdessen konstruiert man einen deutschen Anteil von 40% am Ausstoss der europäischen Kohlekraftwerke.
Vermutlich erhofft man sich etwas Aufmerksamkeit der Zuseher, wenn sie einen Wert von 40% hören, denn mit 1 oder 2 Prozent lockt man schließlich keinen Hund hinter dem Ofen hervor.