BR Fernsehen - quer


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quer komplett Sendung und Kommentare vom 26.07.

Söder in Erklärungsnot: Der Fluch des GBW-Verkaufs | Der Kampf der Bayern um ihre Bäder | Kosten senken durch Stromverschwendung | Bürger stoppen Gewerbegebiet | Plastik in Kuhmägen - u. v. m. in dieser quer-Sendung:

Stand: 25.07.2018

Revolution im Dorf: Bürger stoppen Gewerbegebiet

Im beschaulichen Mittelstetten, inmitten der sattgrünen Hügellandschaft zwischen Augsburg und München, sollte es bald aussehen wie überall. Zumindest, wenn es nach dem CSU-Bürgermeister ginge: Der plante ein Gewerbegebiet außerhalb des Orts. Und um das sogenannte Anbindegebot einzuhalten, wollte er zusätzlich ein neues Wohngebiet errichten lassen. Doch die Bürger wehrten sich gegen die Pläne. Nachdem unlängst ein bayernweites Volksbegehren gegen die Betonflut gerichtlich abgeschmettert wurde, waren sie mit ihrem Aufstand von unten erfolgreich.

Söder in Erklärungsnot: Der Fluch des GBW-Verkaufs

Als Zeuge in einem Untersuchungsausschuss. Und das im Wahljahr. Das hat sich Ministerpräsident Markus Söder wohl anders vorgestellt. Die alles entscheidende Frage: Durfte der Freistaat die GBW-Wohnungen nicht selbst kaufen – oder wollte er nicht? Die CSU beharrt darauf, die EU habe den Kauf damals de facto verboten. Doch ein Dokument einer damals vom Finanzministerium selbst beauftragten Beraterfirma legt nahe: Ein Kauf wäre möglich gewesen. Trotzdem gab man die GBW aus der öffentlichen Hand. Und überließ die Mieter von mehr als 30.000 Wohnungen einer Immobilienfirma, die seither munter die Mieten erhöht.

Trockene Becken: Der Kampf der Bayern um ihre Bäder

In den vergangenen Jahren ist in etlichen Orten Erstaunliches geschehen. Bürger setzten sich freiwillig für ihre unrentabel gewordenen Gemeinde-Schwimmbäder ein, reparierten, bauten, und betreiben sie nun ehrenamtlich. Doch selbst für gerettete Bäder gilt: es ist jedes Jahr ein zermürbender Kampf um ein Kulturgut. Die Politik war bisher äußerst kleinlich mit Zuschüssen. Immerhin: Das Engagement wirkt anscheinend Wunder. Plötzlich steht Bäderrettung auf der Agenda der großen Politik. Freistaat und Bund versprechen Gelder. Ist das die Kehrtwende? Oder nur Wahlkampf?

Realer Irrsinn: Kosten senken durch Stromverschwendung

Zweimal im Jahr geschieht im Dorf-Supermarkt von Familie Sponsel Sonderbares. Alle Kühltruhen werden auf Maximum gestellt und gleichzeitig mehrere strombetriebene Heizstrahler aufgedreht. Das Ziel: möglichst viel Strom verbrauchen. Denn so senkt der Betrieb seine Stromkosten. Wie das? Gemäß einer Verordnung aus dem Jahr 1992 wird gewerblichen Großverbrauchern die sogenannte Konzessionsabgabe gekürzt, das ist der Beitrag zur Benutzung der örtlichen Energie-Infrastruktur. Der Irrsinn lohnt sich sogar noch, wenn die Kunden dann mehr Kilowattstunden bezahlen müssen. Stromsparen hingegen wird bestraft.

"Recycling" mal anders: Plastik in Kuhmägen

Auf seiner ökologischen Weide entdeckte ein Landwirt aus Raubling im malerischen Voralpenland Verstörendes. Im Gras verstecken sich unzählige kleine Plastikfetzen. Im selben Gras, das seine Tiere fressen sollten. Bei seinen Nachforschungen erfährt der Bauer: Das Plastik scheint aus einer benachbarten Recycling-Anlage zu stammen. Doch kein Amt fühlt sich dafür zuständig, den Missstand zu beheben. Der Betrieb arbeite nach dem neuesten Stand der Technik, und ohnehin gebe es keine Grenzwerte für Plastikverwehungen. Der Vorfall wirft Licht auf ein größeres Problem: Kuhfutter ohne Plastik-Bestandteile gibt es faktisch nirgends mehr.

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Diese und weitere Themen in der quer-Sendung vom 26.07.2018. Kommentieren Sie hier, auf facebook.com/quer, bei G+ oder bei Twitter mit @BR_quer oder #BR_quer.


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Bruno Schillinger-Safob, Montag, 06.August, 22:21 Uhr

27. Gift aus Nachbargrundstück - Plastik ist wenigstens noch sichtbar

Gerade lief auf Tagesschau24 die Sendung Markt mit dem Beitrag unten - da kann man sagen, dass der Bauer mit dem sichtbaren Plastikmüll noch Glück hat, weiler den Dreck sieht.
Auch hier wieder die übliche Behördenignoranz "wir machen nichts, also ist auch nichts passiert".

Angst vor Ackergiften
Markt - 06.08.2018 20:15 Uhr Autor/in: Carola Kock
Biobauern und Anwohner sind in Sorge: Liegen ihre Äcker oder Gärten dicht neben Feldern der konventionellen Landwirtschaft, können von dort Spritzmittel auf ihre Grundstücke verfrachtet werden.
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Schanax, Montag, 30.Juli, 22:40 Uhr

26. Ihre Sendungen

Vielen Dank für all ihre gut recherchierten und kritischen Sendungen und auch humorvollen Kommentare. Schaue diese seit vielen Jahren regelmäßig an und bin absolut begeistert ob all Ihrer kritischen Beiträge. Ich lebe seit vielen Jahren in Berlin, komme aber aus Bayern. Ihre Sendung ist eine der ganz wenigen die uns ein kritisches Bild liefern. danke. Ein Hoch auf Sie. Danke. Sendungen wir Ihre bräuchten wir mehr.

Prescher Peter, Samstag, 28.Juli, 14:39 Uhr

25. recycling

Das große Problem wird erst dann bekannt werden,wenn eine Kuh verhungert.So wie es bei den Vögel und Fischen geschieht.Diese Tiere haben so viel Plastikmüll gefressen,dass der Magen voll war.Aber ohne Nahrung.Das gleiche könnte doch auch bei einer Kuh geschehen.

Peter Prescher, Samstag, 28.Juli, 14:32 Uhr

24. Bürger Stoppen

Ich habe den Bericht auch gesehen.Wie lang ist dieser Bürgermeister noch im Amt?Er hat groß getönt,man muss auch auf eine Zeit in 10 Jahren denken.Ist er da noch Bürgermeister in diesen kleinen Ort?

Peter Prescher, Samstag, 28.Juli, 14:28 Uhr

23. Zuschüsse vom Bayrischen Staat für Gemeinde Bäder

Für diesen plötzlichen Geldsegen für die Bäder einzelner Gemeinden,gibt es nur eine klare Antwort.Mitte Oktober ist in Bayern Wahl.Das sagt doch schon alles.Ich bin nur gespannt wie der Bayrische Ministerpräsident Söder seinem Finanzminister dazu bringt diese " Wahlgeschenke " zu bezahlen.