BR Fernsehen - puzzle


9

Kinofilm "Im Land meiner Kinder"

Humorvoll, optimistisch und voller Wärme erzählt der Dokumentarfilm "Im Land meiner Kinder" die sehr persönliche Geschichte des "Deutsch-Werdens" von Regisseur Darío Aguirre und spürt der Frage nach, ob Heimat, Identität und Integration von einem Pass abhängen.

Von: Michaela Paul

Stand: 26.03.2019

15 Jahre lang lebt Darío Aguirre schon in Deutschland, vier abgelaufene Pässe und 10 Visa liegen hinter ihm. "Seit 15 Jahren ist klar: Ich bin ein Ausländer", sagt Aguirre in seinem Film "Im Land meiner Kinder". Doch dann bekommt er einen Brief von Hamburgs damaligem Bürgermeister Olaf Scholz mit einem überraschenden Angebot: Er kann nun deutscher Staatsbürger werden.

Doch was bedeutet dieses "Deutsch-Werden" und was macht das mit der eigenen Identität, wann ist man in einem Land angekommen? Darío begibt sich auf eine filmische Spurensuche in seine Vergangenheit.

Eine Reise in die Vergangenheit beginnt

Geboren wurde der Künstler in Ecuador. Mit 20 Jahren lernt er seine heutige Frau Stephanie kennen und folgt ein Jahr später ihr, der Liebe seines Lebens, nach Zittau, Deutschland, wo ihn Stephanies Eltern aufnehmen. In traumartig-gezeichneten Bildern spürt der Film den ersten oft schmerzhaften Jahren in Deutschland nach. Dem Gefühl des Fremdseins, der Hilf- und der Sprachlosigkeit.

"Man wird wie ein Kind am Anfang: Du kannst nicht sprechen, du musst einige Sachen noch mal von vorne machen und noch mal verstehen. Und das gilt für jede Seite, auch für die Leute, die mich empfangen haben, meine Schwiegereltern."

Dario Aguirre, Regisseur

Hängen Identität, Integration und Heimat von einem Pass ab?

Der Familie fehlen oft buchstäblich die richtigen Worte. Bis heute sprechen Darío und seine Frau Stephanie spanisch miteinander. Auch bürokratische Hürden erschweren und beeinträchtigen den gemeinsamen Alltag. Es ist ein Leben zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Zuversicht und Ohnmacht und dem Gefühl, den Behörden ausgeliefert zu sein.

Nachdenklich skizziert der Film Darios persönlichen Hindernislauf - er spürt einfühlsam der Frage nach, ob Heimat, Identität und Verwurzelung von einem Pass abhängen.

Mit mehr Empathie die Zukunft der Gesellschaft gestalten

Neben der persönlichen Geschichte Daríos behandelt der Film leise, fast nebenbei, ein laufend aktuelles Thema: Integration - und was Neuankömmlinge UND Alteingesessene leisten müssen.

"Worum es wirklich geht, ist, wie wollen wir miteinander umgehen in so einer globalen Welt? Und das geht nur mit Empathie."

Dario Aguirre, Regisseur

 "Im Land meiner Kinder" ist ein optimistischer Film, der zeigt, wie Integration und eine gemeinsame Zukunft gelingen können.

Weiterführende Informationen

"Im Land meiner Kinder"
Regie: Darío Aguirre

Kinostart: 04.04.2019

www.imlandmeinerKinder.de


9