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Kinofilm "Womit haben wir das verdient?"

Wie reagieren deutsche Eltern, wenn die Teenagertochter von heute auf morgen zum Islam konvertiert, statt Nina "Fatima" genannt werden will, ein Kopftuch trägt und zum Schwimmen einen Burkini haben will?

Von: Matthias Beckel

Stand: 28.01.2019

In der Komödie "Womit haben wir das verdient?" ist nicht zu sehen, warum Jugendliche ihre Identität im neuen Glauben suchen, sondern wie die radikale Annäherung einer Tochter an eine als frauenfeindlich wahrgenommenen Religion das Weltbild einer emanzipierten Mutter durcheinander wirbelt. Drehbuch und Film stammen von der österreichischen Regisseurin Eva Spreitzhofer.

"Als meine Töchter in der Pubertät waren, habe ich mir überlegt, was auf mich zukommen könnte. Für mich als Atheistin wäre das Schlimmste, wenn sie streng religiös werden, denn alle Religionen haben ein problematische Frauenbild."

Eva Spreitzhofer, Regisseurin

Komisch statt kritisch

Der Film zeigt komödiantisch das Zusammenprallen von den überspitzt erscheinenden Regeln des Islams und dem hilflosen Versuch von Mutter und Vater, die Tochter zu verstehen und Toleranz zu wahren.

"In dem Alter ist die Suche nach Identität groß. Die Religion bietet da Halt, Struktur und Geborgenheit. Das müsste man nicht ernst nehmen, es geht schon wieder vorüber, bloß wissen das die Eltern nicht."

Eva Spreitzhofer

Kopftuch-Klamauk mit Anspruch

Die Eltern, wunderbar gespielt von Caroline Peters und Simon Schwarz, sind Teil einer großen Patchwork-Familie. Da prallt im Fall der Hijab-tragenden Tochter alles aufeinander. Liberale Überzeugungen gehen unter, wenn sie im eigenen Wohnzimmer gebraucht werden. Aber Mutter und Tochter bleiben im Gespräch.

"Wir haben alle unterschiedliche Wertvorstellungen und die müssen wir auch aushalten. Das Problem ist, dass jeder die eigene Überzeugung für die Richtige hält und jeder sich durchsetzen will. Der Film soll zeigen: Wir müssen lernen, uns zu arrangieren." Eva Spreitzhofer

Ein lockeres Lustspiel mit grotesken Übertreibungen.

Kinofilm

"Womit haben wir das verdient?"
Regie: Eva Spreitzhofer


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