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Filme aus der Heimat Film-Festival "Kino Asyl" in München

Zum fünften Mal versammeln sich geflüchtete Menschen in München, um uns etwas aus ihrer Heimat vorzustellen: Filme, die eine besondere Bedeutung für sie haben.

Von: Matthias Beckel

Stand: 25.11.2019

Sie leben schon länger in Deutschland und tragen immer ihre Heimat im Herzen.

Als Kuratorinnen und Kuratoren mit Fluchterfahrung präsentieren sie uns Filme aus dieser Heimat, die sie verlassen mussten. Filme, die ihnen etwas bedeutet haben, oder Filme, die zeigen, wie die Situation in den Ländern wirklich ist. Dieses Projekt nennen sie: "Kino Asyl"

Eine Fernsehserie aus Syrien

Adnan Jafar, einer der 25 Kuratoren, hat eine Folge der syrischen Fernsehserie "Vier Jahreszeiten" mitgebracht. Die Serie beschäftigt sich auf humorvolle Weise mit den Verbindungen einer ziemlich großen Familie in Damaskus. Die vier Töchter sind mit ihren unterschiedlichen Charaktereigenschaften die Titelgebenden vier Jahreszeiten.

"Viele dieser Themen sind heute noch aktuell. Und diese Themen kann man mit denen in Deutschland vergleichen."

Adnan Jafar

Kino statt Krise

Was wissen wir von den Neuheimischen, die vor Krieg und Armut fliehen mussten und nun bei uns leben? Und was wissen wir über die Kino-Kultur dieser Länder, aus denen sie kommen, außer, dass es dort Krieg und Krisen gab?

Herzschmerz aus Afghanistan

Momena Saighani aus Wolfratshausen zeigt den afghanischen Spielfilm "Hassan". Ein Drama mit indischen Stil-Elementen. Es geht um Liebe, Kinder und Freiheit. Hassan, der Held des Films, leitet im unsicheren Kabul eine Charity-Organisation für Kinder mit Herzerkrankungen. Als die Spenden ausbleiben, verlässt er sein Land und wird zum Flüchtling.

"Mir erzählt der Film, dass ein Mann für kranke Kinder, die er gar nicht kennt, ins Ausland fährt, dort Geld sammelt, um damit den Kindern eine Behandlung zu ermöglichen."

  Momena Saighani

Das Trauma der permanenten Angst

Matin Ahmadi hat, als Ausnahme unter all den Filmen, selbst einen gedreht. Ahmadi, der mit elf Jahren Afghanistan verließ, hat im Iran an der Filmschule studiert, bevor er auch den Iran verlassen musste. In seinem Film "Flucht vor Angst" thematisiert er einen Filmemacher im Exil.

"Bei den Flüchtlingen, die kommen, herrscht ein Gefühl der Angst. Erst in Afghanistan, dann auf der Flucht und jetzt hier vor Abschiebung. Deswegen bin ich auf den Titel 'Flucht vor Angst' gekommen."

Matin Ahmadi

"Kino Asyl" gibt uns die Chance, die Menschen, die neu bei uns leben, mit dem zu sehen, das zu ihnen gehört.

Weiterführende Informationen

"Kino Asyl"
vom 1. bis 6. Dezember in München

Link
www.kinoasyl.de


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