BR Fernsehen - puzzle


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Dokumentarfilm "Hier und dort"

Haris, ein 15-jähriger Deutscher, dessen Mutter einst aus Bosnien nach Deutschland geflohen ist, sucht seine Identität. Ist er überhaupt Deutscher oder ist er nicht vielmehr ein Bosnier?

Stand: 23.04.2018

Die Ausgrenzung durch Mitmenschen als "Jugo" lässt Haris zu dem Schluss kommen: Ihr wollt mich eh nicht haben, dann lasst mich ein echter Bosnier sein!

"Wenn mich jemand fragt, sag ich als erstes: Ich bin Bosnier, aber in Dresden geboren."

Haris

Kind einer vor dem Krieg Geflohenen

Hinzu kommt die ständige Angst davor, dass seine Mutter abgeschoben werden kann, sobald er volljährig ist. Sein Erwachsenwerden bedeutet, die Mutter verlieren zu können. Ein immer wiederkehrendes Trauma.

"Nach unserer ersten Begegnung spürte ich, dass er etwas in sich trägt, wovon er selbst noch nicht weiß, was es ist."

Bettina Renner, Regisseurin

Der Film kann als ein exemplarisches Bespiel gesehen werden: Er zeigt eine Entwicklung, wie ihn viele Kinder von kriegsflüchtigen Eltern durchmachen. Deutschland ist Heimat, aber Heimat-Gefühl, das sind oft die Wurzeln und die Herkunft der Eltern.

"Was heißt Kriegserlebnisse in der Familie gehabt zu haben, und was heißt das, hier zu leben, ohne zu wissen, ob man bleiben kann, nach so langer Zeit?"

Bettina Renner

"Hier und dort" von Bettina Renner wird im Rahmen des DOK.fests München seine Premiere haben (2.-13. Mai).

Autor des Filmbeitrags: Matthias Beckel


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