BR Fernsehen - Politiker im Reality-Check

Politiker im Reality-Check

Kontrovers vor der Bundestagswahl Politiker im Reality-Check

Stand: 07.09.2021

"Reality-Check" mit den Politikern Uli Grötsch, SPD (links), Daniel Föst, FDP (2. von links), Nicole Gohlke, Die Linke, (oben), Anja Weisgerber, CSU (mitte), Stephan Protschka, AfD (rechts) und Jamila Schäfer, B'90/Die Grünen (rechts) | Bild: BR, Montage: BR

Wie gut kennen Politikerinnen und Politiker die Realität der Menschen, die sie im Bundestag vertreten wollen, wirklich? Kurz vor der Bundestagswahl schickt Kontrovers sechs Bundestagskandidaten ins Praktikum und macht den Reality-Check.

Reality-Check: Die Grüne auf dem konventionellen Bauernhof - geht das gut?

Konventionelle Landwirtschaft und die Ökopartei - geht das zusammen? Die 28-jährige Jamila Schäfer ist die stellvertretende Bundesvorsitzende der Grünen und kandidiert für den Bundestag. Für sie ist die heutige Landwirtschaft mit schuld am Artensterben und sie glaubt, dass es viel zu verbessern gibt. Einen Tag arbeitet sie auf dem Bauernhof der Familie Stadler mit, zwischen Milchkühen und Kartoffelernte. Und Landwirt Martin Stadler ist entschlossen, manche grüne Wunschvorstellung auf den Boden derTatsachen zu holen. Ob ihm das gelingt?

Reality-Check: CSUlerin mit Corona-Regeln konfrontiert: Was macht wirklich Sinn?

Monatelang war Thomas Weinholds Fitnessstudio im Lockdown. Nur weil ihm die treuen Mitglieder Geld geliehen hatten, konnte er überhaupt überleben. Aber auch jetzt noch machen Regelwirrwarr, Bürokratie und verunsicherte Kunden ihm das Leben schwer. Da trifft es sich gut, dass die CSU-Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber einen Tag bei ihm als Praktikantin verbringen muss. Denn ihre Partei hat all die Corona-Regeln wesentlich verantwortet. Was er ihr wohl zu sagen hat? Und ob die CSUlerin nach einem Tag mit ihm immer noch hinter all den Regeln steht?

Reality-Check: Versteht der AfDler die Probleme einer Long-Covid-Patientin?

Die AfD stellt sich in ihrem Wahlprogramm gegen Corona-Schutzmaßnahmen und bezeichnet Corona - entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse - als nicht schlimmer als die Grippe. Für die an Corona und Long Covid erkrankte Krankenschwester Petra aus Kaufbeuren ist das ein Schlag ins Gesicht. Sie ist durch ihre Erkrankung so erschöpft, dass sie nicht mal mehr ihre Spülmaschine ohne Pause ausräumen kann. Um zu zeigen, wie es sich mit Long Covid lebt, nimmt sie den AfD Bundestagsabgeordneten Stephan Protschka aus dem Wahlkreis Rottal-Inn einen Tag mit in ihren Alltag: Er übernimmt ihren Haushalt und spürt in einem Strohhalm-Experiment nach, wie es sich mit Atemnot lebt. Ob er dadurch seine Meinung zu den Corona-Maßnahmen ändert?

Reality-Check: Hält der SPDler eine Schicht als Pfleger durch?

Verbesserung der Pflegebedingungen - eigentlich ein Kernthema der SPD. Doch in den letzten acht Jahren in der Regierung haben die Sozialdemokraten viel zu wenig umgesetzt, findet Pfleger Kilian Heindl aus Grafenwöhr in der Oberpfalz. Er nimmt den SPD-Bundestagsangeordneten Uli Grötsch aus dem Wahlkreis Weiden einen Tag mit auf seine ambulante Pflegetour und lässt ihn dabei selbst mit anpacken. Um ihm zu zeigen, wie hart dieser Job ist und welche Änderungen im System seiner Meinung nach wirklich nötig sind.

Reality-Check: FDPler in sozialem Brennpunkt: Hat er Lösungen?

Die FDP gilt als die Partei der Besserverdiener. Doch hat sie auch Lösungen für die Menschen am anderen Rand der Gesellschaft? Dominik Dirnberger ist skeptisch. Er berät und hilft Familien in einer Obdachlosenunterkunft im Norden von München und findet: Es gibt nicht genügend Sozialwohnungen. Manche Bewohner leben über Jahre in der Notunterkunft - obwohl die nur eine Übergangslösung sein soll. Was das mit den Menschen und vor allem den Kindern macht, das bekommt FDP-Politiker Daniel Föst im Kontrovers Reality-Check einen Tag lang hautnah mit. Welche Antworten hat er auf die Fragen der Menschen, für die der Markt nicht alles regelt? Welche Konzepte hat er als aktueller Obmann im Ausschuss für Bau und Wohnen, um bezahlbaren Wohnraum in den Städten zu schaffen?

Reality-Check: Eine Linke im Chefsessel: Kann das funktionieren?

Im Wahlprogramm der Linken kommt das Wort "Mittelstand" kein einziges Mal vor. Doch die Forderungen der Partei hätten gerade auf mittelständische Unternehmen große Auswirkungen: ein Mindestlohn von 13 Euro, strengere Regeln bei Saisonarbeitern und höhere Hürden beim Vererben von Unternehmen. Wilhelm Böck würde das alles in enorme Schwierigkeiten bringen. Er ist Chef einer Gärtnerei mit 160 Mitarbeiter in der Nähe von München - und steht jeden Tag selbst in der Großmarkthalle, um seine Waren zu verkaufen. Linken-Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke taucht einen Tag lang in seine Welt ein. Kann sie den Chef von ihrer Politik überzeugen? Oder überzeugt der Chef am Ende sie?