Nockherberg


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Premiere für den neuen Nockherberg-Fastenredner Maximilian Schafroth: „Ich bin ich.“

Den Politikern die Leviten lesen, dafür will der neue Fastenredner Maximilian Schafroth in keine spezielle Rolle schlüpfen, sondern er selbst bleiben: „Ich bin ich.“ Mit seinen 33 Jahren ist er zwar der jüngste Fastenprediger in der Geschichte des Politikerderbleckens am Nockherberg, aber gemessen an den Auftritten seit seiner Kindheit schon fast ein alter Hase.

Stand: 09.03.2019 | Archiv

Maximilian Schafroth, neuer Fastenredner bei der Salvatorprobe | Bild: BR/Natalie Schädler

Erste Auftritte in der Grundschule

Der neue Fastenredner am Nockherberg, Maximilian Schafroth, der am kommenden Dienstag den Politikern das erste Mal die Leviten lesen wird, hatte seine ersten Auftritte bereits in der Grundschule. Er sei ein unruhiger Schüler gewesen und habe seine Lehrerin ständig unterbrochen, erinnert sich Maximilian Schafroth. „Meine Lehrerin war sehr einfühlsam und hat des registriert und hat gesagt: ,Du, ich hab den Eindruck du willst was erzählen, du willst irgendwie Witze machen.‘ Daraufhin habe er jeden Montag früh fünf Minuten bekommen. „Da durfte ich das Pult benutzen und hab dann Figuren – so Gummitiere, Rinder und Schweine - von daheim mitgebracht und hab dann Sachen vorgespielt. Und dann hab ich da halt so kleine Theaterstücke gemacht.“ Das seien die ersten Auftritte gewesen. Bereits damals war ihm eines wichtig: „Dass die lachen und checken, was ich da erzähle.“

Von der Banklehre zum Fastenredner

Um erst mal was „Gscheits“ zu lernen, machte er eine Lehre zum Bankkaufmann, während der er beim Beobachten und Sezieren der Anzugträger viel gelernt hat.

2007 kam es dann zu ersten Auftritten auf Kabarettbühnen wie dem Münchner „Vereinsheim“, 2009 zu ersten Aufzeichnungen im BR Fernsehen. Und jetzt ist er Fastenredner auf dem Nockherberg.

Recherchen im Bayerischen Landtag

Zur Vorbereitung auf das Schreiben der Rede zusammen mit dem Autoren Thomas Lienenlüke hat Maximilian Schafroth nicht nur viel gelesen, sondern sich auch im Bayerischen Landtag umgeschaut: „Des is lustig: die sitzen da und reden und hören sich auch nicht zu. Da war es bei uns in der Grundschule, in der 2c, disziplinierter als im Bayerischen Landtag.“

Dem Publikum auf Augenhöhe begegnen

Für seine Rede will Maximilian Schafroth in keine spezielle Rolle schlüpfen, kein Richter sein oder von oben herab predigen. Die Befürchtung, dass er ohne Distanz mit den Politikern „kuscheln“ könnte, teilt er nicht. Es sei eine „sehr deutsche Haltung, dass man immer glaubt, eine Rüge sei nur dann eine Rüge und eine berechtigte Kritik, wenn sie von oben her kommt. Die Deutschen brauchen immer einen Lehrer, der ihnen sagt, wie sie es machen müssen.“ Das aber wolle er nicht. Er will dem Publikum, den Politikern auf Augenhöhe begegnen. „Man kann ja jemanden umarmen und ihm untenrum ein Bein stellen. Dann fällt er hin, wenn man ihn loslässt. Ob ich die Leute loslasse, weiß ich noch nicht.“ Er selber mache zu, wenn er von oben herab kritisiert werde. „Das bringt mir nichts, ich will mit Leuten auf Augenhöhe sprechen und das ist mehr mein Ansatz. Ich glaube, dass man da noch krasser sein kann, noch kritischer.“


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