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Wildes Deutschland Der Bayerische Wald

Nach der Borkenkäfermassenvermehrung ist im Bayerischen Wald ein neuer Urwald entstanden. Viele neue Tier- und Pflanzenarten konnten sich ansiedeln. Der Borkenkäfer wurde nicht zum Totengräber, sondern zum Geburtshelfer. Wir stellen diesen größten deutschen Waldnationalpark im Gang der Jahreszeiten vor.

Von: Jürgen Eichinger

Stand: 28.10.2014

Bayerischer Wald | Bild: BR/Jürgen Eichinger

Als sich in den 1980er-Jahren im Nationalpark Bayerischer Wald der Borkenkäfer außergewöhnlich stark vermehrte und die Nationalparkverwaltung eine Bekämpfung bewusst unterließ, hatte das weitreichende Folgen. Binnen weniger Jahre starben mehrere Tausend Hektar alter, ehemals wirtschaftlich genutzter Fichtenbestände in den Hochlagen ab. Aus dem Werk der Borkenkäfer wuchs ein neuer Wald heran, vielgestaltiger und bunter als es der vorherige Wirtschaftswald je war.

Ein neuer Urwald

Zurückgekehrt: der Luchs.

Knapp 30 Jahre nach dem Borkenkäferbefall zeigt sich jetzt endlich der Erfolg der Nationalpark-Idee "Natur Natur sein lassen". Genau die Baumarten kehrten ganz von alleine zurück, die seit alters her hier gesund gedeihen können. Der "katastrophenartige" Zusammenbruch der alten Fichten war deshalb nicht das Ende des Bergwaldes, sondern er war ein Anstoß zur Entwicklung in Richtung "Urwald".

Der Wald im Gang der Jahreszeiten

Hart und kalt sind die Winter im Bayerischen Wald. Zu keiner anderen Jahreszeit ist die Natur hier so unberührt und urwüchsig. Für viele Tiere beginnt nun der Kampf ums Überleben.

Der Frühling kommt spät in das Grenzgebirge. Habichtskäuze nutzen die Baumstümpfe als Aussichtswarte und zum Brüten. Mit Beginn des Sommers sind alle Vögel zurückgekehrt. Unzählige Schmetterlinge, Käfer und Bienen bevölkern die blühenden Hänge.

Sperlingskauz

Auch bei den Spätbrütern, wie Sperber und Sperlingskauz, sind nun die Jungen flügge. Den Spechten dient das "Totholz" als Trommelplatz oder zur Anlage von Höhlen und der Luchsfamilie als Versteck.

Der Urwald von morgen

Der Borkenkäfer wurde nicht zum Totengräber, sondern zum Geburtshelfer.

Der Film zeigt, wie es im einstigen Wirtschaftswald zur "Katastrophe" kam, und wie daraus heute der "Urwald von morgen" heranwächst, wie perfekt hier Werden, Wachsen und Vergehen ineinandergreifen, und warum der Borkenkäfer nicht zum Totengräber, sondern zum Geburtshelfer wurde. Im Gang der Jahreszeiten gibt die aufwendige Dokumentation einen Einblick, auf welche Art und Weise sich die Veränderung des Lebensraumes auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirkt.

Sendehinweis

"Wildes Deutschland - Der Bayerische Wald" sehen Sie am Samstag, 08.11.2014 um 19.00 Uhr in "natur exclusiv" im Bayerischen Fernsehen.


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