BR Fernsehen - Münchner Runde


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Kirche im Kreuzfeuer: Was tut der Papst gegen den Missbrauch?

Der Papst greift durch: ab Donnerstag treffen sich in Rom die höchsten Würdenträger der katholischen Kirche weltweit, um über den Umgang mit Missbrauch von Kindern und jungen Erwachsenen in den eigenen Reihen zu sprechen. Die Erwartungen sind hoch, viele Opferverbände vor Ort. Was muss geschehen, um den Opfern wirklich zu helfen? Muss sich die Kirche reformieren? Die Münchner Runde berichtet direkt aus Rom.

Stand: 19.02.2019

Hände von Kardinal mit Handschellen | Bild: picture-alliance/dpa

Unsere Gäste am 20.02.2019

Bernd Hagenkord, Chef vom Dienst bei "Vatican News"

"Es geht hier um Menschen, die sich der Kirche anvertraut haben, die der Kirche anvertraut wurden, die missbraucht wurden, und dann passiert eben sowas: man guckt weg, es gibt keine Gerechtigkeit dahinter, es gibt keinen Ausgleich, kein Gespräch - das ist fürchterlich! Das macht mich wütend!" (Münchner Runde, 20.02.2019)

Matthias Katsch, Vertreter der Missbrauchsopfer der katholischen Kirche

"Mit dem Krisengipfel wird deutlich: Die Krise ist im Zentrum der Kirche angekommen. An der Stelle, wo auch die drängenden Fragen beantwortet werden müssen über Konsequenzen aus diesem krisenhaften Geschehen. Wir Betroffene können stolz darauf sein, was wir in den letzten Jahren durch Vernetzung, durch inzwischen weltweiten Austausch erreicht haben." (Münchner Runde, 20.02.2019)

 

Doris Wagner, Ehemalige Ordensfrau und Missbrauchsopfer

"Jeder Missbrauch ist ein Missbrauch von Macht - ganz egal, ob das häusliche Gewalt ist, ob das sexueller Kindermissbrauch, ob das Ausbeutung von Arbeitskraft ist: das ist im Kern immer Missbrauch von Macht. Und in der Kirche hat es diese zusätzliche Dimension, dass diese Macht theologisch legitimiert ist." (Münchner Runde, 20.02.2019)

Notker Wolf, Benediktiner und ehemaliger Abtprimas

"Die Glaubwürdigkeit der Kirche ist ja schlichtweg dahin. Viele sind einfach verzweifelt, dass das alles in der Kirche möglich war und ist. Es besteht die große Hoffnung, dass da nun endlich aufgeräumt wird. Aber das kann man nicht in zwei, drei Tagen schaffen. Wir müssen Strukturen schaffen, dass auch mal Gewaltenteilung in der Kirche da ist." (Münchner Runde, 20.02.2019)

Moderation

Durch die Sendung führte Ursula Heller.


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