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Alternatives Wirtschaftsmodell Herzogsägmühle: Gemeinwohl statt Profit

Das soziale Unternehmen der Diakonie im oberbayerischen Peiting ist ein Pionier der Gemeinwohl-Ökonomie. Es wirtschaftet nach den Prinzipien der Menschenwürde, der Solidarität mit den Schwachen und der ökologischen Nachhaltigkeit. Dabei ist Mitentscheidung eine Selbstverständlichkeit.

Von: Susanne Ilse

Stand: 31.10.2017

Unternehmen und Dorf

Das Sozialdorf Herzogsägmühle ist als bundesweit erste Einrichtung der Diakonie mit einer Bilanz zur Gemeinwohl-Ökonomie zertifiziert worden. Die Herzogsägmühle wird getragen vom Verein "Innere Mission München – Diakonie in München und Oberbayern e. V.". In der offenen Dorfgemeinschaft leben Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Problemen, Krankheit oder Behinderung.

Direktor Wilfried Knorr von der Herzogsägmühle

Sie erfahren dort Hilfen zur persönlichen, sozialen oder beruflichen Entwicklung oder Heimat und Pflege im Alter. Daneben bietet Herzogsägmühle Beratungsdienste, Tagesstätten, Arbeitsmöglichkeiten und Wohnungen in Orten der Umgebung an.

Das Unternehmen beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter und erreicht mit seinen sozialen Angeboten etwa 4.000 Menschen in der Region.

Was ist Gemeinwohl-Ökonomie?

Die Wachsmanufaktur für die Herstellung von Teelichter

Die Gemeinwohl-Bilanz misst den ethischen Erfolg von Unternehmen und Organisationen analog zur Finanzbilanz, die den wirtschaftlichen Erfolg ausweist. Bewertet werden Beziehungen und Handeln nach den Hauptkriterien: Menschenwürde, Solidarität & Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie Transparenz & Mitentscheidung.

Das Verfahren wurde von dem österreichischen politischen Aktivisten und Autor Christian Felber entwickelt. Auditoren der Gemeinwohl-Ökonomie testen die Firmen und Institutionen. Die Zertifikate sind zwei Jahre gültig. Sie können helfen, Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden und Geldgeber zu gewinnen. Bislang bilanzieren im deutschsprachigen Raum ca. 250 Unternehmen nach Gemeinwohl-Richtlinien.


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