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Schneller Ruhm und früher Tod Das Malergenie Johann Evangelist Holzer

Am 24. Dezember 1709 wurde im Südtiroler Burgeis Johann Evangelist Holzer geboren. Seine Zeitgenossen verehrten ihn als Genie, als den besten Freskanten nördlich der Alpen.

Stand: 23.09.2015

Deckenfresko von Johann Evangelist Holzer in der Wallfahrtskirche St. Anton in Partenkirchen (Detail) | Bild: BR

Der Barockmaler Johann Evangelist Holzer studierte ab 1730 in Augsburg und fand im Leiter der Kunstakademie, Johann Georg Bergmüller, einen hervorragenden Lehrer und Förderer. Schon in jungen Jahren erhielt er Aufträge für Altarbilder und Deckenfresken von einflussreichen Fürstbischöfen. Holzer starb auf dem Höhepunkt seines Ruhmes unter mysteriösen Umständen im Alter von nur 30 Jahren und geriet nach der Jahrhundertwende in Vergessenheit.

Der Reporter Gunnar Mergner begibt sich auf Entdeckungsreise. Er trifft Experten und versucht, Licht in das geheimnisumwitterte Leben des Ausnahmekünstlers zu bringen. Was für ein Mensch war Holzer, woher nahm er die Inspiration für seine großartigen Gemälde und Fresken, woran starb er - weit weg von seinem Heimatort - im Schloss Clemenswerth im Emsland? Ist er tatsächlich an Typhus erkrankt oder hat ein Konkurrent nachgeholfen?

Auf den Spuren eines Frühvollendeten

Detail aus Holzers Hauptaltarbild der Eichstätter Schutzengelkirche

Der Film gewährt einen ungewohnten Blick auf das grandiose Werk des Malers. Zusammen mit einem Kunsthistoriker sucht Gunnar Mergner nach den Überresten einer Kapelle in einem Patrizierhaus in Augsburg, für die Holzer ein Altarblatt malte. Vom Gerüst aus beobachtet das Team die Restaurierungsarbeiten am größten Altarbild der Barockzeit in der Schutzengelkirche in Eichstätt. Holzer hat hier in einem Farbfeuerwerk den dramatischen Kampf des Erzengels Michael gegen das Böse dargestellt. Das verloren gegangene Hauptwerk Holzers, das Kuppelfresko mit dem überwältigenden Benediktinerhimmel der abgerissenen Abteikirche Münsterschwarzach, wird im Film als 3-D-Animation erlebbar.

Gut erhalten ist hingegen Holzers Deckenfresko der Wallfahrtskirche St. Anton in Partenkirchen. Es erzählt die Geschichte des hl. Antonius, der für die Kranken und Armen Fürbitte hält. Holzers eindringliche Figuren sind ein Spiegel seiner tiefen Frömmigkeit und seines aufrichtigen Mitgefühls.


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