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Bertolt Brecht Bürgersohn und Bürgerschreck

Mädchen, Jahrmärkte, Bordelle, Verbrecher und die Lechauen: Bayerns größter Dichter war ein Augsburger.

Stand: 14.05.2014

Archiv: Bertolt Brecht (undatierte Aufnahme) | Bild: picture-alliance/dpa

Im jungen Brecht, der als Schüler schon zu schreiben begann, ist alles angelegt, was den großen Schriftsteller ausmacht. Mit frühen Gedichten, Tagebucheintragungen und Schilderungen der Zusammenkünfte in Brechts gruftähnlicher Dachmansarde, wo er zur Gitarre selbsterdachte Lieder vortrug, mit seinen Ausflügen in die Lechauen, wohin er seine Jugendliebe Bi führte, mit der Faszination, die Jahrmärkte, Schausteller, Bordelle und Verbrecher auf ihn ausübten, mit seinem Wandel vom Patrioten zum Kriegsgegner entsteht ein Mosaik, aus dem einer der bedeutendsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts seinen Stoff geschöpft hat.

Bertolt Brecht im Jahr 1918

Brecht im Spagat zwischen bürgerlicher Herkunft und Halbwelt, als Medizinstudent und angehender Stückeschreiber, der mit Feuchtwanger und Valentin zusammenarbeitete, in München und Berlin seine ersten Erfolge erzielte und schließlich mit der Dreigroschenoper international bekannt wurde. Brecht, der als einer der ersten 1933 ins Exil ging.

Bertolt Brecht im Jahr 1955

Gedichte werden zitiert, Songs und Moritaten vorgetragen, Film- und Theaterausschnitte gezeigt. Menschlich greifbar wird der junge Brecht durch die Aussagen seiner Jugendliebe Bi. Die Regisseurin Johanna Schall, eine Enkelin Brechts kommt zu Wort, der Literaturprofessor Ernst Schumacher beleuchtet Brechts schwäbische Herkunft, der Regisseur Peter Zadek äußert sich zur Brecht'schen Theatersprache und eine Umfrage unter Augsburger Bürgern dokumentiert im Film von Gaby Dinsenbacher das bis heute ambivalente Verhältnis der Vaterstadt zu ihrem berühmten Sohn.


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