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Albrecht Altdorfer Wild und Visionär

Albrecht Altdorfer ist zweifelsohne einer der ganz Großen unter den deutschen Malern. Geboren um 1490 - damit etwa zehn Jahre jünger als Albrecht Dürer - geht der Meister, der in Regensburg eine Werkstatt betrieb, ganz eigene Wege.

Stand: 05.05.2015

Der Film von Angelika Lizius zeigt einen Künstler, der die Malerei von den Fesseln der Hochrenaissance befreit. Bei Altdorfer ist alles anders. Menschen malt er in seiner Frühphase mit eigenwilligen Körpern und Köpfen - als wolle er sich gegen Dürers perfekte Proportionen auflehnen.

Albrecht Altdorfer, "Alexanderschlacht", 1529 (Detail)

Auf seinen Bildern scheint alles in Bewegung geraten. Wilde Jägerinnen preschen mit wehendem Kopfschmuck durchs Bild, das Lendentuch des gekreuzigten Christus droht jeden Moment wegzufliegen, Sonnenstrahlen werden zu Windstößen, Bäume biegen sich im Sturm. Dramatische Himmelsstimmungen wie beispielsweise in seinem berühmtesten Bild, der "Alexanderschlacht", und sein Einsatz unterschiedlichster Lichtquellen zeigen eine neuartige, expressive Kunst.

Albrecht Altdorfer, "Donaulandschaft mit Schloss Wörth" (Detail)

Nicht zuletzt gilt der Regensburger Meister als Begründer der Landschaftsmalerei. In seinem Spätwerk erhebt er die Landschaft zu einer eigenen Bildgattung. Er stellt nicht, wie etwa Dürer, die italienische Landschaft auf Aquarellen dar, sondern malt vielmehr den heimischen Wald - in Öl.

Reporter Gunnar Mergner und der Kunsthistoriker Wolfgang Neiser auf dem Weg zu Altordfers Wohnhaus

Wer steckt hinter dieser aufregend lebendigen Malerei? Albrecht Altdorfer gibt viele Rätsel auf. Er ist der große Unbekannte. Was erstaunlich ist, denn Altdorfer war ein höchst angesehener Bürger in Regensburg, der auch als Politiker und Stadtbaumeister aktiv war. Auf seiner Spurensuche vor Ort ist es unserem Reporter Gunnar Mergner mit Hilfe ausgewiesener Experten gelungen, erstaunlich viel über den geheimnisvollen Künstler herauszufinden.

Ausstellung

Die Ausstellung "Fantastische Welten: Albrecht Altdorfer und das Expressive in der Kunst um 1500" ist bis zum bis 14. Juni 2015 im Kunsthistorischen Museum in Wien zu sehen.


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