BR Fernsehen - LeseZeichen


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Phil Klay Wir erschossen auch Hunde

Er hat Literatur studiert - dann verpflichtete er sich im Alter von 21 Jahren als US-Marine, wurde im Irak-Krieg eingesetzt. In Erzählungen schildert Phil Klay jetzt, was es heißt, als junger Mann plötzlich im Krieg zu stehen.

Stand: 22.01.2015

Phil Klay | Bild: HR

"Die Marines, zu denen ich gehörte, waren im Irak, um etwas Gutes für die Leute zu tun. Daran haben sie fest geglaubt, riskierten ihr Leben dafür - den Irakern sollte es irgendwann besser gehen", sagt Phil Klay. Aber wenn man jetzt auf den ganzen Krieg blicke, sehe man, dass alles nur schlimmer geworden sei. Die zwölf Erzählungen seines Bandes geben ein schonungsloses Bild vom Krieg und berichten von schockierenden, traumatischen Erfahrungen, von Ernüchterung, Hilflosigkeit und Erschöpfung.

Phil Klay

Phil Klay war bei Habbanyia nach einem Selbstmordattentat dabei, hat mit den Marines die Opfer geborgen. Tote, Verstümmelte, Leichenteile, zerfetzte Körper. Vom Entsetzen, der Grausamkeit, von der Angst und vom Abstumpfen solcher Eindrücke schreibt Klay in seinen Erzählungen. Was das mit einem macht, der Einsatz, das Töten, die Gefahr - und auch, wie man zurückkommt in das eigene Land, mit verändertem Blick.

Phil Klay hat vor seiner Verpflichtung Literatur studiert. Den Krieg hat er überlebt, unverletzt - zumindest körperlich. Zurück in den USA hat er dann an einem  Schreibworkshop für Kriegsveteranen teilgenommen und an seinen Stories gearbeitet. In den Erzählungen zeigt sich die USA als ohnmächtige Supermacht und der Krieg kommt in seiner ganzen brutalen Absurdität in den Blick. Für sein Buch "Wir erschossen auch Hunde" erhielt Klay den National Book Award.

Das Buch

Phil Klay
Wir erschossen auch Hunde
Suhrkamp Verlag
16,99 Euro


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